Warum Terna mit dem Tyrrhenian Link das Stromnetz neu denkt
17.06.2026 - 06:59:02 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Zubehoer & Komponenten. Vor der Veroeffentlichung am 17.06.2026, 06:58 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Der Tyrrhenian Link von Terna klingt nach Romantik und Inselhopping, ist aber in Wahrheit ein knallhartes Infrastrukturprojekt mit 1.000 Megawatt Leistung, tief unter der Wasseroberflaeche verlegt und auf Dauerbetrieb ausgelegt.
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Wie der Tyrrhenian Link in Ternas Strategie fuer ein stabileres, grueneres Stromnetz passt, zeigen weitere Meldungen und Unternehmenszahlen.
Was hinter dem Projekt steckt
Der Tyrrhenian Link ist eine geplante Hochspannungs-Gleichstrom-Seekabelverbindung, die Sardinien, Sizilien und das italienische Festland miteinander verknuepfen soll. Terna gibt die Uebertragungskapazitaet mit rund 1.000 Megawatt an.
Gebaut wird in drei Abschnitten: East Link zwischen Kampanien und Sizilien, West Link zwischen Sardinien und Sizilien sowie ein kuerzeren Landsegmenten fuer die Anbindung an das bestehende Netz. Die Gesamtlaenge der Unterseekabel soll etwa 970 Kilometer erreichen.
Technik unter Wasser und an Land
Im Kern setzt der Tyrrhenian Link auf 500-kV-HGUE-Technologie, um grosse Energiemengen mit vergleichsweise geringen Verlusten ueber lange Distanzen zu transportieren. Die Konverterstationen wandeln Strom wechselseitig von Wechsel- auf Gleichstrom.
Spueren wird man den Link nicht, hoeren auch nicht - er verlaeuft unsichtbar unter dem Meeresspiegel und weiter als Erdkabel an Land. Erst in den Umspannwerken wird seine Rolle in Form stabilerer Spannungen und besserer Auslastung sichtbar.
Warum Italien diesen Link braucht
Italien steht beim Ausbau erneuerbarer Energien vor der Herausforderung, wind- und sonnenreiche Regionen im Sueden mit den Verbrauchsschwerpunkten im Norden zu verbinden. Der Tyrrhenian Link soll helfen, diese raeumliche Luecke zu schliessen.
Vor allem Wind- und Solarparks auf Sardinien und Sizilien lassen sich so besser anbinden, was die Integration fluktuierender Einspeiser ermoeglicht. Gleichzeitig steigt die Sicherheit im Netz, weil im Stoerfall Strom flexibler umgeleitet werden kann.
Staerken im Alltag des Netzes
Im Betrieb koennte der Tyrrhenian Link dazu beitragen, Engpaesse zu reduzieren und Redispatch-Massnahmen zu verringern. Fuer Verbraucherinnen und Verbraucher fuehlt sich das unspektakulaer an: Das Licht flackert weniger, die Versorgung bleibt stabil.
Beeindruckend ist die Skalierung: 1.000 Megawatt entsprechen in etwa der Leistung eines groesseren konventionellen Kraftwerks. Diese Kapazitaet laesst sich flexibel zwischen den angeschlossenen Regionen verschieben.
Wo es Grenzen und Risiken gibt
So konsequent das Konzept wirkt, es bleibt ein Milliardenprojekt mit langen Genehmigungs- und Bauzeiten. Unerwartete geologische Bedingungen am Meeresboden, Lieferkettenprobleme bei Kabeln oder Transformatoren koennen Zeitplaene ins Wanken bringen.
Hinzu kommt: HGUE-Links erfordern hochkomplexe Regelungstechnik. Stoerungen an Konverterstationen koennen, wenn auch selten, grosse Energiemengen mit einem Schlag aus dem Netz nehmen und muessen in die Stabilitaetsplanung einkalkuliert werden.
Was Anleger wissen sollten
Der Tyrrhenian Link steht stellvertretend fuer Ternas Strategie, das italienische Netz fuers Zeitalter hoher EE-Anteile wetterfest zu machen. Solche Projekte sichern langfristig regulierte Ertraege, erfordern aber zunaechst hohe Investitionen.
Die Aktie von Terna (IT0003242622) notiert an der Borsa Italiana in Mailand; aktuelle Kurse und Kennzahlen stellt das Unternehmen auf seiner Investor-Relations-Seite bereit.
Die Fakten zum Tyrrhenian Link
- Produkt: Tyrrhenian Link
- Hersteller: Terna - Rete Elettrica Nazionale
- Kategorie: Zubehoer/Ersatzteil fuer Stromnetz-Infrastruktur
- Markteinfuehrung: Im Bau, Fertigstellung abschnittsweise in den kommenden Jahren
- UVP / Preis: Gesamtinvestition im Milliardenbereich (offizielle Schätzung, ohne einzelne Endkundenpreise)
- Verfuegbarkeit: Italienischer Markt, Verbindung von Sardinien, Sizilien und Festland
- Zielgruppe: Netzbetreiber, Energieversorger, regulatorische Behoerden
- Besonderheit / USP: Unterseeischer 500-kV-HGUE-Link mit rund 1.000 MW zur besseren Integration erneuerbarer Energien
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