WhatsApp verstärkt Sicherheit trotz EU-Kontrolle und US-Klage
29.01.2026 - 03:44:12WhatsApp führt einen neuen Sicherheitsmodus für gefährdete Nutzer ein – während die EU die Plattform unter strengere Aufsicht stellt und in den USA eine Sammelklage die Verschlüsselungspraxis angreift.
Strengere Privatsphäre-Einstellungen für Risikogruppen
Unter dem Namen „Strict Account Settings“ bietet der Meta-Konzern ab dieser Woche einen besonders geschützten Modus an. Dieser richtet sich gezielt an Personen mit erhöhtem Risiko für digitale Angriffe, wie Journalisten oder öffentliche Figuren. Der Modus aktiviert automatisch die restriktivsten Privatsphäre-Optionen des Messengers: Anhänge von unbekannten Absendern werden blockiert und Anrufe fremder Nummern stummgeschaltet.
Nutzer können die Funktion in den Privatsphäre-Einstellungen der App aktivieren. Das Ziel ist klar: Die Angriffsfläche für digitale Überwachung und Account-Übernahmen zu minimieren. Damit folgt WhatsApp einem Branchentrend, den auch Apple und Google mit ähnlichen Hochsicherheitsmodi vorgeben. Parallel rüstet der Dienst seine Medien-Sharing-Funktionen mit der Programmiersprache Rust nach, um Fotos und Videos besser gegen Spyware zu schützen.
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EU stuft WhatsApp als „Sehr große Plattform“ ein
Die neuen Sicherheitsmaßnahmen kommen zu einer heiklen Zeit. Die Europäische Kommission hat WhatsApp am 26. Januar 2026 offiziell als „Very Large Online Platform“ (VLOP) eingestuft. Auslöser war die Verbreitung der „Channels“-Funktion, die in der EU über 45 Millionen Nutzer erreicht hat.
Diese Einstufung nach dem Digital Services Act (DSA) bringt verschärfte Pflichten mit sich. Bis Mitte Mai 2026 muss Meta nun systematische Risiken bewerten und eindämmen – insbesondere die Verbreitung illegaler Inhalte, Datenschutzbedenken und mögliche Verstöße gegen Grundrechte. Die Aufsicht durch Brüssel wird damit deutlich strenger.
Sammelklage in den USA wirft Meta Täuschung vor
Gleichzeitig steht der Konzern in den USA unter Beschuss. Eine Sammelklage in San Francisco wirft Meta vor, mit dem Versprechen einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu täuschen. Die internationale Klägergruppe behauptet, das Unternehmen könne trotzdem auf private Kommunikation zugreifen.
Ein Meta-Sprecher wies die Vorwürfe als „kategorisch falsch und absurd“ zurück. WhatsApp nutze seit einem Jahrzehnt das Signal-Protokoll, das Nachrichten ausschließlich für Sender und Empfänger lesbar mache. Die Klage zeigt jedoch das wachsende Misstrauen gegenüber den Privatsphäre-Zusagen großer Tech-Konzerne.
Grenzen der Sicherheitsfunktionen
Bereits implementiert ist die Funktion, das Screenshot-Blockieren von Profilbildern. Sie soll verhindern, dass persönliche Bilder unerlaubt weiterverbreitet werden. Die Maßnahme ist auf unterstützten Android- und iOS-Versionen aktiv und kann nicht deaktiviert werden.
Doch wie sicher ist sie wirklich? Umgehungen bleiben möglich – etwa das Abfotografieren des Bildschirms mit einem zweiten Gerät oder das Erfassen der niedrigauflösenden Vorschau aus der Chat-Liste. Es ist das klassische Katz-und-Maus-Spiel zwischen Plattform-Sicherheit und findigen Nutzern.
Die jüngsten Entwicklungen markieren eine Zäsur für WhatsApp. Der Dienst muss Innovationen wie den Hochsicherheitsmodus und grundlegende Privatsphäre-Tools gegen wachsenden rechtlichen, regulatorischen und öffentlichen Druck verteidigen. Die Transparenz und Wirksamkeit dieser Maßnahmen werden entscheidend dafür sein, ob Nutzer dem Messenger auch in Zukunft vertrauen.
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