WhatsApp im Sturm: Hackerangriffe und Datenschutz-Klagen
11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deNiederländische Geheimdienst warnen vor einer groß angelegten Cyberkampagne gegen WhatsApp- und Signal-Konten von Regierungsmitarbeitern. Gleichzeitig verliert der Messenger-Dienst vor einem Berliner Gericht einen wichtigen Datenschutzstreit. Diese Doppelbelastung stellt die Sicherheit der Plattform erneut massiv infrage.
Russische Hacker kapern Konten von Beamten
Der niederländische Inlands- und Militärgeheimdienst warnte am 9. und 10. März eindringlich vor einer globalen Angriffswelle. Russische Staatshacker zielen demnach gezielt auf Diplomaten, Militärangehörige und Journalisten ab. Ihr Ziel: die Kontrolle über deren Messenger-Konten.
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Die Angreifer umgehen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die technisch als sicher gilt. Stattdessen setzen sie auf raffinierte Phishing-Methoden. Sie geben sich in Chats als offizieller Support aus und locken Opfer mit angeblichen Sicherheitsproblemen. Die Nutzer sollen dann ihre sechsstelligen SMS-Verifizierungscodes preisgeben.
Mit diesem Code aktivieren die Hacker das Konto auf einem eigenen Gerät. Eine weitere Methode nutzt manipulierte QR-Codes. Scannt ein Opfer diesen, wird das Gerät der Angreifer unbemerkt als Zweitgerät verknüpft. Die Hacker können dann alle Chats in Echtzeit mitlesen. Mehrere Regierungsmitarbeiter sind dieser Spionage bereits zum Opfer gefallen.
Gericht verbietet illegale Datenweitergabe an Meta
Parallel zu den Hackerangriffen erlitt WhatsApp eine juristische Niederlage in Deutschland. Das Landgericht Berlin II untersagte dem Dienst, personenbezogene Daten auf Basis einer unzulässigen Nutzungsvereinbarung zu verwenden oder an Meta weiterzugeben.
Der Streit drehte sich um Änderungen der Nutzungsbedingungen aus dem Jahr 2016. Damals forderte WhatsApp Zugriff auf die Adressbücher der Nutzer – inklusive der Kontaktdaten von Personen, die den Dienst gar nicht nutzten. Das Gericht gab nun der Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen recht.
Die Richter verboten WhatsApp, sich auf bestimmte Bestimmungen der alten Datenschutzrichtlinie zu berufen. Eine Löschung der bereits an Facebook übermittelten Daten ordnete das Gericht jedoch nicht an. Juristen werten das Urteil dennoch als wichtigen Etappensieg für den digitalen Verbraucherschutz.
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Whistleblower klagt in den USA auf Sicherheitsversagen
In den USA steht Meta derzeit einer brisanten Klage eines ehemaligen WhatsApp-Sicherheitschefs gegenüber. Attaullah Baig wirft dem Konzern vor, massive Sicherheitsrisiken jahrelang ignoriert zu haben.
Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass zeitweise bis zu 100.000 Konten pro Tag von Hackern übernommen worden sein sollen. Zudem sollen rund 1.500 Meta-Ingenieure unzureichend protokollierten Zugriff auf sensible Nutzerdaten wie Standorte und Kontaktlisten gehabt haben.
Baig gibt an, nach internen Warnungen an die Führungsetage herabgestuft und schließlich entlassen worden zu sein. Meta weist die Vorwürfe entschieden zurück und verweist auf eigene Datenschutzbemühungen. Die Tech-Branche verfolgt den weiteren Verlauf des Verfahrens mit Spannung.
Messenger-Sicherheit am Scheideweg
Die aktuelle Kombination aus staatlicher Cyber-Spionage und juristischen Niederlagen markiert einen kritischen Moment für Meta. Die Vorfälle zeigen: Selbst stark verschlüsselte Plattformen bleiben anfällig für Social-Engineering-Angriffe.
Sicherheitsexperten betonen, dass Consumer-Messenger oft nicht die strengen Protokolle für sensible Regierungskommunikation bieten. Das Berliner Urteil verdeutlicht zudem, wie langwierig die Aufarbeitung von Datenschutzverstößen ist. Für Unternehmen bedeutet das anhaltende Rechtsunsicherheit.
Könnte der Vertrauensverlust bei Behörden und Nutzern langfristige strategische Folgen haben? Europäische Aufsichtsbehörden dürften die Datenpraktiken von Meta nun noch genauer prüfen. Das Berliner Urteil könnte als Präzedenzfall für weitere EU-Klagen dienen.
Staatliche Institutionen werden ihre Kommunikationsrichtlinien voraussichtlich verschärfen. Für Privatnutzer raten Experten zu proaktiven Schutzmaßnahmen: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und verschwindende Nachrichten nutzen. In Zeiten professioneller Phishing-Kampagnen liegt ein großer Teil der Verantwortung bei der Wachsamkeit jedes Einzelnen.
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