Wien senkt Haushaltsdefizit um eine Milliarde Euro
25.01.2026 - 17:31:12Die Stadt Wien hat ihr prognostiziertes Budgetdefizit für 2025 deutlich gesenkt. Laut vorläufigen Zahlen verbesserte sich die Lage um eine Milliarde Euro auf 2,8 Milliarden. Die positive Entwicklung entlastet Schuldenstand und Zinszahlungen spürbar.
Finanzielle Kehrtwende übertrifft alle Erwartungen
Ursprünglich ging die Stadt für 2025 von einem Minus von 3,8 Milliarden Euro aus. Noch im November 2025 lag die Schätzung bei 3,25 Milliarden. Die aktuelle Prognose von 2,8 Milliarden bedeutet also eine klare Trendwende.
- Defizit 2025: 2,8 Mrd. Euro (geplant: 3,8 Mrd.)
- Gesamtverschuldung: Voraussichtlich 14,4 Mrd. Euro
- Ersparnis: 500 Mio. Euro weniger Schulden als erwartet
Diese Korrektur wirkt sich direkt auf den Schuldenberg aus: Statt der erwarteten 14,9 Milliarden wird die Gesamtverschuldung voraussichtlich bei 14,4 Milliarden Euro liegen.
Wachstum und Disziplin als Erfolgsgeheimnis
Die Stadtregierung führt den Erfolg auf zwei Faktoren zurück: strikte Budgetdisziplin und eine robuste Wirtschaft. Wien verzeichnet seit 2023 als einziges Bundesland durchgehendes Wachstum.
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Ein Schlüsselindikator ist der Arbeitsmarkt. Rund 70 Prozent aller neuen Jobs in Österreich entstanden zuletzt in der Hauptstadt. Bürgermeister Michael Ludwig betont: “Konsolidierung kann nur erfolgreich sein, wenn gleichzeitig Beschäftigung und Wirtschaftswachstum angekurbelt werden.” Privatisierungen zur Haushaltssanierung lehnt er weiter ab.
Finanzstadträtin Barbara Novak sieht den Balanceakt zwischen finanzieller Stabilität und hohen sozialen Standards als gelungen.
Weniger Zinsen, mehr Spielraum für die Stadt
Die halbe Milliarde Euro weniger Schulden verschafft Wien Luft bei den laufenden Kosten. Die jährliche Zinslast könnte durch die geringere Neuverschuldung um bis zu 50 Millionen Euro sinken.
“Jeder Euro, der nicht für Zinsen draufgeht, fließt direkt in Daseinsvorsorge, Bildung, Gesundheit und leistbaren Wohnraum”, erklärt Christian Deutsch, Vorsitzender des Finanzausschusses. Trotz der Schulden von 14,4 Milliarden stehe die Stadt auf solidem Fundament. Dem gegenüber steht ein Gesamtvermögen von über 38 Milliarden Euro. In der Pro-Kopf-Verschuldung liegt Wien im österreichischen Mittelfeld.
Politische Debatte: Erfolg oder Schönrechnerei?
Die verbesserten Zahlen fallen in eine für viele Gemeinden finanziell schwierige Zeit. Die Stadtregierung wertet sie als Bestätigung ihres Kurses, der auf Investitionen in Zukunftsbranchen statt auf Sozialkürzungen setzt.
Die Opposition bleibt skeptisch. Für Wiens ÖVP-Obmann Markus Figl täuscht die positive Korrektur nicht darüber hinweg, dass die Stadt “weiterhin auf einen Rekordschuldenstand zusteuere”. Seiner Ansicht nach werden trotz aufgelöster Rücklagen neue Schulden gemacht – kein nachhaltiger Plan für die Zukunft. Diese gegensätzlichen Positionen werden die Haushaltsdebatte für 2026 prägen.
Was bedeutet das für das aktuelle Jahr?
Die finanzielle Entlastung aus 2025 gibt der Stadtregierung neuen Spielraum für das Budget 2026. Novak bekräftigt das Ziel, eine starke Daseinsvorsorge und hohe Lebensqualität zu sichern.
Die freiwerdenden Mittel sollen für strategische Investitionen in den Wirtschaftsstandort und den Erhalt des sozialen Netzes genutzt werden. Die endgültigen Zahlen für 2025 stehen zwar noch aus. Der positive Trend wird die finanzpolitische Diskussion in Wien in den kommenden Monaten jedoch maßgeblich beeinflussen.
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