Westgold Resources Aktie: Kostendruck trübt Bestjahr
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 04:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Rekordergebnis und eine Warnung in einem Atemzug — bei Westgold Resources passt das offenbar zusammen. Der australische Goldproduzent meldete für das Geschäftsjahr 2026 die höchste Fördermenge und die größte Kassenreserve seiner Geschichte, ließ aber keinen Zweifel daran, dass steigende Kosten das kommende Jahr belasten werden.
Produktion und Treasury auf Bestmarke
Westgold förderte im abgelaufenen Geschäftsjahr 387.000 Unzen Gold und übertraf damit die eigene Zielspanne von 345.000 bis 385.000 Unzen deutlich — ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal kamen fast 99.000 Unzen hinzu, verkauft wurden mehr als 110.000 Unzen zu einem realisierten Preis von 6.391 australischen Dollar pro Unze. Die Gesamtkosten (AISC) lagen mit 2.841 australischen Dollar pro Unze innerhalb der Zielspanne, im Schlussquartal sogar leicht darunter bei 2.802 australischen Dollar.
Die Barreserven wuchsen im Jahresverlauf um 575 Millionen auf 939 Millionen australische Dollar. Zusammen mit einer ungenutzten Kreditlinie stehen dem Unternehmen 1,5 Milliarden australische Dollar an Liquidität zur Verfügung — schuldenfrei und ohne Absicherungsgeschäfte im Goldpreis. Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem Kursanstieg von rund 3,6 Prozent auf etwa 4,74 Dollar, bleibt damit aber weiterhin rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 8,16 Dollar.
Fuel und Sprengstoff werden teurer
Management sprach offen über wachsenden Kostendruck in der australischen Goldbranche. Treiber sind vor allem Kraftstoff, Sprengstoffe, Polyethylenrohre und Ausbaumaterial im Untertagebergbau — Effekte, die sich laut Unternehmen erst im ersten und zweiten Quartal des neuen Geschäftsjahres voll niederschlagen dürften. Bei Beta Hunt bremsen zudem Lüftungsengpässe die Förderung; eine provisorische Lösung läuft bereits, an einer permanenten Lösung wird parallel gearbeitet.
Trotz der Warnungen hält Westgold an seiner Strategie fest, ausschließlich aus dem eigenen Portfolio zu wachsen. Zukäufe schließt das Management nicht aus, sieht aber keine Notwendigkeit dafür, um den Dreijahresausblick zu erfüllen. Die im Jahresverlauf abgeschlossene Portfolio-Vereinfachung — mit Verkäufen wie Peak Hill und Chalice sowie der Ausgliederung von Reedy und Comet — brachte dem Unternehmen zusätzlich rund 195 Millionen australische Dollar an Wert. Analysten bewerten die Aktie mehrheitlich mit "Kaufen", die Kursziele liegen zwischen 4,64 und 6,97 Dollar.
Die vollständige Guidance für das Geschäftsjahr 2027 samt aktualisiertem Dreijahresausblick und einer Dividendenentscheidung will Westgold im August 2026 vorlegen.
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