Wiener, Wohnungsmarkt

Wiener Wohnungsmarkt: Neubau bricht auf historischem Tief ein

10.01.2026 - 22:35:12

Der Neubau von Wohnungen in Wien erreicht einen historischen Tiefstand. Die Angebotslücke treibt Mieten und Preise, während Experten erst gegen Ende des Jahrzehnts mit einer Entspannung rechnen.

Der Neubau von Wohnungen in Wien bricht dramatisch ein. Aktuelle Marktanalysen zeigen eine Rekordlücke zwischen Bedarf und tatsächlichen Fertigstellungen. Für Mieter und Käufer wird die Lage immer angespannter.

Die Schere geht immer weiter auf

Dem prognostizierten Jahresbedarf von rund 11.000 Wohneinheiten stehen in diesem Jahr voraussichtlich nur 5.000 bis 6.000 neue Wohnungen im freien Markt gegenüber. Das ist kaum die Hälfte. Die Folge: Ein harter Verkäufermarkt, in dem knapper Wohnraum die Preise weiter nach oben treibt.

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Warum die Kräne stillstehen

Die Gründe für den Einbruch sind vielfältig und verheerend:
* Explodierte Baukosten aus den Jahren 2023 und 2024.
* Hohe Zinsen, die die Kalkulationen vieler Projekte unmöglich machten.
* Insolvenzwellen unter Projektentwicklern ließen baureife Grundstücke brachliegen.

Besonders in den einstigen Boom-Bezirken Floridsdorf und Donaustadt stocken die Bauarbeiten. Experten sprechen von einer “verlorenen Generation” an Wohnbauprojekten.

Mieten schießen durch die Decke

Die direkte Konsequenz spüren jetzt die Wohnungssuchenden. Immer mehr Menschen drängen auf den Mietmarkt, während das Angebot schrumpft. Die durchschnittlichen Angebotsmieten in guten Lagen und im Neubau durchbrechen vielerorts die 20-Euro-Grenze pro Quadratmeter.

Besonders kleinere Wohnungen bis 50 Quadratmeter sind hart umkämpft. Makler berichten von hunderten Anfragen auf ein einziges Inserat innerhalb weniger Stunden. Gleichzeitig halten viele Mieter aus Angst vor höheren Kosten an ihren alten Verträgen fest – was den Markt für Neusuchende weiter verengt.

Kommt die Trendwende?

Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Der Fokus der verbliebenen Bauträger hat sich verschoben: Statt bezahlbarem Mietwohnungsbau wird primär für den hochpreisigen Eigentumssektor geplant. Doch selbst hier wird die Käuferschicht dünner.

Können die gemeinnützigen Bauvereinigungen die Lücke füllen? Branchenkenner sind skeptisch. Die Vorlaufzeiten sind lang, und der Ausfall des privaten Sektors ist zu groß, um kurzfristig kompensiert zu werden.

Das “Tal der Tränen” liegt noch vor Wien

Die Prognosen geben keine Entwarnung. Der Tiefpunkt bei den Fertigstellungen könnte erst 2027 erreicht werden. Eine spürbare Entspannung ist frühestens gegen Ende des Jahrzehnts möglich – und nur, wenn sich die Rahmenbedingungen für Investoren drastisch verbessern.

Bis dahin bestimmt der Verkäufermarkt die Realität. Die Botschaft zum Jahresbeginn ist klar: Der Wiener Wohnungsmarkt steht vor seiner größten Bewährungsprobe der jüngeren Geschichte.

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