Waymo, Einblick

Waymo gibt Einblick in globale Fernsteuerung seiner Roboter-Taxis

24.02.2026 - 01:59:49 | boerse-global.de

Alphabets Tochter Waymo legt erstmals Details zur menschlichen Überwachung ihrer Roboterfahrzeuge offen, nachdem US-Senatoren die Praxis kritisierten. Rund 70 Agenten in den USA und auf den Philippinen unterstützen die KI.

Alphabets autonome Tochter Waymo hat erstmals detailliert offengelegt, wie menschliche Mitarbeiter ihre Roboter-Flotte überwachen. Die Enthüllungen folgen auf scharfe Kritik aus dem US-Senat.

Der Vorstoß des Google-Mutterkonzerns Alphabet kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Nach zunehmendem Druck von US-Gesetzgebern legte Waymo nun die Struktur seiner Fernunterstützungsteams offen. Demnach überwachen rund 70 Agenten weltweit die mehr als 2.500 Fahrzeuge der Flotte – allerdings ohne sie direkt zu steuern. Die Details werfen ein neues Licht auf die menschlichen Sicherheitsnetze, die auch fortschrittlichsten autonomen Fahrsystemen zugrunde liegen.

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Globale Teamstruktur unter der Lupe

Waymo verteilt seine Remote-Mitarbeiter auf vier redundante Operationszentren. Etwa die Hälfte der rund 70 ständig verfügbaren Agenten sitzt in den USA, vor allem in Arizona und Michigan. Die andere Hälfte arbeitet an zwei Standorten auf den Philippinen – ein Detail, das bei einer Senatsanhörung Anfang Februar 2026 erstmals für Unruhe sorgte.

Die Aufgaben sind klar geteilt: Ein spezielles Ereignis-Reaktionsteam mit Sitz ausschließlich in den USA bearbeitet komplexe Notfälle. Dazu gehören Unfälle oder die Kommunikation mit Polizei und Rettungskräften. Die Teams auf den Philippinen übernehmen hingegen Routineaufgaben wie Umwegvorschläge bei Hindernissen oder die Prüfung der Belegung. Diese gestaffelte Struktur soll sensible Vorfälle in heimischer Hand belassen.

Beratung statt Fernsteuerung

Waymo betont einen entscheidenden Unterschied: Es handelt sich nicht um Teleoperation, bei der Fahrzeuge aus der Ferne gesteuert werden. Stattdessen funktioniert das System wie eine „Ruf-einen-Freund-an“-Hilfe. Wenn das autonome System in eine unklare Situation gerät – etwa eine ungewöhnliche Baustelle –, kann es menschlichen Rat anfordern.

Der Agent schlägt dann beispielsweise eine neue Route vor. Die finale Entscheidung trifft aber stets die KI, der Waymo Driver. Sie kann Vorschläge aus Sicherheitsgründen ablehnen. Waymo räumte ein, über ein Werkzeug zu verfügen, mit dem US-Agenten ein stehendes Fahrzeug auf der Autobahn minimal bewegen könnten. Diese Funktion kam jedoch nie außerhalb von Tests zum Einsatz.

Politischer Druck als Transparenz-Turbo

Die ungewöhnlich detaillierten Einblicke sind direktem Druck aus Washington geschuldet. Bei der Senatsanhörung am 4. Februar 2026 konfrontierte Senator Edward Markey Waymos Sicherheitschef Mauricio Peña mit Fragen zum philippinischen Personal. Markey nannte die Praxis „völlig inakzeptabel“ und sprach von „transatlantischen Rücksitzfahrern“.

Die Bestätigung ausländischer Standorte löste bei Gesetzgebern Sicherheitsbedenken aus. Könnten Mitarbeiter im Ausland US-Verkehrsregeln ausreichend verstehen? Bestehen Cybersicherheitsrisiken? Markey leitete eine offizielle Anfrage an Waymo und andere AV-Hersteller ein. Auch Abgeordneter Buddy Carter forderte das Verkehrsministerium auf, den Einsatz ausländischer Operateure zu untersuchen.

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Der Mythos vom fahrerlosen Auto

Waymos Offenlegung entzaubert und kompliziert zugleich die Erzählung vom vollautonomen Fahren. Einerseits zeigt sie, dass menschliche Intelligenz unverzichtbar bleibt, um unvorhersehbare Grenzfälle zu meistern. Diese Transparenz könnte öffentliches Vertrauen und regulatorische Akzeptanz stärken.

Andererseits macht die globale 70-Personen-Organisation deutlich: Vollautonomie bedeutet nicht Abwesenheit menschlicher Beteiligung. Das Verhältnis von etwa einem Agenten pro 41 Fahrzeuge zeigt: Auch wenn direkte Eingriffe selten sind, muss die Unterstützungsstruktur ständig bereitstehen. Der Einsatz von Arbeitskräften im Ausland – wirtschaftlich naheliegend – bleibt politisch umstritten.

Expansion unter schärferer Beobachtung

Für Waymos aggressive Expansionspläne 2026 ist dieses Betriebsmodell entscheidend. Das Unternehmen will wöchentlich über eine Million bezahlte Fahrten erreichen und in weiteren US-Städten starten. Ein Rückschlag war jedoch der Stopp eines Robotaxi-Projekts im Bundesstaat New York.

Die erzwungene Transparenz könnte zum neuen Branchenstandard werden. Auch Konkurrenten werden zunehmend erklären müssen, wie und wo Menschen in ihre autonome Gleichung passen. Für Waymo wird der Balanceakt zwischen rasantem technologischem Fortschritt und proaktiver Kommunikation entscheidend für den langfristigen Erfolg sein.

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