WKNÖ, Standort-Offensive

WKNÖ startet Standort-Offensive gegen Bürokratie-Kosten

05.02.2026 - 13:14:11

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich prangert jährliche Bürokratiekosten von drei Milliarden Euro an. Viele Unternehmen zögern Investitionen, was das Wachstum hemmt.

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) verschärft den Ton und fordert unter dem Motto „Aufbruch 2026“ sofortige Entlastungen für Unternehmen. Präsident Wolfgang Ecker kritisiert überbordende Verwaltungskosten in Milliardenhöhe und mahnt verlässliche Rahmenbedingungen an.

Die Geduld der Wirtschaft ist erschöpft. Neue Daten belegen das Ausmaß der Belastung: Eine Studie der KMU Forschung Austria beziffert die jährlichen Kosten für Bürokratie in Niederösterreich auf rund 3 Milliarden Euro.

Bürokratie frisst 5.900 Euro pro Arbeitsplatz

Die Belastung pro Beschäftigten ist alarmierend gestiegen. Von 4.900 Euro im Jahr 2021 kletterten die Kosten auf zuletzt 5.900 Euro. Inflationsbereinigt bedeutet das einen realen Zuwachs von fünf Prozent.

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Wo bleibt die Zeit fürs Kerngeschäft? Mehr als die Hälfte des bürokratischen Aufwands entfällt auf nur vier Bereiche:
* Buchhaltung und Jahresabschlüsse
* Steuern und Abgaben
* Lohnverrechnung
* Sozialversicherungsmeldungen

„Unternehmen dürfen nicht der verlängerte Arm der Verwaltung sein“, stellt WKNÖ-Präsident Ecker klar. Seine Forderung: Weniger Formulare, mehr unternehmerischer Freiraum.

Investitionen bleiben aus – aus Angst vor Papierkrieg

Die Folgen sind konkret spürbar. 36 Prozent der Unternehmen halten sich laut Studie bei Investitionen zurück – explizit wegen des bürokratischen Aufwands. Fast die Hälfte klagt über komplizierte Kundenbeziehungen und hohe Kosten für Rechtsberatung.

Diese Investitionszurückhaltung trifft den Standort in einer sensiblen Phase. Zwar deuten Prognosen für 2026 auf eine leichte Erholung hin. Doch Experten warnen: Ohne Abbau der Hürden bleibt wertvolles Wachstumspotenzial ungenutzt.

„Aufbruch 2026“ soll Betriebsübergaben retten

Ein weiterer Fokus der Kampagne ist Planungssicherheit. Das Thema ist brisant: Bis 2029 stehen in Niederösterreich rund 8.400 KMU vor der Übergabe. Davon hängen etwa 107.000 Arbeitsplätze direkt ab.

Potenzielle Nachfolger brauchen verlässliche Bedingungen. Unsicherheiten bei Energiekosten oder Genehmigungen wirken als Abschreckung. Die Kammer pocht darauf, dass Übergaben nicht an bürokratischen Hürden scheitern dürfen.

Ein positives Signal kommt von den Gründern: Mit 7.321 Neugründungen erreichte Niederösterreich 2025 einen Rekord. Diese neue Generation brauche, so die WKNÖ, von Anfang an „Luft zum Atmen“ – und keinen Dschungel aus Vorschriften.

Fragile Erholung braucht politische Antworten

Die Offensive der Kammer fällt in eine Wendephase. Nach Pandemie und Energiekrise deuten Prognosen auf Stabilisierung. Doch die Lage bleibt fragil.

Beobachter werten den Vorstoß als präventiven Schlag. Soll die zarte konjunkturelle Erholung nicht ersticken, muss die Politik jetzt handeln. Der Ball liegt bei den Entscheidungsträgern – die Weichen für 2026 sind gestellt.

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