WKÖ-Präsidentin Schultz kämpft um Reformkurs
21.02.2026 - 05:10:12 | boerse-global.deMartha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, gerät unter Druck. Sie muss Vorwürfe von Postenschacher aufklären und tiefgreifende Reformen durchsetzen. Im Zentrum der Kritik steht der Wiener Kammerpräsident Walter Ruck.
Die Affäre belastet die Kammer in einer turbulenten Phase. Schultz hatte das Amt erst im November 2025 von Harald Mahrer übernommen, dessen Rücktritt von Debatten über hohe Bezüge begleitet wurde. Ihr Versprechen: Sparsamkeit und strenge Compliance-Regeln. Jetzt muss sie ihre Autorität durchsetzen.
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Machtkampf mit Wiens Kammerfürst
Die Spannungen entzünden sich an Walter Ruck. Medien und interne Gruppen kritisieren die Besetzung wichtiger Posten mit seinen Familienangehörigen. Das widerspricht direkt dem Transparenz-Kurs von Schultz.
Beobachter deuten ihre öffentliche Distanzierung als notwendiges Signal. Bei Veranstaltungen mit Ruck blieb sie demonstrativ fern. Die Auseinandersetzung zwischen Bundes-WKÖ und der mächtigen Wiener Landesorganisation wird zur ersten Bewährungsprobe für Schultz.
Opposition drängt auf spürbare Veränderungen
Parallel wächst der Druck von innen. Die Grüne Wirtschaft, der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband und die Freiheitliche Wirtschaft fordern rasche Reformen. Ihre Forderungen: mehr Finanztransparenz, Auflösung hoher Rücklagen und eine Verschlankung der Strukturen.
Die Kammerspitze verweist auf einen laufenden Reformprozess. Dessen Ergebnisse sollen im Juni präsentiert werden. Generalsekretär Jochen Danninger bat um Geduld. Schultz kündigte erste Sparmaßnahmen an: Das Defizit soll auf null reduziert und Neuanstellungen gestoppt werden.
Streit um Milliarden-Rücklagen und Pflichtbeiträge
Ein zentraler Streitpunkt sind die Pflichtbeiträge der Mitgliedsunternehmen. Kritiker fordern maximale Transparenz. Besonders im Fokus: die „Kammerumlage 2“, die jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag einbringt.
Die Debatte wird durch Berichte über Rücklagen von rund zwei Milliarden Euro befeuert. Manche fordern, das Geld an die Zwangsmitglieder zurückzugeben. Präsidentin Schultz verteidigt die gesetzliche Mitgliedschaft hingegen vehement. Eine Änderung dieses Prinzips kommt für sie nicht infrage.
Entscheidende Monate für den Neuanfang
Die WKÖ steht an einem kritischen Punkt. Die Organisation als Säule der Sozialpartnerschaft kämpft um Legitimität. Schultz muss beweisen, dass ihr Reformversprechen mehr als ein Lippenbekenntnis ist.
Die Präsentation der Ergebnisse im Juni wird zeigen, wie tief die Einschnitte wirklich gehen. Kann Schultz die Widerstände in Wien überwinden? Gelingt es nicht, droht der ausgerufene Neuanfang zu scheitern – bevor er richtig begonnen hat.
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