Waymo, Nihon

Waymo und Nihon Kotsu testen autonome Taxis in Tokio

30.01.2026 - 07:30:12

Autonome Fahrzeuge des US-Pioniers Waymo sind auf Tokios Straßen unterwegs. Die Partnerschaft mit dem japanischen Taxigiganten Nihon Kotsu gilt als Schlüsselprojekt für Japans Einstieg in den globalen Wettlauf um selbstfahrende Autos. Ein Starttermin für den öffentlichen Betrieb steht jedoch noch aus.

Seit Ende 2024 arbeiten der Technologiekonzern, eine Tochter von Alphabet, und das größte Taxiunternehmen Tokios zusammen. Das Ziel: Waymos fahrerlose Technologie für den dichten Stadtverkehr der Metropole fit zu machen. Aktuell läuft eine entscheidende Testphase, in der das System die komplexen Verkehrsbedingungen meistern lernen muss.

Die Kooperation baut auf einer Vereinbarung vom Dezember 2024 auf. Sie markiert Waymos ersten großen Vorstoß außerhalb der USA. In einer ersten Phase steuerten Fahrer von Nihon Kotsu noch manuell eine Flotte elektrischer Jaguar I-PACE. Diese waren mit Waymos Sensoren und Computern ausgestattet, um detaillierte Karten zentraler Stadtteile wie Minato und Shibuya zu erstellen.

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„Diese Phase war entscheidend, um unser System an den Linksverkehr und die besonderen Verkehrsgepflogenheiten Tokios anzupassen“, erklärt ein Waymo-Sprecher. Nihon Kotsu bringt dabei sein operatives Know-how und die Wartungsinfrastruktur ein – eine typische Erfolgsformel für internationale Expansionen.

Vorsichtige Tests im globalen Kontext

Anders als in den USA, wo Waymo sein Dienst bereits in zehn Städten anbietet, geht das Unternehmen in Japan methodisch vor. Ein konkreter Zeitplan für einen öffentlichen Fahrdienst wurde noch nicht kommuniziert. Der Fokus liege aktuell auf der rigorosen Validierung von Sicherheit und Leistung, so Insider.

Die Herausforderungen sind immens: enge Gassen, komplexe Kreuzungen und eine einzigartige Verkehrskultur erfordern umfangreiche Daten. Parallel bereitet Waymo eine Einführung in London für 2026 vor. Tokio bleibt jedoch ein strategischer Eckpfeiler für die globale Expansion.

Japans Druck im globalen Wettrennen

Die Allianz gilt als führender Anwärter für den ersten großflächigen Robotaxi-Dienst des Landes. Die japanische Regierung drängt auf Tempo, um mit den USA und China gleichzuziehen. Chinas Dienst Apollo Go ist bereits in rund 20 Städten aktiv.

Ein Rückschlag für die Konkurrenz kam Ende 2024: General Motors zog sich aus dem Robotaxi-Geschäft zurück und stoppte eine geplante Partnerschaft mit Honda. Dies erhöht den Erwartungsdruck auf das Waymo-Projekt. Analysten betonen, dass für das Regierungsziel von Robotaxis bis 2027 die Testfahrten mit der Öffentlichkeit 2026 deutlich ausgeweitet werden müssten.

Hohe Erwartungen an Technologie-Transfer

Die Partnerschaft vereint weltweit führende Technologie mit lokalem Ökosystem-Know-how. Für Waymo wäre ein erfolgreicher Start in Tokio der Beweis, dass sich sein System auf völlig andere Umgebungen übertragen lässt. Für Japan geht es um die Lösung gesellschaftlicher Probleme wie den akuten Fahrermangel.

Der vorsichtige, datengetriebene Ansatz unterstreicht die hohen Sicherheitsanforderungen. Die nächste große Hürde ist die Freigabe für öffentliche Testfahrten oder den kommerziellen Start von „Waymo One“. Eine Ankündigung hierzu könnte noch 2026 erfolgen. Der weitere Fortschritt wird genau beobachtet – er könnte die urbane Mobilität in Japan für Jahrzehnte prägen.

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