WKO-Präsident, Ruck

WKO-Präsident Ruck mit schweren Postenschacher-Vorwürfen konfrontiert

23.01.2026 - 05:28:12

Die österreichische Wirtschaftskammer wird von einer schweren Vetternwirtschafts-Affäre erschüttert. Neue Präsidentin Martha Schultz leitet Untersuchung ein und kündigt umfassende Compliance-Reformen an.

Die österreichische Wirtschaftskammer wird von einer schweren Vetternwirtschafts-Affäre erschüttert. Sie richtet sich gegen Walter Ruck, den Präsidenten der Wiener Landesorganisation. Ihm wird vorgeworfen, Familienmitglieder in lukrative Positionen gehievt zu haben.

Die neue Bundes-WKO-Präsidentin Martha Schultz reagierte umgehend: Sie leitete eine interne Untersuchung ein und kündigte strukturelle Reformen an. Ziel ist mehr Transparenz bei künftigen Postenbesetzungen. Die Vorwürfe sorgen für massive Unruhe in der Interessenvertretung und ziehen scharfe politische Kritik nach sich.

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Die Vorwürfe: Ein Familien-Clan in Schlüsselpositionen

Konkret soll Ruck seinen Einfluss bei kammernahen Sozialversicherungsträgern genutzt haben. Die Vorwürfe im Detail:

  • Ein Sohn Rucks hat den Vorsitz im Landesstellenausschuss der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) inne.
  • Ein weiterer Sohn ist im Landesstellenausschuss der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und fungiert zudem als Innungsmeister.
  • Rucks Lebensgefährtin soll seit Sommer 2025 eine Position im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) besetzen.

Diese Häufung von Familienmitgliedern in einflussreichen Ämtern nährte den Verdacht des Postenschachers. Die Berichte lösten eine heftige Debatte über die Besetzungspraktiken in der mächtigen Kammer aus.

Neue Kammerspitze startet Compliance-Offensive

Unter dem Druck der Enthüllungen geht die neue Bundesführung in die Offensive. Generalsekretär Jochen Danninger bestätigte die eingeleitete Prüfung aller Ernennungs- und Besetzungsabläufe. Das Signal ist klar: Die neue Spitze unter Präsidentin Schultz will die Vorgänge lückenlos aufklären.

Darüber hinaus kündigte Danninger einen umfassenden Reformprozess an. Kernstück soll ein neues Compliance-System werden, das künftig für transparente und nachvollziehbare Postenvergaben sorgen soll. Ein Versuch, das ramponierte Vertrauen der Mitgliedsbetriebe zurückzugewinnen.

Rucks Verteidigung und der politische Gegenwind

Walter Ruck selbst äußerte sich bislang nur teilweise zu den konkreten Familien-Vorwürfen. In einem Interview verteidigte er jedoch eine andere umstrittene Personalie: die Besetzung des Ex-ÖVP-Politikers Manfred Juraczka in der Wirtschaftsagentur Wien. Diese sei auf seinen Wunsch zurückgegangen, so Ruck, der sich auf ein informelles Nominierungsrecht berief. Alle Vorgänge seien rechtskonform abgelaufen.

Die politische Opposition sieht das anders. Die Freiheitliche Wirtschaft (FW) und die FPÖ fordern Konsequenzen und werfen Ruck „Tricksereien“ vor. Auch Wirtschaftsinitiativen wie #zusammenstaerker kritisieren das Schweigen der WKO-Spitze scharf. Sie beklagen eine generelle Vertrauenskrise und fordern eine grundlegende Erneuerung der Kammerstrukturen.

Eine Kammer in der Dauerkrise

Die Affäre trifft die Wirtschaftskammer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Erst vor wenigen Monaten zwang eine Debatte um hohe Managergehälter den damaligen Bundespräsidenten Harald Mahrer zum Rücktritt. Jetzt droht der nächste Imageschaden.

Die Causa Ruck wirft ein Schlaglicht auf die Machtstrukturen im „schwarzen“ Netzwerk des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Für die neue Präsidentin Martha Schultz wird die Aufklärung zur Nagelprobe. Kann sie das Vertrauen der rund 150.000 Wiener Mitgliedsbetriebe zurückgewinnen?

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Alles hängt nun am Ergebnis der internen Untersuchung. Unabhängig vom Ausgang hat die Affäre bereits eine Debatte über Transparenz und moderne Führungsstrukturen entfacht. Der Druck auf den langjährigen Wiener Kammerchef Ruck ist enorm. Seine Causa könnte zum Katalysator für längst überfällige Reformen werden.

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