Wells Fargo Aktie: 2,00 Dollar EPS schlagen 1,72 Dollar Konsens
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Bankenhaus Wells Fargo hat mit seinen Zahlen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. In einem Marktumfeld, das verstärkt auf die Stabilität der großen Finanzinstitute blickt, lieferte die Bank unter der Leitung von CEO Charlie Scharf Signale einer fortschreitenden operativen Erholung. Besonders die Kennzahlen zur Kreditqualität und zum Konsumverhalten der Kunden standen dabei im Fokus der Anleger.
Starke Bilanz im zweiten Quartal
Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Wells Fargo einen Umsatz von 22,62 Milliarden US-Dollar. Damit gelang es dem Institut, den Konsens der Analysten, der bei einem Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,72 US-Dollar gelegen hatte, klar zu schlagen: Tatsächlich meldete die Bank ein EPS von 2,00 US-Dollar. Diese Entwicklung wird maßgeblich auf eine verbesserte Effizienz und eine stabile Zinsmarge zurückgeführt.
Ein zentraler Aspekt des Quartalsberichts ist die Verfassung der US-Konsumenten. Medienberichten zufolge sank die Netto-Abschreibungsquote (Net Charge-Off Ratio) von Wells Fargo im Vergleich zum ersten Quartal von 0,45 Prozent auf nun 0,34 Prozent. Auch die Quote der notleidenden Kredite (Non-Performing Loans) verbesserte sich spürbar und liegt nun bei 0,77 Prozent, nachdem sie im Vorquartal noch 0,86 Prozent betragen hatte. Diese Trends unterstreichen eine robuste Kreditqualität, die im Vergleich zu Wettbewerbern wie der Citigroup oder JPMorgan Chase eine positive Tendenz aufweist.
Analysten sehen Potenzial für Unterbewertung
Trotz der soliden operativen Leistung wird die Aktie von einigen Marktbeobachtern als unterbewertet eingestuft. Laut Jim Cramer von CNBC notiert das Papier derzeit bei einem vorausschauenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) von etwa 12, während der Branchendurchschnitt großer US-Banken bei 13,04 liegt. Cramer betonte, dass der Markt die Fortschritte beim Turnaround unter CEO Charlie Scharf bisher nicht in vollem Umfang honoriere.
Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Anpassungen der Analysehäuser wider. Die Analysten von Baird hoben ihr Kursziel für das Papier auf 92 US-Dollar an, behielten jedoch ihre neutrale Einstufung bei. Im breiteren Marktkonsens wird die Aktie derzeit überwiegend als moderater Kauf eingestuft, wobei das durchschnittliche Kursziel im Bereich von 98,50 US-Dollar angesiedelt ist. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 0,70 Prozent bei 76,28 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 8,56 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 83,42 Euro.
Kapitalrückführungen nach bestandenem Stresstest
Ein weiterer wichtiger Faktor für das Anlegervertrauen war das Abschneiden beim jährlichen Stresstest der Federal Reserve. Wells Fargo gehörte zu den 32 Großbanken, die den Test im Juni 2026 erfolgreich bestanden haben. Die Fed-Szenarien simulierten dabei projizierte Verluste von insgesamt 708 Milliarden US-Dollar im gesamten Sektor, die Wells Fargo dank einer stabilen Kapitalbasis jedoch absorbieren könnte.
Infolge des positiven Feedbacks der Aufsichtsbehörden kündigte das Institut an, den Kurs der Kapitalrückführung beizubehalten. Für das laufende Jahr wird eine Quartalsdividende von 0,45 US-Dollar pro Aktie gezahlt, was einer jährlichen Ausschüttung von 1,80 US-Dollar entspricht. Parallel dazu plant die Bank, ähnlich wie Wettbewerber wie JPMorgan Chase oder Goldman Sachs, überschüssiges Kapital durch Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückzugeben.
Auch auf der Seite der institutionellen Investoren gab es im ersten Quartal 2026 signifikante Bewegungen. Während Arrowstreet Capital Limited Partnership seine Position massiv um 482,3 Prozent auf rund 1,85 Millionen Aktien aufstockte, verringerte Gamco Investors seine Beteiligung leicht um 4,6 Prozent. Das hohe institutionelle Interesse, das bei etwa 75,9 Prozent der Anteile liegt, gilt als stabilisierender Faktor für den weiteren Kursverlauf. Die nächsten Quartalszahlen der Bank werden für den 13. Oktober 2026 erwartet.
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