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Windows 11: Neue Wege für ein sauberes Betriebssystem

16.01.2026 - 20:55:12

Microsoft bietet Admins begrenzte Kontrolle über Copilot, während die Community mächtige Skripte zur Systembereinigung bereitstellt. Der Kampf um ein schlankes Windows geht weiter.

Windows-Nutzer wehren sich gegen unerwünschte KI und vorinstallierte Apps – mit neuen offiziellen und inoffiziellen Methoden. Der Kampf um ein schlankes, schnelles und privates Betriebssystem geht in eine neue Runde. Sowohl Microsoft als auch die Tech-Community bieten frische Werkzeuge, um Windows 11 von Ballast zu befreien.

Microsoft gibt Admins begrenztes Werkzeug an die Hand

In einem bemerkenswerten Schritt hat Microsoft in einem kürzlichen Insider-Preview-Build eine neue Gruppenrichtlinie eingeführt. Sie erlaubt Administratoren in Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die Consumer-Version von Microsoft Copilot zu deinstallieren. Die Richtlinie RemoveMicrosoftCopilotApp bietet erstmals einen offiziellen – wenn auch engen – Pfad zur Entfernung des KI-Assistenten.

Doch der Teufel steckt im Detail. Die Nutzung ist an strikte Bedingungen geknüpft: Das Gerät muss auch den kostenpflichtigen Microsoft 365 Copilot im Einsatz haben. Zudem darf die App nicht vom Nutzer installiert oder in den letzten 28 Tagen gestartet worden sein. “Das ist ein gezieltes Werkzeug für ungenutzte Instanzen in der Verwaltung, aber keine Universallösung”, kommentiert ein IT-Experte. Nutzer könnten die App zudem einfach neu installieren.

Community kontert mit mächtigen Skripten

Für Privatanwender, die umfassende Kontrolle suchen, bleibt die Open-Source-Community die erste Anlaufstelle. Erneut im Fokus stehen ausgefeilte PowerShell-Skripte, die die Entfernung Dutzender Windows-Komponenten automatisieren.

Ein aktuell aktualisiertes Skript namens RemoveWindowsAI zielt speziell auf die wachsende KI-Integration ab. Es deaktiviert Registrierungsschlüssel, entfernt Anwendungspakete und installiert sogar eigene Update-Pakete, um eine Neuinstallation bei Systemupdates zu verhindern. “Diese Skripte bieten eine Detailtiefe, die die Standardeinstellungen von Windows 11 bei weitem übertrifft”, erklärt ein Entwickler. Beliebte Tools wie Win11Debloat ermöglichen es, Dutzende vorinstallierter Apps, Telemetrie-Dienste und Kern-KI-Funktionen in einem Durchgang zu deaktivieren.

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Manueller Eingriff: So entfernt man Copilot dauerhaft

Für Puristen, die jeden Schritt kontrollieren wollen, kursieren detaillierte Anleitungen für den manuellen Weg. Nach der Standard-Deinstallation über die Einstellungen sind weitere Schritte nötig, um ein Wiederkommen von Copilot zu verhindern.

Experten empfehlen PowerShell mit Administratorrechten. Mit den Befehlen Get-AppxPackage und Remove-AppxPackage wird die Copilot-Anwendung für alle Benutzer entfernt. Der Befehl Remove-AppxProvisionedPackage verhindert die Installation für neue Nutzerkonten. Der finale, entscheidende Schritt führt in die Windows-Registrierung: Ein neuer Schlüssel namens “WindowsCopilot” mit einem DWORD-Wert “TurnOffWindowsCopilot” auf “1” signalisiert dem System, das Feature dauerhaft auszuschalten – auch bei künftigen Updates.

Warum der Kampf um ein sauberes Windows weitergeht

Die anhaltende Popularität dieser “Debloating”-Methoden zeigt einen grundlegenden Konflikt auf: Microsofts Vision eines integrierten Service-Ökosystems prallt auf den Wunsch vieler Nutzer nach einem schnellen, privaten und schlanken Betriebssystem. Das Unternehmen bettet Features wie OneDrive, Microsoft Teams und diverse Vorschlags-Apps tief ins System ein – was viele als Ressourcenfresser und Unordnung empfinden.

Es entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel: Microsoft führt neue Features ein oder installiert alte mit großen “Feature Updates” neu, die Community entwickelt prompt Gegenmittel. Die Motivation der Nutzer ist klar: Bessere Performance auf Standard-Hardware, mehr Privatsphäre durch weniger Datensammlung und ein fokussierter, ablenkungsfreier Desktop. Die Prozessanzahl im Leerlauf von über 150 auf unter 100 zu drücken, ist für viele ein spürbarer Gewinn.

Ausblick: KI-Trend treibt Optimierung voran

Die Landschaft der Windows-Optimierung wird sich weiter entwickeln. Während Microsoft künftige Updates mit noch tieferer KI-Integration plant, wächst auch das Arsenal der Community an Skripten und Hilfsprogrammen. Die Nachfrage nach Nutzerkontrolle wird nicht abnehmen.

Neben der Bloatware-Entfernung zeichnen sich andere Leistungsverbesserungen ab. Ein kürzlich entdeckter nativer NVMe-Treiber in neuen Windows-11-Builds verspricht deutlich höhere SSD-Geschwindigkeiten bei geringerer CPU-Auslastung. Die Systemoptimierung bleibt also ein weites Feld – verbesserte Performance kommt sowohl von nutzergesteuerten Aufräumaktionen als auch von kernelnaher Ingenieursarbeit bei Microsoft. Die Debatte über Anpassbarkeit, Leistung und Kontrolle wird Windows 11 auch in Zukunft begleiten.

@ boerse-global.de