WKÖ fordert sofortige Umsetzung von EU-Bürokratie-Erleichterungen
07.01.2026 - 09:15:12Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) drängt auf eine schnelle nationale Umsetzung des EU-“Omnibus-Pakets”. Die im Dezember beschlossenen Erleichterungen bei Lieferketten- und Nachhaltigkeitsberichten sollen heimische Betriebe in der Rezession entlasten. Jeder Tag Verzögerung sei ein Tag zu viel, so die Kammer.
EU-Beschluss: Weniger Bürokratie für kleinere Firmen
Mitte Dezember verabschiedete das Europäische Parlament das sogenannte Omnibus-Paket. Es bringt konkrete Erleichterungen:
* Die strengen Pflichten der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) gelten künftig erst für Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern – statt bisher 250.
* Auch die Lieferketten-Richtlinie (CSDDD) wird entschärft.
* Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen besser vor der Weitergabe von Berichtspflichten durch Großkonzerne geschützt werden.
Für WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger ist das ein „überfälliger Schritt“. Die Kammer warnt nun vor nationalen Verschärfungen und fordert eine 1:1-Umsetzung. Das Prinzip laute: Bürokratie abbauen, wo echte Risiken fehlen.
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Nationaler 113-Punkte-Plan: Erste Maßnahmen greifen
Parallel zur EU-Ebene läuft die Umsetzung eines nationalen Entlastungspakets. Die Regierung beschloss im Dezember einen Plan mit 113 Maßnahmen. Erste Teile sind bereits in Kraft.
Seit 1. Januar gilt beispielsweise eine erweiterte „Kalte-Hände-Regelung“. Sie befreit bestimmte Betriebe wie Schirmbars von der Registrierkassenpflicht. Die Umsatzgrenze dafür stieg von 30.000 auf 45.000 Euro.
Für Interimspräsidentin Martha Schultz ist das nur ein Anfang. Jetzt müssten zügig weitere Punkte folgen, etwa schnellere Genehmigungen für Betriebsanlagen oder mehr Freiheit für Standard-Photovoltaikanlagen.
Kritik am „Umwelt-Omnibus“: Zu wenig Entlastung
Trotz der Fortschritte übt die Wirtschaftskammer scharfe Kritik an einem zweiten EU-Vorhaben. Der sogenannte „Umwelt-Omnibus“ der Kommission bleibe weit hinter den Erwartungen zurück.
„Zentrale Bremsklötze wie die Verpackungsverordnung wurden gar nicht angefasst“, kritisiert Jürgen Streitner, Umwelt-Experte der WKÖ. Zwar gibt es kleine Erleichterungen, etwa bei Meldepflichten für Chemikalien. Die großen Bürokratie-Hürden in der Umweltpolitik blieben aber bestehen. Die Kammer warnt vor weiteren Investitionshemmnissen und Millionenkosten für die Betriebe.
Warum die Eile geboten ist
Die Dringlichkeit der Forderungen speist sich aus der wirtschaftlichen Lage. Österreich steckt in einer Rezession, die Investitionslaute hält an. Analysten schätzen, dass Bürokratiekosten die Wirtschaft hierzulande jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro kosten.
Eine spürbare Entlastung wäre ein Konjunkturprogramm zum Nulltarif. Für die neue Kammerspitze um Martha Schultz ist die zügige Umsetzung des Pakets auch ein erster Test ihrer Durchsetzungskraft.
Die kommenden Wochen im Parlament werden zeigen, wie ernst es der Politik mit dem Bürokratieabbau wirklich ist. Können mittelständische Betriebe noch in diesem Jahr Entlastung spüren? Oder verpufft der Impuls im Kompetenzgerangel der Ministerien?
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