WD setzt mit KI-Roadmap auf 100-Terabyte-Festplatten
12.02.2026 - 23:40:17Western Digital, das sich nun offiziell nur noch WD nennt, macht den KI-Datenmarkt zur Chefsache. Auf seinem Innovation Day 2026 legte der Speicherspezialist eine umfassende Produkt-Roadmap vor, die auf die gewaltigen Anforderungen von KI-Workloads zugeschnitten ist. Das Ziel: Bis 2029 sollen Festplatten mit 100 Terabyte Kapazit Realität werden. Unterstützt wird dieser strategische Schwenk zum KI-Infrastrukturanbieter durch starke Quartalszahlen und ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von vier Milliarden Euro.
Der generative KI-Boom erzeugt Datenmengen in nie dagewesenem Ausmaß. Rechenzentren stehen unter enormem Druck, skalierbare, kostengünstige und energieeffiziente Speicherlösungen zu finden. WD positioniert seine Festplattentechnologie (HDD) daher als Fundament für die riesigen Datensätze, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen nötig sind. Rund 90 Prozent des Konzernumsatzes stammen laut Unternehmensangaben bereits aus dem Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden.
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Im Zentrum der Strategie steht eine klare Kapazitätsroadmap. WD bestätigte, dass seine 40-Terabyte-UltraSMR-Festplatte, die energieunterstützte magnetische Aufzeichnung (ePMR) nutzt, die qualifizierung bei zwei Hyperscale-Kunden durchläuft. Die Serienproduktion soll in der zweiten Hälfte 2026 starten.
Für die Zukunft setzt WD auf eine Dual-Strategie: Die bewährte ePMR-Technologie soll durch Innovationen aus der parallelen Entwicklung von HAMR (Heat-Assisted Magnetic Recording) bis auf 60 Terabyte erweitert werden. Gleichzeitig wird die HAMR-Produktion 2027 hochgefahren und soll den Weg zu 100-Terabyte-Laufwerken bis 2029 ebnen. Dieser überlappende Ansatz soll Kunden Flexibilität und einen sanften Übergang ohne disruptive Architekturänderungen in ihren Rechenzentren bieten.
Neudefinition der HDD-Leistung für KI
KI-Anwendungen stellen extreme Performance-Anforderungen. WD will die Leistungslücke zu teurerem QLC-Flash-Speicher für bestimmte Workloads schließen. Zwei Schlüsseltechnologien sollen das ermöglichen: High Bandwidth Drive Technology (HBDT) und Dual Pivot Technology.
HBDT fügt dem Schreib-/Lesekopf des Laufwerks sekundäre Köpfe hinzu und verdoppelt so die Bandbreite. Die Dual-Pivot-Technologie geht einen Schritt weiter: Ein zweiter, unabhängiger Aktuator erlaubt es zwei Armen, gleichzeitig auf Daten zuzugreifen. Die Kombination beider Technologien könnte den Datendurchsatz kurzfristig vervierfachen und langfristig sogar verachtfachen. Laufwerke mit Dual-Pivot-Technologie werden für 2028 erwartet. Sie schaffen eine neue Performance-Klasse, die Geschwindigkeit und Kapazität zu den niedrigen Kosten einer Festplatte vereint.
Mehr Effizienz für breitere Kundschaft
Neben Kapazität und Geschwindigkeit adressiert WD zwei weitere kritische Faktoren im KI-Rechenzentrum: Stromverbrauch und Betriebseffizienz. Eine neue Serie stromoptimierter Festplatten für ?kühle? Daten, die dennoch in Sekunden und nicht Stunden abrufbar sein müssen, soll den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Die Qualifizierung bei Kunden soll 2027 beginnen.
Um die Vorteile von Massenspeicherung zu demokratisieren, baut WD sein Plattformgeschäft aus. Eine intelligente Software-Schicht mit offener API (geplant für 2027) soll mittelständischen Kunden mit über 200 Petabyte Daten helfen, die gleiche Speichereffizienz und Kosteneffektivität wie Hyperscaler zu erreichen. Die Software vereinfacht die Bereitstellung und Qualifizierung des gesamten WD-Speicherportfolios.
Ausblick: Festplatten als Rückgrat der KI-Infrastruktur
WDs strategische Neuausrichtung ist eine direkte Antwort auf die durch Künstliche Intelligenz getriebenen Veränderungen. Analysten betonen, dass Flash-Speicher zwar für Hochgeschwindigkeitsberechnungen essenziell bleibt, Festplatten aber aufgrund ihrer überlegenen Kosten pro Terabyte das Rückgrat der Datenspeicherung bilden werden ? sie halten schätzungsweise 80 Prozent der Cloud-Daten.
Der Fahrplan des Unternehmens ist klar: Die 40-TB-ePMR-Laufwerke kommen 2026 in Serie, gefolgt von HAMR-Laufwerken und stromoptimierten Modellen 2027. Die leistungssteigernden Dual-Pivot-Laufwerke sind für 2028 geplant und ebnen den Weg zum 100-TB-Meilenstein 2029. Indem WD seine gesamte Geschäftsstrategie auf die Bedürfnisse des KI-Rechenzentrums ausrichtet, positioniert sich das Unternehmen als eine tragende Säule der nächsten Computing-Generation.
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