WKÖ plant Beratervertrag für 675.000 Euro
18.02.2026 - 18:13:12 | boerse-global.deEine neue Kontroverse um hohe Beraterkosten erschüttert die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Im Zentrum der Kritik steht ein geplanter Vertrag mit der Prüfungsgesellschaft KPMG in Höhe von 675.000 Euro netto. Die Enthüllung heizt die Debatte über die Finanzen der Kammer und die umstrittene Pflichtmitgliedschaft weiter an.
FPÖ sieht „Verschwendung von Mitgliedsbeiträgen“
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) geht in die Offensive. Sie kritisiert die geplanten Ausgaben als unverhältnismäßig und als Zeichen verfehlter Prioritäten. Das Geld sei eine „Verschwendung von Mitgliedsbeiträgen“ und sollte besser direkt den Unternehmen zugutekommen, argumentieren die Freiheitlichen. Für sie ist der Fall ein Beleg, dass sich am Umgang mit den Kammerfinanzen trotz neuer Führung wenig geändert habe.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz nutzt den Vorfall für grundsätzliche Kritik. Er spricht von einem „gierigen schwarzen System“ der ÖVP innerhalb der Kammer und erneuert die Forderung nach einer sofortigen Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft.
Neuanfang unter Druck: Das Erbe der Ära Mahrer
Die Kontroverse trifft die Kammer in einer heiklen Phase. Erst im November 2025 war der langjährige Präsident Harald Mahrer nach massiver Kritik an Gehaltserhöhungen und seiner eigenen Bezüge zurückgetreten. Seine Nachfolgerin, Präsidentin Martha Schultz, hatte einen Reformkurs versprochen – „keine Revolution, aber eine Reform“.
Die jetzigen Vorwürfe stellen diesen angekündigten Neuanfang auf eine erste ernste Probe. Sie nähren Zweifel, ob sich die Gepflogenheiten in der milliardenschweren Organisation tatsächlich ändern.
Warum ist der Druck so hoch?
Die anhaltende Kritik hat systemische Gründe:
* Garantierte Einnahmen: Durch die gesetzliche Pflichtmitgliedschaft verfügt die WKÖ über sichere Beitragseinnahmen in Milliardenhöhe.
* Hohe Erwartungen: Diese finanzielle Absicherung führt zu einer erhöhten Erwartung an Transparenz und sparsamen Umgang mit Mitteln.
* Politisches Spielfeld: Jede als extravagant wahrgenommene Ausgabe bietet Oppositionsparteien wie der FPÖ willkommenen Angriffsboden für ihre Systemkritik.
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Was kommt als nächstes?
Der Druck auf die Kammerführung wird vorerst nicht nachlassen. Die FPÖ hat angekündigt, das Thema im bevorstehenden Wahlkampf weiter zu platzieren. Gleichzeitig arbeitet eine interne Reformgruppe der WKÖ an Vorschlägen zur Modernisierung.
Ein erster Zwischenbericht dieser Gruppe wird für das erste Halbjahr 2026 erwartet. Er wird zeigen, ob die Kammerführung in der Lage ist, einen glaubwürdigen Weg aus der Vertrauenskrise zu weisen – oder ob die Vorwürfe der Intransparenz weiter an Fahrt gewinnen.
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