WKÖ, Regulierungswut

WKÖ warnt vor Regulierungswut am Wohnungsmarkt

13.01.2026 - 12:15:12

Die Wirtschaftskammer warnt vor einer Überregulierung des österreichischen Immobilienmarkts. Neue Mietengesetze und eine geplante Reform lähmen Investoren und verschärfen die Wohnungsnot.

Der österreichische Immobilienmarkt droht unter einem Übermaß neuer Gesetze zu ersticken. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) schlägt Alarm: Zwar beruhigt sich die Zinslage, doch frisch in Kraft getretene und geplante Regulierungen lähmen Investoren und gefährden dringend benötigten Wohnraum.

Neues Mietengesetz als Bürokratie-Falle?

Seit 1. Jänner gilt das verschärfte Mietenwertsicherungsgesetz (MieWeG). Die Politik sieht darin einen Mieterschutz, die Branche ein handlungsunfähiges Bürokratiemonster. „Die neuen Vorgaben sind in der Praxis kaum handhabbar“, kritisiert Roman Oberndorfer, Obmann des zuständigen WKÖ-Fachverbands. Die Regelungen untergrüben die Rechtssicherheit und machten bestehende Verträge angreifbar.

Für langfristige Investitionen ist Kalkulierbarkeit aber das A und O. Die Befürchtung: Private und institutionelle Geldgeber ziehen sich zurück. Das würde das Angebot an Mietwohnungen weiter verknappen – genau das Gegenteil des gewünschten Effekts.

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Neubau liegt am Boden

Die Regulierungswut trifft einen ohnehin geschwächten Markt. Der Wohnungsneubau ist auf einem historischen Tiefstand angelangt. Viele Projekte wurden in den letzten Jahren gestoppt oder gar nicht erst begonnen.

  • Finanzierung bleibt schwierig: Zwar entspannen sich die Kreditzinsen leicht, doch hohe Eigenkapitalanforderungen und restriktive Banken bremsen weiter.
  • Keine Anreize zum Bauen: Die aktuellen Rahmenbedingungen bieten aus Sicht der Branche keinerlei Incentives, das Risiko eines Neubauprojekts einzugehen.

Die Prognose ist düster: Wächst die Kluft zwischen Bedarf und Angebot weiter, wird die Wohnungsnot drastisch zunehmen.

Geplante Reform lähmt mit Ankündigungseffekt

Die größte Unsicherheit geht von der angekündigten, umfassenden Mietrechtsreform der Bundesregierung aus. Schon die Diskussion darüber versetzt den Markt in Schockstarre.

Investoren flüchten vor Ungewissheit. Kapital sucht sich stabilere Märkte im Ausland oder alternative Anlageformen. Die Warnung der WKÖ ist deutlich: Kommt die Reform mit weiteren Verschärfungen, droht der private Mietwohnungsmarkt zu kollabieren. Getroffen würden am Ende die Wohnungssuchenden.

Ein Lichtblick und klare Forderungen

Positiv bewertet der Fachverband hingegen das Zivilrechtliche Indexierungs-Anpassungsgesetz (ZIAG). Es schafft endlich Klarheit bei Wertsicherungsklauseln und bestätigt langjährige Praxis. Der Beweis: Sinnvolle Gesetzgebung ist möglich.

Doch ein gutes Gesetz reicht nicht. Die WKÖ fordert ein radikales Umdenken der Politik:
* Stabile rechtliche Rahmenbedingungen statt neuer Restriktionen
* Steuerliche Erleichterungen für den Wohnbau
* Entschärfung der Kreditvergaberegeln

Nur so kehre das Vertrauen zurück und die Bautätigkeit wieder in Gang.

2026 wird zum Schicksalsjahr

Die Weichen für die Zukunft des Wohnungsmarkts werden dieses Jahr gestellt. Kommt die Mietrechtsreform restriktiv, rechnen Analysten mit einem langfristigen Ende privater Bautätigkeit.

Für Mieter und Käufer bedeutet das: Keine kurzfristige Entspannung. Mieten werden wegen des knappen Angebots wohl weiter steigen, der Eigenheim-Traum für viele unerreichbar bleiben. Eine echte Trendwende gibt es erst, wenn Bauen wieder sicher und lukrativ ist. Bis dahin herrscht fragile Stabilität – im Schatten der nächsten regulatorischen Drohung.

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