WhatsApp öffnet sich für andere Messenger in der EU
16.01.2026 - 09:10:11WhatsApp ermöglicht ab sofort Chats mit Nutzern anderer Messenger-Dienste. Der Schritt ist eine direkte Folge des neuen EU-Gesetzes Digital Markets Act (DMA), das Tech-Giganten zu mehr Offenheit zwingt. Nutzer in der EU können nun Nachrichten von Kontakten auf kompatiblen Plattformen empfangen, ohne die App zu wechseln. Parallel führt Meta neue Datenschutz-Tools ein.
So funktioniert der Chat über App-Grenzen
Die neue Funktion ist nicht automatisch aktiv. Nutzer müssen sie manuell in den Einstellungen unter “Drittanbieter-Chats” freischalten. Nachrichten von externen Diensten landen dann in einem separaten Posteingang, klar getrennt von den regulären WhatsApp-Konversationen.
Der Start erfolgt schrittweise:
* Phase 1 (aktuell): Nur Einzelchats für Text, Bilder, Sprache, Videos und Dateien.
* Folgephasen: Gruppenchats und bis 2027 auch Sprach- und Videoanrufe.
Die Funktion ist zunächst auf Smartphones beschränkt und erfordert eine in der EU registrierte Telefonnummer.
Die große Sicherheitsfrage: Bleibt die Verschlüsselung?
Die größte Sorge bei der Öffnung gilt dem Datenschutz. Meta betont, dass die bewährte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch für Chats mit anderen Diensten erhalten bleibt. Voraussetzung ist, dass die externen Messenger ein kompatibles Protokoll – idealerweise das Signal-Protokoll – nutzen.
Doch nicht alle sind überzeugt. Messenger wie Signal oder Threema, die auf maximale Sicherheit setzen, lehnen eine Integration vorerst ab. Ihre Befürchtung: Die Anbindung an Metas Infrastruktur könnte ihre eigenen hohen Sicherheitsstandards gefährden.
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Neue Tools für mehr Privatsphäre
Neben der Interoperabilität rollt WhatsApp weitere Neuerungen aus, die Nutzern mehr Kontrolle geben sollen:
- Benutzernamen: Das Konto wird von der Telefonnummer entkoppelt. So muss die private Nummer nicht mehr in Gruppenchats oder mit Fremden geteilt werden.
- Strict Account Security: Eine Ein-Klick-Option aktiviert automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen – besonders für weniger technikaffine Nutzer gedacht.
- KI-Verbot: Während die hauseigene Meta AI tiefer integriert wird, verbietet WhatsApp die Nutzung externer Allzweck-KIs wie ChatGPT über die Business-Schnittstelle.
Ein fundamentaler Wandel mit Hürden
Die Öffnung markiert einen tiefen Einschnitt in Metas Geschäftsmodell. Sie soll die Marktmacht großer Konzerne brechen und Verbrauchern mehr Wahlfreiheit geben. Doch die Umsetzung ist komplex.
Zum Start nehmen nur wenige, eher unbekannte Dienste wie Birdychat und Haiket teil. Die Skepsis etablierter Anbieter zeigt den Kernkonflikt: Die EU will einen offenen Markt, Sicherheits-Messenger priorisieren ihr geschlossenes, hochsicheres System.
Für Nutzer entsteht eine neue Abwägung: mehr Flexibilität gegen potenzielle Sicherheitsbedenken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Verschlüsselung über Systemgrenzen hinweg Vertrauen gewinnt und ob große Dienste doch noch einsteigen.


