WhatsApp-Konten, GSM-Codes

WhatsApp-Konten fallen durch GSM-Codes in Sekunden

08.01.2026 - 10:00:12

Kriminelle kapern aktuell WhatsApp-Konten, indem sie Opfer zu Rufumleitungen manipulieren. Die automatisierten Verifizierungsanrufe des Messengers landen so direkt bei den Betrügern. Sicherheitsexperten warnen eindringlich vor der neuen Masche.

Die Angreifer nutzen eine simple, aber wirkungsvolle Taktik. Sie kontaktieren ihr Opfer – oft als Paketdienst oder Bank getarnt – und fordern es auf, einen bestimmten Code in die Telefontastatur einzutippen. Was viele nicht wissen: Diese GSM-Codes wie *21* aktivieren sofort eine Rufumleitung aller Anrufe auf eine Nummer der Täter.

Anschließend fordern die Kriminellen auf ihrem eigenen Gerät die WhatsApp-Verifizierung für die Nummer des Opfers an und wählen „Anruf mich an“. Der entscheidende Anruf mit dem Bestätigungscode wird umgeleitet und landet bei den Betrügern. Sie hören den Code, geben ihn ein und übernehmen das Konto. Der eigentliche Nutzer bemerkt davon nichts.

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Warum die Masche gerade jetzt zuschlägt

Die aktuelle Welle ist kein Zufall. Sie fällt mit zwei Entwicklungen zusammen:

  • Verschärfte App-Sicherheit: WhatsApp hat kürzlich neue Schutzmaßnahmen gegen Spam-Anrufe eingeführt. Da technische Lücken schwieriger zu nutzen sind, setzen Kriminelle verstärkt auf Social Engineering – die Manipulation des Nutzers.
  • Saisonale Phishing-Welle: Der Jahresanfang ist traditionell Hochzeit für Betrugsversuche. Aktuelle Kampagnen im Namen von AOK oder Banken schaffen ein Klima der Verunsicherung, das die Täter für ihre Anrufe ausnutzen.

Die Methode ist besonders tückisch, weil sie eine legitime Netzwerkfunktion missbraucht. Für WhatsApp ist es technisch kaum möglich, solche Angriffe zu blockieren.

So schützen Sie sich vor der Konten-Übernahme

Experten raten zu zwei sofort umsetzbaren Maßnahmen:

  1. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren: Das ist der wirksamste Schutz. Legen Sie in den WhatsApp-Einstellungen unter Konto > Verifizierung in zwei Schritten eine sechsstellige PIN fest. Ohne diese PIN kann niemand Ihr Konto einrichten – selbst mit dem Verifizierungscode nicht.
  2. Nie GSM-Codes eingeben: Tippen Sie niemals Befehle wie *21* oder *67* ein, wenn Sie dazu von einem Anrufer aufgefordert werden. Seriöse Unternehmen verlangen das nicht.

Wer einen Verdacht hat, kann mit *#21# prüfen, ob eine Umleitung aktiv ist. Der Code ##002# löscht alle Rufumleitungen.

@ boerse-global.de