Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: Italcer im Visier

27.02.2026 - 04:42:47 | boerse-global.de

Der Baustoffkonzern Wienerberger erwirbt den italienischen Keramikspezialisten Italcer, um sein Renovierungsgeschäft auszubauen und die EBITDA-Marge zu steigern.

Die Wienerberger AG hat heute eine Vereinbarung zur Übernahme der italienischen Italcer-Gruppe unterzeichnet. Der österreichische Baustoffkonzern will damit seine Position im lukrativen Renovierungsgeschäft ausbauen und seine Produktpalette im Bereich hochwertiger Keramiklösungen erweitern.

Die Transaktion erfolgt in zwei Schritten: Zunächst erwirbt Wienerberger 50 Prozent plus eine Aktie von den bisherigen Eigentümern Mindful Capital Partners und Miura Partners. Eine Kaufoption für die restlichen Anteile kann im ersten Halbjahr 2027 ausgeübt werden. Der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbehörden in Deutschland und Österreich.

Starker Beitrag zum Konzern-EBITDA

Italcer ist ein Multi-Brand-Spezialist im Premium- und Luxussegment für keramische Böden, Wände und Fassaden. Das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Italien und Spanien beschäftigt knapp 1.200 Mitarbeiter und erzielte 2025 rund 350 Millionen Euro Umsatz. Die EBITDA-Marge liegt bei über 20 Prozent.

Für 2026 rechnet Wienerberger mit einem EBITDA-Beitrag von 82 Millionen Euro bei ganzjähriger Konsolidierung. Aufgrund der voraussichtlichen Genehmigung erst im zweiten Quartal fließen allerdings nur 50 Millionen Euro in die Konzernrechnung ein. Mittelfristig soll Italcer mehr als 100 Millionen Euro zum Konzern-EBITDA beisteuern. Der Kaufpreis auf Basis des Unternehmenswertes beträgt 560 Millionen Euro, was einem EBITDA-Multiple von knapp über 6 entspricht.

Finanzierung aus eigenen Mitteln

Die Übernahme wird vollständig aus vorhandenen Barmitteln und Bankkrediten finanziert. Die Nettoverschuldung steigt dadurch um rund 400 Millionen Euro auf etwa zwei Milliarden Euro, was einer Verschuldungsquote von 2,5 entspricht. Allerdings plant der Konzern, durch Maßnahmen wie Reduzierung des Working Capitals, CapEx-Anpassungen und Immobilienverkäufe bis Jahresende 2026 wieder auf eine Quote von etwa 2,0 zu kommen.

CFO Dagmar Steinert betonte, dass bei der zweiten Transaktion 2027 deutlich weniger als 400 Millionen Euro anfallen werden, da bereits jetzt die volle Konsolidierung erfolgt und damit auch die Schulden von Italcer übernommen werden.

Geschäftsjahr 2025 überzeugt

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 legte Wienerberger solide Zahlen vor. Trotz deutlich rückläufiger Neubaumärkte in Europa und Nordamerika erreichte der Konzern einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und ein operatives EBITDA von 754 Millionen Euro bei einer Marge von 16,5 Prozent. Der Gewinn nach Steuern verdoppelte sich auf 168 Millionen Euro, was einem Gewinn je Aktie von 1,52 Euro entspricht.

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Der Free Cashflow kletterte auf 474 Millionen Euro – der zweithöchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Die Nettoverschuldung sank auf 1,6 Milliarden Euro, die Verschuldungsquote verbesserte sich von 2,3 auf 2,2.

Ausblick gedämpft durch Energiekosten

Für 2026 rechnet CEO Heimo Scheuch mit weiterhin schwierigen Marktbedingungen. Eine strukturelle Erholung im Wohnungsneubau sei nicht in Sicht. Hinzu kommt ein extrem harter Winter in Europa und Nordamerika, der das erste Quartal belastet. Das operative EBITDA soll dennoch leicht auf 760 Millionen Euro steigen.

Allerdings drückt ein Einmaleffekt von 30 Millionen Euro bei den Energiekosten auf die Marge. Wienerberger zahlt aufgrund seiner Vorwärtsstrategie beim Energieeinkauf 2026 deutlich höhere Preise als der aktuelle Markt. Die durchschnittlichen Kosten für Erdgas steigen von 24 Euro pro Megawattstunde in 2025 auf 32 bis 33 Euro – nahezu Marktniveau. Scheuch stellte klar, dass es keine Möglichkeit gibt, diese 30 Millionen Euro zu kompensieren.

Mit der Italcer-Übernahme steigt die EBITDA-Guidance für 2026 auf 810 Millionen Euro.

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