Wegovy, Zulassung

Wegovy erhält Zulassung für höhere Dosis

21.02.2026 - 08:39:12 | boerse-global.de

Die EMA spricht sich für eine höher dosierte Version des Abnehmmedikaments Semaglutid aus. Gleichzeitig zeigt eine Analyse, dass Intervallfasten keinen Vorteil gegenüber klassischen Diäten bietet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung einer stärkeren Dosis des Abnehmmedikaments Wegovy. Gleichzeitig stellt eine neue Analyse die Wirksamkeit von populären Methoden wie Intervallfasten infrage. Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt im Kampf gegen Adipositas.

Pharmakologischer Durchbruch mit Semaglutid

Im Zentrum steht die höher dosierte Version des Wirkstoffs Semaglutid von Novo Nordisk. Die EMA-Entscheidung basiert auf Studien, die eine signifikante Gewichtsabnahme belegen. Das Medikament ahmt körpereigene Darmhormone nach, reguliert den Blutzucker und dämpft den Appetit im Gehirn. Ein Großteil des verlorenen Gewichts ist Fettmasse, bei gleichzeitigem Erhalt der Muskulatur. Für viele Experten beginnt damit eine neue Ära in der medikamentösen Therapie.

Intervallfasten: Kein Wundermittel

Während neue Pillen Hoffnung machen, rückt eine etablierte Ernährungsweise in den Fokus der Kritik. Eine umfassende Übersichtsarbeit des Cochrane-Netzwerks kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Intervallfasten ist nicht wirksamer als herkömmliche Diäten. Die Analyse von 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmern fand keinen Vorteil für Methoden wie 16:8 oder 5:2. Der entscheidende Faktor bleibt das Kaloriendefizit – egal, wie es erreicht wird.

Therapie braucht mehr als nur Medikamente

Doch sind die neuen Medikamente die alleinige Lösung? Fachleute sagen nein. Der Goldstandard bleibt ein multimodaler Ansatz aus Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Verhaltenstherapie. Die Arzneimittel sollen diese Basistherapie nur unterstützen, wenn sie nicht ausreicht.

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Eine große Hürde ist die Nachhaltigkeit: Setzen Patienten die Mittel ab, ohne ihren Lebensstil zu ändern, folgt oft der Jo-Jo-Effekt. Hinzu kommen die hohen Kosten, die gesetzliche Krankenkassen in Deutschland bisher nicht übernehmen.

Adipositas als chronische Krankheit

Die aktuellen Entwicklungen spiegeln einen gesellschaftlichen Wandel wider. Adipositas wird zunehmend nicht als Charakterschwäche, sondern als komplexe chronische Erkrankung verstanden. Diese Entstigmatisierung ist entscheidend für eine bessere Versorgung. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind immens und belaufen sich in Deutschland auf über 63 Milliarden Euro pro Jahr. Die Anerkennung als Krankheit im neuen Disease-Management-Programm der Kassen ist ein wichtiger Schritt.

Was kommt nach der Pille?

Die Forschung steht nicht still. Unternehmen wie Eli Lilly arbeiten an Wirkstoffen wie Retatrutid, die in Studien ebenfalls überzeugen. Ein Trend geht zu oralen Tabletten, die die unangenehmen Spritzen ersetzen sollen. Langfristig wird die Therapie immer personalisierter. Digitale Helfer und smarte Technologien könnten eine größere Rolle spielen. Der eigentliche Fokus muss jedoch auf der Prävention liegen, um den stetig steigenden Zahlen Herr zu werden.

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