Waymo, Serienfahrten

Waymo startet autonome Serienfahrten mit neuer Generation

13.02.2026 - 21:00:12

Die Alphabet-Tochter Waymo bringt ihre sechste autonome Fahrzeuggeneration ohne Sicherheitsfahrer auf die Straße und startet eine aggressive Expansion in den USA und Europa.

Waymo schaltet den Sicherheitsfahrer ab: Das Alphabet-Tochterunternehmen hat seine nächste Generation autonomer Fahrzeuge erstmals komplett ohne menschliche Begleitung auf öffentliche Straßen gebracht. Dieser Schritt markiert den Übergang von der Entwicklung zur kommerziellen Skalierung.

San Francisco/Los Angeles – Der autonome Fahrdienst Waymo hat einen entscheidenden Technologiesprung vollzogen. Seit dieser Woche ist die sechste Generation des Waymo Driver-Systems im vollständig fahrerlosen Betrieb unterwegs – zunächst für Mitarbeiter in San Francisco und Los Angeles, später in diesem Jahr für die Öffentlichkeit. Die neue Hardware-Generation soll kostengünstiger und leistungsfähiger sein als ihre Vorgänger.

Schlankere Technik für die Massenproduktion

Herzstück der Expansion ist die sechste Generation des autonomen Systems. Es kommt mit deutlich weniger Sensoren aus als frühere Versionen – eine Reduktion um 42 Prozent. Stattdessen setzt Waymo auf höher auflösende Komponenten: 13 Hochleistungskameras, vier Lidar-Sensoren und sechs Radare bilden die Sinne des Fahrzeugs.

Eine neue 17-Megapixel-Kamera soll besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechtem Wetter überzeugen. Die gesamte Technik sei robuster gegen Umwelteinflüsse, betont das Unternehmen – eine wichtige Voraussetzung für die geplante Expansion in Städte mit unterschiedlichen Klimazonen. Die Sicherheit des Systems sei durch fast 320 Millionen Kilometer autonome Testfahrten in über zehn US-Städten validiert.

Aggressive Expansionspläne in USA und Europa

Mit der neuen Hardware startet Waymo die bislang ambitionierteste Wachstumsoffensive. Der Dienst, der bereits in sechs US-Metropolen wie Phoenix und Los Angeles kommerziell unterwegs ist, peilt für 2026 eine massive Ausweitung an.

Noch in diesem Jahr sollen Dienstleistungen in Washington, Detroit, Las Vegas, San Diego, Denver und mehreren texanischen Großstädten starten. Parallel beginnt der internationale Vorstoß: London und Tokio wurden als erste Märkte außerhalb der USA bestätigt. Bereits diese Woche starteten fahrerlose Testfahrten in Nashville, als Vorbereitung für einen geplanten kommerziellen Start mit Lyft.

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Die Nachfrage scheint da: 2025 absolvierte Waymo bereits 15 Millionen Fahrten – eine Vervierfachung gegenüber 2024. Aktuell sind es etwa 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Das Ziel für Ende 2026 liegt bei über einer Million wöchentlichen Fahrten.

Milliarden-Investitionen und neue Fahrzeugpartner

Die Expansion wird durch frisches Kapital beschleunigt. Eine jüngste Finanzierungsrunde brachte Waymo 16 Milliarden US-Dollar ein und bewertete das Unternehmen mit 126 Milliarden Dollar. Zudem berichten Branchenmedien über einen möglichen Liefervertrag mit Hyundai über 50.000 IONIQ-5-Fahrzeuge.

Waymo verlässt sich nicht mehr nur auf seine Jaguar-I-PACE-Flotte. Die neue Generation kommt auf zwei Plattformen zum Einsatz: dem eigens entwickelten Zeekr „Ojai“-Minivan und dem Hyundai IONIQ 5. Das Unternehmen betont seinen multimodalen Sensoransatz als Sicherheitsvorteil gegenüber Wettbewerbern, die rein auf Kamerasysteme setzen. Laut eigenen Daten verursachen Waymo-Fahrzeuge 90 Prozent weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer.

Der Weg zur Serienproduktion

Der Fokus liegt jetzt auf der Skalierung. In der eigenen Fabrik in Arizona will Waymo die Produktion auf Zehntausende autonome Fahreinheiten pro Jahr hochfahren. Die größte Herausforderung wird sein, die hohen Sicherheitsstandards in immer neuen urbanen Umgebungen und Klimazonen zu halten.

Der erfolgreiche Start der nächsten Technologiegeneration könnte den Durchbruch für autonome Mobilität bedeuten – und den städtischen Verkehr nachhaltig verändern. Waymo hat die Latte für die gesamte Branche deutlich höher gelegt.

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