Wohnungsbau, Zweifel

Wohnungsbau: 9-Milliarden-Paket stößt auf massive Zweifel

24.01.2026 - 01:24:12

Trotz eines milliardenschweren Förderpakets der Bundesregierung fehlen in Deutschland 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen. Experten sehen die Krise als ungebremst an.

Die Bundesregierung pumpt Milliarden in den sozialen Wohnungsbau – doch Experten halten die Krise für ungebremst. Eine aktuelle Studie zeigt: Es fehlen 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen.

Das Milliarden-Paket im Detail

Ende 2025 unterzeichnete das Bundesbauministerium die Vereinbarungen für ein neues Förderpaket. Die Bundesländer erhalten 2026 vier und 2027 fünf Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau. Das ist Teil eines langfristigen Plans, der bis 2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro vorsieht.
Die Länder müssen die Bundesmittel in vergleichbarer Höhe aufstocken. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Programm “Junges Wohnen”, dessen Mittel ab 2027 verdoppelt werden sollen. Ziel ist es, den schrumpfenden Bestand an Sozialwohnungen wieder zu erhöhen.

Baukosten und Bürokratie bremsen den Boom

Trotz der Rekordsummen ist die Stimmung in der Branche gedämpft. Hohe Bau- und Finanzierungskosten bleiben ein riesiges Problem. Eine Studie des Pestel-Instituts vom Januar 2026 zeichnet ein alarmierendes Bild: Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen im bezahlbaren Segment.
Die Prognosen sind düster. Wegen eingebrochener Baugenehmigungen rechnen Experten nur noch mit etwa 200.000 Fertigstellungen pro Jahr. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen rückt damit in weite Ferne.

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Sozialverbände schlagen Alarm

Die soziale Schieflage wird immer größer. Laut dem “Sozialen Wohn-Monitor 2026” hat etwa die Hälfte aller Mieterhaushalte Anspruch auf eine Sozialwohnung. Dem stehen aber nur noch rund eine Million entsprechende Wohnungen gegenüber.
Das Bündnis “Soziales Wohnen”, zu dem Mieterbund und IG BAU gehören, fordert deshalb einen “Sozialen Bund-Länder-Pakt”. Der soziale Wohnungsbau müsse zur Chefsache erklärt werden, um eine soziale Katastrophe abzuwenden.
Eine Analyse der Aareal Bank unterstreicht die Brisanz: 91 Prozent der Mieter halten die Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für unbezahlbar.

Wird 2026 zum Lackmustest?

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) nennt das laufende Jahr einen “Lackmustest für den Reformwillen der Bundesregierung”. Die Immobilienwirtschaft fordert:
* Schnellere Genehmigungsverfahren
* Weniger Bürokratie
* Weitere steuerliche Anreize für Investoren

Das Milliardenpaket ist eine wichtige Grundlage. Ob es reicht, hängt nun davon ab, ob die Baukosten sinken, die Verfahren beschleunigt werden und private Investoren mitziehen. Die Debatte über die richtige Mischung aus staatlicher Förderung und marktwirtschaftlichen Anreizen wird 2026 weiter eskalieren.

@ boerse-global.de