Waymo, Doppel-Offensive

Waymo startet Doppel-Offensive in Sacramento und Boston

05.02.2026 - 19:40:12

Der Google-Konzern Alphabet treibt die Robotaxi-Expansion voran. In Sacramento beginnt die Kartierung, während in Boston zunächst gesetzliche Hürden überwunden werden müssen.

Der autonome Fahrdienst Waymo expandiert gleichzeitig an die US-Ost- und Westküste. In Sacramento beginnt die konkrete Vorbereitung für einen Robotaxi-Betrieb, während in Boston der Weg erst noch durch neue Gesetze geebnet werden muss. Die Doppelstrategie zeigt, wie der Google-Mutterkonzern Alphabet die Technologie in unterschiedlichsten Städten etablieren will.

Sacramento: Kartierung läuft, Starttermin offen

Waymo hat grünes Licht für die kalifornische Hauptstadt. Noch diese Woche rollen erste Elektro-Fahrzeuge des Typs Jaguar I-PACE in die Stadt – zunächst mit menschlichen Fahrern am Steuer. Ihre Aufgabe: Sie erstellen detaillierte 3D-Karten des Straßennetzes. Die künstliche Intelligenz, der „Waymo Driver“, lernt so Verkehrsmuster und Streckenverläufe kennen.

Dieser Schritt ist Standardvorlauf für den späteren vollautonomen Taxidienst. Ein konkretes Startdatum für die Bürger Sacramentos nannte das Unternehmen noch nicht. Die Expansion wurde möglich durch eine Genehmigung der kalifornischen Verkehrsbehörde vor einigen Monaten. Sie erlaubt den Betrieb auch in Teilen der umliegenden Bezirke.

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„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Bürgermeister Kevin McCarty. Die neue Technologie biete sichere Mobilitätsoptionen für die wachsende Stadt.

Boston: Gesetzeshürde blockiert kommerziellen Start

Anders sieht die Lage in Boston aus. Zwar kehrt Waymo ein Jahr nach ersten Tests in die historische Metropole zurück. Auch hier werden zunächst Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern unterwegs sein, um sich auf enge Gassen, Kopfsteinpflaster und komplexe Kreuzungen einzustellen.

Doch für einen echten Robotaxi-Dienst fehlt die rechtliche Grundlage. Das Unternehmen macht klar: Der US-Bundesstaat Massachusetts muss vollautonome Fahrzeuge erst gesetzlich erlauben, bevor ein kommerzieller Service starten kann. Waymo will Politik aktiv bei der Schaffung eines Rahmens beraten.

Einige Schlüsselpolitiker signalisieren Offenheit. „Unser Ziel ist ein klares und konsistentes Regelwerk“, sagte der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses, Dan Cahill. Andere Stadtvertreter bleiben skeptisch. Sie fragen sich, wie die Systeme mit Bostons chaotischem Verkehr, wild parkenden Autos und strengem Winterwetter zurechtkommen sollen.

Zwei Städte, zwei Strategien

Die parallelen Ankündigungen zeigen die zwei Gesichter der Robotaxi-Expansion. Sacramento steht für den operativen Rollout in einem bereits regulierten Umfeld. Der Weg ist vergleichsweise geradlinig.

Boston dagegen ist eine Pionierfront. Hier geht es gleichermaßen um Technologie, Politik und öffentliche Akzeptanz. Gelingt der Durchbruch, wäre das ein Signal: Waymo kann nicht nur schwierige Straßen meistern, sondern auch Gesetzgeber von neuen Regeln überzeugen.

Für die Branche sind beide Städte wichtige Testfälle. Der Erfolg in Sacramento zeigt, wie effizient das Geschäftsmodell skaliert. Fortschritte in Boston könnten zum Blaupause für die Erschließung anderer historischer, dicht besiedelter Metropolen weltweit werden. Der Weg zum autonomen Fahren als Alltagstechnologie führt über sehr unterschiedliche Straßen.

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