Wienerberger Aktie: 2,8 Millionen Ziegel aus U-Bahn-Schutt
22.05.2026 - 22:47:13 | boerse-global.deWienerberger geht in Wien neue Wege bei der Materialbeschaffung. Der Baustoffkonzern nutzt künftig Aushubmaterial vom Bau der U-Bahn-Linie U2. Daraus entstehen Millionen neue Ziegel. Die Börse honoriert das Pilotprojekt bislang kaum.
Vom Tunnelbau in den Brennofen
Das Pilotprojekt mit den Wiener Linien umfasst 35.000 Kubikmeter Erdmaterial. Der Grund für die Kooperation liegt im Tongehalt der Erde. Dieser ist der wichtigste Rohstoff für die Ziegelproduktion. Wienerberger plant daraus rund 2,8 Millionen Ziegel. Das reicht rechnerisch für etwa 1.000 Einfamilienhäuser.
Der operative Ablauf ist straff organisiert. Lastwagen bringen das Material in das neun Kilometer entfernte Werk Hennersdorf. Dort und am Standort Göllersdorf erfolgt die Verarbeitung. Das Unternehmen schont so die eigenen Tongruben. Parallel dazu sinken die Deponiekosten. Die sogenannten U-Bahn-Ziegel kommen regulär in den Baustoffhandel.
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Harter Alltag im Baustoffmarkt
An der Börse verpufft die grüne Fantasie bislang. Die Aktie notiert aktuell bei 22,92 Euro. Damit bewegt sich das Papier gefährlich nah am 52-Wochen-Tief von 22,32 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von gut 24 Prozent auf der Anzeigetafel.
Investoren blicken primär auf das schwierige Branchenumfeld. Im ersten Quartal sank der Umsatz auf knapp eine Milliarde Euro. Das operative EBITDA fiel von 130 Millionen auf 97 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit keiner schnellen Erholung im Wohnungsneubau. Preiserhöhungen und striktes Kostenmanagement sollen gegensteuern.
Fokus auf die Jahresziele
Wienerberger prüft bereits weitere Einsatzorte für die Kreislaufwirtschaft. Der Ausbau der U5 nach Hernals oder Bauprojekte im Donauraum bieten ähnliches Potenzial. Das Ziel: mehr Ressourceneffizienz bei geringeren Materialkosten.
Ob das U-Bahn-Projekt die Marge spürbar treibt, verrät das Management nicht. Der zentrale Anker für Aktionäre bleibt daher die Jahresprognose. Wienerberger peilt ein operatives EBITDA von rund 810 Millionen Euro an. Diese Marke muss der Konzern im schwachen Marktumfeld verteidigen.
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