WhatsApp-Klage, Sammelklage

WhatsApp-Klage: Sammelklage greift Verschlüsselungs-Versprechen an

02.03.2026 - 01:18:22 | boerse-global.de

Eine US-Sammelklage behauptet, Meta könne trotz Verschlüsselung auf WhatsApp-Chats zugreifen. Das Unternehmen weist die Vorwürfe als absurd zurück und verweist auf technische Unmöglichkeit.

WhatsApp-Klage: Sammelklage greift Verschlüsselungs-Versprechen an - Foto: über boerse-global.de
WhatsApp-Klage: Sammelklage greift Verschlüsselungs-Versprechen an - Foto: über boerse-global.de

Eine Sammelklage in den USA stellt das zentrale Sicherheitsversprechen von WhatsApp infrage. Kläger werfen Meta vor, trotz Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf private Chats zugreifen zu können. Das Unternehmen weist die Vorwürfe als "absurd" zurück.

Die Klage wurde Ende Januar bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Nutzer aus mehreren Ländern, darunter Australien, Brasilien und Indien, behaupten, die Datenschutzgarantie von WhatsApp sei irreführend. Sie stützen sich auf Aussagen nicht namentlich genannter Whistleblower.

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Kernvorwurf: Interne Werkzeuge umgehen Verschlüsselung

Die Klageschrift behauptet, Meta verfüge über interne Systeme, die das Verschlüsselungsversprechen untergraben. Mitarbeiter könnten demnach über spezielle Widgets oder Ticketsysteme Einblick in geschützte Chat-Inhalte erhalten.

Diese Werkzeuge seien in Prozesse wie die Inhaltsmoderation eingebunden. Ein Mitarbeiter müsse lediglich die Nutzer-ID eingeben, um nach interner Genehmigung auf Nachrichten zugreifen zu können. Sollte das stimmen, wäre das Privatsphäre-Versprechen von WhatsApp gebrochen.

Meta kontert: "Kategorisch falsch und absurd"

Meta reagierte scharf auf die Vorwürfe. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Klage als "leichtfertiges Werk von Fiktion". Das Unternehmen bekräftigt, dass der Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation technisch unmöglich sei.

WhatsApp nutzt seit Jahren das als sehr sicher geltende Signal-Protokoll. Unabhängige Experten wie Matthew Green von der Johns Hopkins University äußern Zweifel an der technischen Machbarkeit der beschriebenen Hintertür. Solche Änderungen wären bei regelmäßigen Software-Analysen wahrscheinlich aufgefallen.

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Komplizierte Hintergründe: Verbindung zur NSO Group

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch die beteiligte Kanzlei. Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan vertritt die Kläger – und auch die umstrittene NSO Group. Dieses Unternehmen ist Hersteller der Spionagesoftware Pegasus und befindet sich selbst im Rechtsstreit mit Meta.

Meta vermutet daher ein Ablenkungsmanöver im Kontext dieser Auseinandersetzung. Die Motive hinter der Klage sind unklar, doch die Vorwürfe müssen nun gerichtlich geprüft werden.

Vertrauensfrage für zwei Milliarden Nutzer

Die Klage trifft einen wunden Punkt für die gesamte Tech-Branche: das Nutzervertrauen. WhatsApp steht seit Jahren wegen der Sammlung von Metadaten in der Kritik. Diese Daten verraten, wer wann mit wem kommuniziert.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll eigentlich nur den Inhalt schützen. Falls sich herausstellt, dass selbst dieser nicht sicher ist, wäre der Reputationsschaden für Meta immens. Ein Schuldspruch könnte hohe Strafzahlungen nach sich ziehen.

Der Fall befindet sich noch in einem frühen Stadium. Als Nächstes entscheidet das Gericht, ob es als Sammelklage zugelassen wird. Der Ausgang könnte die Standards für Datenschutz bei Messengern neu definieren.

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