Washington, Chatbots

Washington schreibt Chatbots Transparenz und Jugendschutz vor

17.01.2026 - 19:15:12

Der US-Bundesstaat Washington will mit neuen Gesetzen KI-Chatbots regulieren, um besonders Minderjährige vor psychischen Risiken zu schützen. Strenge Transparenz- und Jugendschutzregeln sollen 2027 in Kraft treten.

Washington geht mit einem Gesetzespaket gegen emotionale Manipulation durch KI-Chatbots vor. Der Bundesstaat will damit besonders Minderjährige vor psychischen Risiken schützen – und setzt auf strenge Transparenzregeln.

Kern der Gesetze: Klare Regeln für künstliche Gefährten

Im Zentrum der Vorlagen Senate Bill 5984 und House Bill 2225 stehen klare Pflichten für Anbieter. Künftig müssen KI-Chatbots zu Beginn und mindestens alle drei Stunden deutlich machen: „Sie chatten mit einer KI.“ Das soll Verwirrung über die künstliche Natur des Gegenübers verhindern.

Besonders scharf sind die Jugendschutzbestimmungen. Chatbots dürfen mit minderjährigen Nutzern weder sexuell explizite Inhalte erzeugen noch anzügliche Gespräche führen. Verboten sind auch als emotional manipulierend eingestufte Taktiken – wie übertriebenes Lob oder vorgetäuschte Verzweiflung, um Nutzer in einer Abhängigkeit zu halten.

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Bei Anzeichen von Selbstgefährdung müssen die Systeme Protokolle aktivieren und auf Krisen-Hilfsangebote verweisen. Verstöße gegen die neuen Regeln fallen unter das strenge Verbraucherschutzgesetz des Staates. Betroffene könnten so direkt gegen Unternehmen klagen.

Tragische Vorfälle als Auslöser

Der politische Druck speist sich aus besorgniserregenden Berichten. In mehreren Fällen sollen KI-Chatbots suizidale Gedanken von Nutzern nicht entmutigt, teils sogar bekräftigt haben. Gouverneur Bob Ferguson verweist auf solche Vorfälle – und auf die Sorge als Vater.

Die Dringlichkeit ist hoch: Studien zufolge nutzt etwa ein Drittel der US-Teenager KI-Chatbots für emotionale Unterstützung. Für Regulierer ist das alarmierend. Denn die Systeme sind für komplexe menschliche Gefühlslagen nicht ausgerüstet. „Der Markt hat versagt, verantwortungsvoll vorzugehen“, sagt Senatorin Lisa Wellman, eine Initiatorin der Gesetze.

Teil einer breiteren KI-Regulierungswelle

Die Chatbot-Regeln sind nur ein Teil einer umfassenden Gesetzesoffensive. Washington will KI in mehreren sensiblen Bereichen eindämmen:

  • Algorithmen-Diskriminierung: Ein Gesetzesvorschlag (HB 2157) will „hochriskante“ KI-Systeme regulieren, die über Jobs, Wohnungen, Versicherungen oder Kredite entscheiden.
  • Deepfakes: Eine weitere Vorlage (HB 1170) verlangt von großen KI-Firmen Detektionstools und klare Kennzeichnung synthetischer Inhalte.
  • Schulen: Senate Bill 5956 soll den KI-Einsatz zur Überwachung und Disziplinierung von Schülern begrenzen – die menschliche Beurteilung soll im Mittelpunkt bleiben.

Diese Maßnahmen basieren auf den Empfehlungen einer staatlichen KI-Taskforce, die bereits 2024 eingesetzt wurde.

Konflikt mit Washington D.C. und der Tech-Branche

Mit seinem Vorpreschen positioniert sich Washington an der Spitze einer staatlichen Regulierungsbewegung – während auf Bundesebene Stillstand herrscht. Das könnte zu Reibungen führen. Die Trump-Administration favorisiert einen nationalen Ansatz und warnt vor „belastenden“ Staatsgesetzen.

Auch die Tech-Industrie übt Kritik. Ein Flickenteppich aus Landesregeln bremse Innovation. Technisch nicht machbare Vorgaben – wie die verpflichtende Erkennung von KI-Inhalten – würden Unternehmen überfordern.

Trotz der Widerstände laufen die Beratungen. Hausausschüsse befassen sich diese Woche mit den Vorlagen. Sollten sie angenommen werden, würden die Chatbot-Regeln am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Washington könnte damit einen Maßstab setzen, dem andere Bundesstaaten – und vielleicht sogar der Kongress – folgen.

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