Warum Marvin Gaye 2026 wieder überall ist
20.02.2026 - 12:24:43 | ad-hoc-news.deMarvin Gaye ist seit Jahrzehnten tot – und trotzdem fühlt es sich 2026 so an, als wäre er plötzlich wieder überall: in TikTok-Sounds, in Spotify-Playlists, in Serien-Soundtracks und auf Vinyl-Wänden in jedem zweiten Hipster-Café. Gerade in Deutschland drehen viele Fans komplett durch, weil seine Songs wieder in den Charts auftauchen, Remaster-Versionen gestreamt werden und jeden Monat neue Dokus und Playlists auftauchen. Wenn du dich fragst, was da gerade abgeht und warum ausgerechnet Marvin Gaye die jungen Feeds zurückerobert, bist du hier goldrichtig.
Hier findest du die zentrale Marvin-Gaye-Anlaufstelle mit Biografie, Musik und mehr
Zwischen neuen Biografien, einer geplanten Verfilmung seines Lebens und ständigen Samples seiner Klassiker entsteht gerade ein riesiger Hype, der sich auch in deutschen Streamingzahlen zeigt. Also: Was passiert da genau – und was bedeutet das für dich als Fan in Deutschland?
Hintergründe: Die aktuellen News im Detail
Fangen wir bei der offensichtlichen Frage an: Wieso spricht 2026 plötzlich wieder jede Musikseite über Marvin Gaye? Ein Hauptgrund: Das Interesse an Soul und R&B-Klassikern ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Viele US- und UK-Medien berichten, dass Katalog-Musik (also ältere Songs) mittlerweile teilweise mehr Streams holt als neue Veröffentlichungen. Marvin Gaye gehört dabei zur absoluten A-Liga dieser "Old but Gold"-Welle.
Mehrere Faktoren treiben das an. Erstens: Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube pushen kuratierte Playlists mit Titeln wie "Soul Classics", "Bedroom Vibes" oder "Sunday Chill". "Let's Get It On" oder "Sexual Healing" landen dort ständig in der Rotation. Viele junge Hörerinnen und Hörer stoßen zum ersten Mal über solche Playlists auf Marvin Gaye. Deutsche User kommentieren unter YouTube-Videos auffällig oft, dass sie die Songs aus Serien, Games oder TikTok-Edits kennen.
Zweitens: Es gibt anhaltende rechtliche und popkulturelle Diskussionen rund um Marvin-Gaye-Songs. Die Debatte um musikalische Ähnlichkeiten zwischen "Got to Give It Up" und "Blurred Lines" von Robin Thicke und Pharrell hat schon vor Jahren dazu geführt, dass sein Name regelmäßig in News auftauchte. Auch 2026 wird in Produzenten-Foren und auf Reddit immer noch heiß diskutiert, wie weit Inspiration gehen darf, bevor es wie Kopie klingt. Diese Diskussion hält sein Werk im Gespräch und zeigt gleichzeitig, wie prägend sein Groove und seine Melodieführung für moderne Pop- und R&B-Produktionen sind.
Drittens laufen konstant neue Dokumentationen, Podcasts und Biografie-Projekte. In US-Entertainmentmedien ist seit einiger Zeit von einem geplanten großen Biopic über Marvin Gaye die Rede, an dem bekannte Produzenten und teilweise auch Musiker mitarbeiten sollen. Selbst wenn noch kein fixer Kinostart für Deutschland genannt ist, reicht schon die Berichterstattung darüber, dass deutsche Musikfans anfangen, seine Geschichte zu googeln: das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, die politisch aufgeladene Phase mit "What's Going On", der Konflikt mit seinem Label, sein später Umzug nach Europa.
Genau dieser Europa-Bezug macht ihn für deutsche Fans besonders greifbar. Marvin Gaye lebte zeitweise in Ostende (Belgien) und hielt sich generell öfter in Europa auf, um Abstand vom Druck in den USA zu bekommen. In Fanforen verweisen viele immer wieder darauf, dass einige seiner späten Shows und Studioaufnahmen in Europa entstanden sind – für hiesige Hörer ein zusätzlicher emotionaler Anknüpfungspunkt.
Für deutsche Fans hat der aktuelle Hype ein paar ganz konkrete Auswirkungen: Vinyl-Reissues seiner großen Alben wie "What's Going On", "Here, My Dear" oder "Midnight Love" tauchen vermehrt in Plattenläden auf. Auch Special Editions und limitierte Farbpressungen sind häufig nach kurzer Zeit ausverkauft. Gleichzeitig berichten einige deutsche Händler, dass die Nachfrage nach hochwertigen HiFi-Setups gestiegen ist, weil Leute Soul-Klassiker bewusst in guter Qualität hören wollen.
Auch in Clubs und Bars in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln oder Leipzig wird Marvin Gaye wieder verstärkt aufgelegt – aber oft in Edit- oder Remix-Varianten. DJs schneiden zum Beispiel lange Intros oder verlängern Grooves, um die Songs noch besser in aktuelle R&B- und House-Sets zu integrieren. Das zieht eine neue, jüngere Crowd an, die danach die Originale entdeckt.
Was die News-Sicht ebenfalls prägt: Viele internationale Künstler nennen Marvin Gaye als direkten Einfluss. Wenn neue Stars in Interviews erklären, dass sie mit "What's Going On" oder "I Want You" groß geworden sind, springen Musikmedien dankbar darauf an. In deutschen Feeds liest man dann immer wieder Anspielungen wie "Der neue Marvin Gaye" oder "So politisch wie Marvin Gaye damals" – auch wenn der Vergleich oft etwas übertrieben wirkt. Fakt bleibt: Ohne seine Alben sähe moderner R&B, Neo-Soul und selbst Pop-Rap völlig anders aus.
Die Setlist & Show: Was dich erwartet
Natürlich: Marvin Gaye selbst wirst du nicht mehr live sehen können. Aber 2026 gibt es eine andere Welle, die man fast wie eine Tour betrachten kann – Tribute- und Orchester-Shows. In mehreren europäischen Städten laufen Konzerte, bei denen komplette Marvin-Gaye-Alben mit Band oder Orchester nachgespielt werden. In Deutschland sind Formate wie "The Music of Marvin Gaye" oder Soul-Abende in Philharmonien und Stadthallen regelmäßig gut besucht.
Typische Setlists solcher Abende orientieren sich eng an seinen größten Songs und an der Dramaturgie seiner wichtigsten Alben. Wenn du auf ein Tribute-Konzert gehst, kannst du in der Regel mit diesen Klassikern rechnen:
- "What's Going On"
- "Mercy Mercy Me (The Ecology)"
- "Inner City Blues (Make Me Wanna Holler)"
- "Let's Get It On"
- "Sexual Healing"
- "I Heard It Through the Grapevine"
- "Ain't No Mountain High Enough" (oft als Duett mit einer Sängerin)
- "How Sweet It Is (To Be Loved by You)"
- "Trouble Man"
- "Got to Give It Up"
Viele Shows bauen dramaturgisch zweigeteilt auf. Im ersten Teil steht häufig das politische und gesellschaftliche Material von "What's Going On" im Fokus. Da geht es textlich um Krieg, Umweltzerstörung, Rassismus, Polizeigewalt und soziale Kälte. Wenn ein gutes Ensemble das ernst nimmt, entsteht ein sehr intensives, fast andächtiges Konzertgefühl. Gerade deutsche Fans schreiben nach solchen Abenden oft, dass sie überrascht sind, wie aktuell die Texte klingen, obwohl das Album 1971 erschienen ist. Themen wie Umweltkrise, soziale Spaltung und Misstrauen gegenüber Institutionen triggern 2026 natürlich sofort Assoziationen zur Gegenwart.
Der zweite Teil vieler Konzerte kippt deutlich stärker in die sinnliche, körperliche und romantische Seite von Marvin Gaye. Songs wie "Let's Get It On" und "Sexual Healing" werden meistens gegen Ende gesetzt, wenn alle ohnehin schon mitwippen. In Orchesterversionen knallen dort die Streicher, während Bass und Drums den ikonischen Groove halten. In kleineren Club- oder Tribute-Shows setzen Bands gerne auf längere Jams, improvisierte Soli und Call-and-Response mit dem Publikum. Das funktioniert besonders gut bei "Got to Give It Up", das ohnehin wie ein Live-Party-Track angelegt ist.
Musikalisch lohnt es sich, beim Hören auf ein paar spezifische Dinge zu achten. Marvin Gaye arbeitete viel mit geschichteten Vocals – er sang mehrspurige Harmonien ein, in denen seine eigene Stimme miteinander interagiert. Viele moderne Artists machen das heute mit Plug-ins und Sample-Layern, aber bei ihm war das schon in den 70ern ein Markenzeichen. In Tribute-Shows lösen Bands das oft so, dass Background-Sängerinnen und -Sänger verschiedene Schichten übernehmen, während der Lead-Vokal möglichst nah am Original bleibt, ohne in billige Kopie abzurutschen.
Auch der Rhythmus ist entscheidend: In "What's Going On" oder "Inner City Blues" legt der Bass meist extrem geschmeidige Linien unter einen recht lockeren, aber bestimmten Schlagzeug-Groove. Diese Mischung aus Sanftheit und Dringlichkeit ist ein Grund, warum seine Songs so zeitlos wirken. Selbst wenn ein Orchester mitspielt, bleibt dieser Groove meistens unangetastet, weil er den Charakter der Songs definiert.
Setlist-technisch variieren die Reihenfolgen je nach Projekt, aber die Fan-Favoriten fehlen nie. Einige Formate spielen "What's Going On" komplett in Albumreihenfolge, was die Geschichte des Albums viel klarer spürbar macht: vom Chaos der Welt über persönliche Zweifel hin zu spirituellen Fragen und einem trotzdem hoffnungsvollen Ausblick. Andere Shows mischen die Phasen seines Schaffens, um einen größeren Querschnitt zu bieten, von den frühen Motown-Hits bis zu seinem Comeback mit "Sexual Healing" Anfang der 80er.
Auch ohne Tour im klassischen Sinn kannst du dir also ziemlich gut vorstellen, wie eine Marvin-Gaye-Nacht sich anfühlt: erst Gänsehaut, dann Hüftschwung, dazwischen viel Soul, politische Schärfe und diese typische, leicht melancholische Wärme, die sich durch fast all seine Aufnahmen zieht.
Das sagt das Netz:
Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten
Wo Hype ist, sind Gerüchte nicht weit. Und bei Marvin Gaye kocht 2026 die Fan-Diskussion an mehreren Fronten – auch wenn er selbst schon lange nicht mehr eingreifen kann. Auf Reddit, TikTok und in Kommentarspalten kreisen einige wiederkehrende Theorien.
Ein großes Thema: unveröffentlichte Aufnahmen. Viele Fans sind überzeugt, dass in den Archiven von Motown und anderen Studios noch deutlich mehr Material liegt, als offiziell bekannt ist. Immer wieder tauchen Bootlegs, Demo-Fragmente oder Live-Mitschnitte auf, die angeblich aus privaten Sammlungen stammen. In Foren wird heiß diskutiert, ob Labels diese Bänder irgendwann in einer großen, kuratierten Box veröffentlichen oder ob sie aus rechtlichen Gründen im Tresor bleiben. Manche Nutzer spekulieren sogar, dass ein zukünftiger AI-gestützter Mix aus Demos, Takes und Studio-Talks ein ganz neues, "virtuelles" Marvin-Gaye-Album ermöglichen könnte – was wiederum ethische Fragen aufwirft.
Damit sind wir beim zweiten großen Diskussionsfeld: Wie weit darf man mit KI gehen, wenn es um verstorbene Künstler geht? Auf TikTok kursieren schon jetzt AI-Cover, in denen Marvin-Gaye-ähnliche Stimmen aktuelle Hits singen. In den Kommentaren ist die Community gespalten: Die einen feiern die Vorstellung, zu hören, wie er zum Beispiel modernen Afrobeats oder Trap-Rhythmen seinen Stempel aufdrücken würde. Die anderen empfinden das als respektlos, solange die Familie und die ursprünglichen Produzenten nicht eingebunden sind. In deutschsprachigen Threads liest man häufig die Forderung, dass zumindest Einnahmen aus solchen Projekten an die Nachlassverwaltung oder wohltätige Projekte gehen sollten.
Ein weiteres Feld für Spekulationen ist der Biopic-Film, von dem internationale Medien seit Jahren sprechen. Fans zerlegen jede Casting-Meldung, jeden Produzentennamen und jede angebliche Plot-Beschreibung. Manche hoffen auf ein kompromisslos ehrliches Porträt, das auch schwierige Themen wie Drogen, Gewalt in Beziehungen und die toxische Familiendynamik klar benennt. Andere möchten lieber eine eher romantisierte Version, die stärker die Musik und die Liebesgeschichten ins Zentrum stellt. Für deutsche Fans wäre ein solcher Film vermutlich der nächste große Trigger für eine neue Streamingwelle – ähnlich wie es bei Freddy Mercury, Elton John oder Elvis war.
Natürlich drehen sich einige Spekulationen auch um Samples und Features. Produzenten-Subreddits und Leak-Accounts fabulieren regelmäßig darüber, welcher aktuelle Superstar sich wohl als Nächstes ein Marvin-Gaye-Sample sichern könnte. Besonders oft fällt der Name bei Artists, die politisch aufgeladene Texte mit warmen Soul-Harmonien verbinden. Auch in Deutschland wünschen sich viele Fans, dass ein prominenter Deutschrap- oder R&B-Act ein gut gesetztes Sample aus "What's Going On" oder "Inner City Blues" in einen Song über aktuelle gesellschaftliche Spannungen einarbeitet – quasi als Brücke zwischen den 70ern und heute.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Meme-Faktor. "Sexual Healing" und "Let's Get It On" werden in Kurzvideos ständig für humorvolle oder leicht cringe Momente genutzt – von Dating-Fails bis zu Kochvideos mit übertriebener Romantik. Einige Fans befürchten, dass die Songs dadurch zu reinen Gags degradiert werden. Andere argumentieren, dass genau dieser Humor dafür sorgt, dass Gen Z überhaupt erst neugierig auf den Kontext und die Alben dahinter wird.
Und dann ist da noch die ewige Diskussion, welcher Song "der" Marvin-Gaye-Track ist. Die Community spaltet sich grob in drei Lager: Die "What's Going On"-Fraktion, die eher politisch denkt, die "Let's Get It On"-Fraktion, die die sinnliche Seite feiert, und die "Grapevine"-Fraktion, die den perfekten Mix aus Drama, Melodie und Hit-Potenzial sieht. Deutsche Fans bringen in diese Debatte oft noch "Sexual Healing" rein, weil der Song bei uns im Radio extrem präsent ist. Am Ende ist es ein Luxusproblem – aber eines, das in Kommentarspalten erstaunlich emotional geführt wird.
Alle Daten auf einen Blick
Auch ohne aktuelle Tour gibt es einige harte Fakten und Daten, die dir helfen, Marvin Gaye einzuordnen. Die folgende Tabelle fasst wichtige Eckpunkte zusammen – von Album-Highlights bis zu Chart-Erfolgen in Deutschland und Europa.
| Jahr | Ereignis / Release | Format | Besonderheit / Relevanz (auch für DE) |
|---|---|---|---|
| 1968 | "I Heard It Through the Grapevine" | Single / Albumtrack | Wird in Deutschland bis heute in Oldie- und Soul-Playlists rauf und runter gespielt. |
| 1971 | "What's Going On" (Album) | Studioalbum | Gilt weltweit als eines der wichtigsten Alben aller Zeiten; oft Thema in Musik- und Politikseminaren an deutschen Hochschulen. |
| 1973 | "Let's Get It On" (Album) | Studioalbum | Der Titelsong ist einer der bekanntesten Slow-Jams; in Deutschland stark in Popkultur und Werbung verankert. |
| 1976 | "I Want You" (Album) | Studioalbum | Wird von vielen R&B- und Neo-Soul-Künstlern als zentrales Referenzwerk genannt; in Deutschland bei Vinyl-Fans sehr begehrt. |
| 1982 | "Midnight Love" / "Sexual Healing" | Studioalbum / Single | "Sexual Healing" wird international ein Riesenhit, auch in den deutschen Charts; bis heute Radio-Dauerbrenner. |
| 1984 | Tod von Marvin Gaye | Biografisches Ereignis | Löst weltweit Bestürzung aus; seine Platten steigen danach erneut in den Charts ein, auch in Deutschland. |
| 2010er–2020er | Zahlreiche Reissues und Deluxe-Editionen | CD, Vinyl, Digital | Erhöhte Präsenz im deutschen Handel; neue Generation entdeckt Klassiker über Streaming. |
| 2020er | Starke Nutzung in Serien, Filmen, TikTok | Syncs / Social Media | Sorgt in Deutschland für wiederkehrende Peaks in den Streamingzahlen, vor allem bei Gen Z. |
| laufend | Tribute- und Orchester-Shows in Europa | Live-Events | Auch deutsche Städte werden regelmäßig Teil von Soul- und Marvin-Gaye-Abenden. |
Häufige Fragen zu Marvin Gaye
Damit du beim nächsten Musiknerd-Talk oder in Insta-Kommentaren nicht ins Schwimmen gerätst, hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu Marvin Gaye – mit Fokus darauf, was für dich als Fan 2026 relevant ist.
Wer war Marvin Gaye überhaupt – und warum reden alle so ehrfürchtig über ihn?
Marvin Gaye war ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Produzent, der vor allem bei Motown groß geworden ist. Er startete in den 60ern mit eher klassischen Soul- und Popnummern, entwickelte sich aber in den 70ern zu einer der wichtigsten Stimmen für gesellschaftspolitische Themen in der Popmusik. "What's Going On" gilt als radikaler Bruch mit der damaligen Motown-Formel: kein reines Liebesalbum, sondern ein Kommentar zu Krieg, Armut, Rassismus und Umwelt. Gleichzeitig war er ein Meister darin, intime, körperliche und romantische Songs zu schreiben, die bis heute als Referenz für Slow-Jams gelten. Diese Mischung aus politischem Bewusstsein, spiritueller Suche und sinnlicher Energie macht ihn für viele zu einer Art Blueprint moderner R&B-Kunst.
Welche Marvin-Gaye-Alben sollte ich als Einsteiger unbedingt hören?
Wenn du noch gar nicht drin bist, kannst du dir eine kleine Drei-Alben-Tour gönnen:
- "What's Going On" (1971): Für viele das wichtigste Album überhaupt. Hör es am besten am Stück, nicht nur einzelne Songs. Der Sound ist warm, die Bläser und Streicher sind präsent, und textlich ist es erschreckend aktuell.
- "Let's Get It On" (1973): Hier zeigt sich seine sinnliche Seite. Der Titelsong kennst du vermutlich, aber auch Tracks wie "Distant Lover" oder "Come Get to This" sind stark.
- "I Want You" (1976): Sehr atmosphärisch, mit Fokus auf Groove und Stimmung. Dieses Album wird von vielen Produzenten als heimlicher Favorit genannt.
Wenn du auf 80er-Vibes stehst, solltest du außerdem "Midnight Love" mit "Sexual Healing" checken. Deutsch gesagt: Mit diesen vier Releases bist du in fast jeder Diskussion gut dabei.
Warum ist "What's Going On" so ein großes Ding – es ist doch "nur" ein Soul-Album, oder?
Genau das ist der Punkt: Es ist eben nicht "nur" Soul. Als Marvin Gaye das Album plante, war die Welt angespannt: Vietnamkrieg, soziale Unruhen, Umweltfragen – vieles davon erinnert an Themen, die uns heute noch beschäftigen. Statt einfach weiter romantische Singles aufzunehmen, setzte er seine künstlerische Glaubwürdigkeit aufs Spiel und lieferte ein geschlossenes Konzeptwerk ab, das mehr wie ein zusammenhängendes Statement wirkt als wie eine Sammlung von Hits. Die Arrangements wirken elegant, aber in den Texten steckt Frust, Trauer, Wut und Hoffnung. Wenn du heute Songs wie "Mercy Mercy Me (The Ecology)" hörst, klingt das wie ein Kommentar zur Klimakrise, obwohl der Track 50 Jahre alt ist. Diese Zeitlosigkeit macht das Album so mächtig.
Wie beeinflusst Marvin Gaye die Musik von heute – auch im deutschsprachigen Raum?
Sein Einfluss ist überall. Viele moderne R&B- und Hip-Hop-Produzenten bauen auf Bassläufe, Harmonien und Drum-Grooves, die stark von 70er-Soul inspiriert sind. Die Idee, Liebeslieder und gesellschaftliche Themen parallel nebeneinander existieren zu lassen, spiegelt sich auch in aktuellen Releases – von US-R&B bis hin zu poppigem Deutschrap. Direkt erkennbare Marvin-Gaye-Samples sind in der deutschen Szene zwar selten, aber das Vokabular, das er mitgeprägt hat – mehrspurige Vocals, samtige Leadstimmen, warme Live-Instrumentierung – taucht ständig wieder auf.
Außerdem nutzen viele deutsche Künstler seine Songs als Referenzpunkte in Interviews oder Social-Media-Posts. Wenn jemand schreibt, ein Track habe "Marvin-Gaye-Vibes", weißt du sofort: Es geht um gefühlvollen Gesang, Soul-Harmonien und eine gewisse Wärme, die nicht billig wirkt.
Gibt es eine Verbindung von Marvin Gaye zu Europa und damit auch zu uns in Deutschland?
Ja, und genau das macht seine Geschichte für europäische Fans besonders interessant. Marvin Gaye zog zeitweise nach Europa, unter anderem nach Belgien, um Abstand von Problemen in den USA zu gewinnen – Drogen, Druck aus der Musikindustrie, familiäre Konflikte. In dieser Phase fand er teilweise neue Kreativität und arbeitete an Projekten, die später sehr erfolgreich wurden. Obwohl Deutschland nicht sein Haupt-Fokusland war, führt diese europäische Phase dazu, dass sich Fans hier näher an ihm dran fühlen als vielleicht an anderen US-Stars, die nie länger auf dem Kontinent gelebt haben.
In Deutschland selbst wird seine Musik seit den 70ern in Radios gespielt, und immer wieder tauchen seine Songs in deutschen Filmen, Serien und Werbeclips auf. Außerdem gibt es hierzulande eine sehr aktive Vinyl- und Soul-Szene, die seine Platten seit Jahrzehnten hochhält – von spezialisierten Recordstores bis zu Soul-Allnightern in Clubs.
Wie höre ich Marvin Gaye 2026 am besten – Streaming, Vinyl oder Live-Tributes?
Das hängt davon ab, wie tief du gehen willst. Wenn du nur schnell reinhören willst, sind Streaming-Playlists ein guter Start. Für "What's Going On" lohnt es sich aber, das Album am Stück zu hören – gerne mit guten Kopfhörern, damit du die Details im Mix mitbekommst. Vinyl bringt gerade bei den 70er-Alben einen zusätzlichen Charme, weil viele Produktionen damals genau auf dieses Medium abgestimmt waren. Falls du Gelegenheit hast, ein Tribute- oder Orchesterkonzert zu besuchen, bekommst du eine andere Perspektive: Die Songs wirkten nie als Museumstücke, sondern als lebendige, atmende Musik, die man auch 50 Jahre später noch mit voller Wucht spüren kann.
Wird es in Zukunft neue Releases von Marvin Gaye geben?
Neue Studioalben im klassischen Sinn natürlich nicht. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass weiterhin unveröffentlichte Aufnahmen, alternative Takes, Livekonzerte und Special Editions erscheinen. Labels merken, dass es ein großes Publikum für gut kuratierte Archiv-Releases gibt. Wichtig ist, dass solche Veröffentlichungen respektvoll behandelt werden: mit gutem Sound, transparenten Liner-Notes und ohne künstlich aufgeblähte Tracklists. Wenn du bei zukünftigen Ankündigungen im Blick behalten willst, ob ein Release seriös wirkt, achte darauf, wer daran beteiligt ist (z. B. originale Produzenten, Historiker, enge Weggefährten) und ob die Kommunikation erklärt, aus welcher Phase seines Lebens die Aufnahmen stammen.
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