WhatsApp, ChatGPT

WhatsApp verbannt ChatGPT & Co. von Business-Plattform

15.01.2026 - 05:30:12

Meta schließt mit sofortiger Wirkung KI-Konkurrenz von seiner WhatsApp Business Plattform aus. Dienste wie ChatGPT dürfen nicht mehr über den Messaging-Dienst agieren. Die neue Richtlinie zementiert die Vormachtstellung des hauseigenen Meta AI.

Der Schritt, der bereits im Oktober 2025 angekündigt wurde, zieht eine klare Grenze zwischen spezialisierten Geschäftsanwendungen und Allzweck-KIs. Während KI für konkrete Aufgaben wie Kundensupport oder Terminbuchungen weiter erlaubt ist, sind allgemeine Chat-Assistenten ab sofort tabu. Das trifft vor allem große Namen wie OpenAI’s ChatGPT, Perplexity AI und den WhatsApp-first-Dienst Luzia. Für Millionen Nutzer, die diese Tools täglich nutzten, bedeutet das eine erzwungene Umstellung.

Die aktualisierten Geschäftsbedingungen verbieten ausdrücklich Anbieter von großen Sprachmodellen (LLMs), wenn deren KI den „primären“ Dienst darstellt und nicht nur ein „beiläufiges“ Feature ist. Die Unterscheidung ist entscheidend: Die Reiseagentur mit Buchungsbot bleibt, der allwissende ChatGPT-Chat muss gehen.

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Strategische Kontrolle statt offener Plattform

Als Gründe nennt Meta infrastrukturelle Belastungen und strategische Ausrichtung. Der Boom der KI-Chats habe zu einem unerwarteten Nachrichtenaufkommen geführt, das die Systeme belastete. Doch hinter den Kulissen geht es um mehr: Kontrolle und Monetarisierung.

Die Dritt-Anbieter generierten massive Nutzungszeiten, ohne über das kostenpflichtige Business-API zur Meta-Kasse beizutragen. Die Entscheidung sichert das Ökosystem für monetarisierbare Geschäftskommunikation. Sie passt perfekt zu CEO Mark Zuckerbergs Plan, Business-Messaging zur zentralen Einnahmequelle zu machen.

Rückschlag für KI-Konkurrenz und offene Ökosysteme

Das Verbot ist ein herber Schlag für KI-Firmen, die den Zugang zu über drei Milliarden WhatsApp-Nutzern als zentrale Verteilerschiene nutzten. Es markiert eine Wende hin zu geschlosseneren Plattform-Ökosystemen im KI-Wettlauf. Meta fördert so aggressiv sein eigenes Produkt und schaltet direkte Konkurrenz aus.

Doch der Schritt bleibt nicht unwidersprochen. Wettbewerbshüter in Brasilien, der Europäischen Union und Italien haben bereits Antitrust-Untersuchungen eingeleitet. Sie prüfen, ob die neuen Regeln den Wettbewerb unfair beschränken und Meta AI einen ungerechtfertigten Vorteil verschaffen. Sanktionen sind möglich.

Ausblick: Anpassung und regulatorische Schlachten

Nutzer müssen sich nun an Apps oder Webseiten für ihre KI-Anfragen gewöhnen. Betroffene Unternehmen wie Luzia stehen vor einer strategischen Kehrtwende. Die eigentliche Schlacht wird jedoch vor den Regulierungsbehörden ausgefochten.

Ein Urteil gegen Meta in der EU oder Brasilien könnte die Politik kippen und einen Präzedenzfall für KI-Wettbewerb auf großen Plattformen schaffen. Bis dahin setzt Meta auf seine abgeschottete „walled garden“-Strategie – und festigt die Vorherrschaft seines eigenen digitalen Assistenten.

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