Warum das Viking Link-Kabel von National Grid die Nordsee leise unter Strom setzt
17.06.2026 - 20:06:45 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Zubehoer & Komponenten. Vor der Veroeffentlichung am 17.06.2026, 20:04 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Viking Link von National Grid wirkt von oben betrachtet unspektakulaer: unsichtbar unter der Nordsee, 765 Kilometer Kabel, das Meer bleibt ruhig. Doch dieses Hochspannungs-Gleichstrom-Interkonnektorprojekt soll kuenftig Gigawatt an Strom zwischen Daenemark und Grossbritannien verschieben und damit das Netz deutlich flexibler machen.
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Wer Viking Link besser verstehen will, landet schnell bei den strategischen Plaenen von National Grid und der Rolle grenzueberschreitender Stromkabel im europaeischen Energiesystem.
Was Viking Link konkret leistet
Viking Link ist ein Hochspannungs-Gleichstrom-Interkonnektor mit einer Kapazitaet von rund 1,4 Gigawatt, ausgelegt auf etwa 525 Kilovolt Nennspannung. Damit kann das System theoretisch den Bedarf von mehr als einer Million Haushalten decken, je nach Auslastung und Verbrauchsprofil.
Die Leitung verbindet das britische Netz in Lincolnshire mit dem daenischen Netz in Jutland und fuehrt dabei als Seekabel durch die Nordsee. Ziel ist es, erneuerbare Daenen-Windkraft effizient nach Grossbritannien zu bringen und im Gegenzug in windschwachen Zeiten Strom zu exportieren.
Technik unter der Nordsee
Herzstueck des Projekts sind die Konverterstationen an beiden Enden, die Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln und umgekehrt. Sie arbeiten mit moderner HGUElektronik, um Leitungsverluste auf der langen Strecke so gering wie moeglich zu halten.
Das Kabel selbst ist mehrlagig aufgebaut, mit massiver Isolation und Stahlarmierung, damit es Druck, Stroemung und eventuellem Fischereikontakt standhaelt. Waehrend der Verlegung arbeiten Spezialschiffe, die das Kabel in den Meeresboden einfraesen oder einpfluegen.
Warum National Grid auf Interkonnektoren setzt
National Grid positioniert Viking Link als wichtigen Baustein seiner Strategie, das britische Netz fuer hohe Anteile erneuerbarer Energien zu ruesten. Ueberschuesse aus Wind- und Solarparks lassen sich so exportieren, statt Anlagen abregeln zu muessen.
Gleichzeitig koennen bei Flaute oder hoher Last guenstige Strommengen aus Daenemark importiert werden, was Preis- und Netzspitzen abfedern soll. Interkonnektoren wie Viking Link erhoehen damit grundsaetzlich die Versorgungssicherheit in beiden Maerkten.
Kosten, Zeitplan und Groessenordnung
Die Investitionssumme fuer Viking Link liegt im Milliardenbereich, National Grid nennt gemeinsam mit dem daenischen Partner mehrere hundert Millionen Pfund fuer den eigenen Anteil. Der Bau startete nach laengerer Planungs- und Genehmigungsphase Mitte der 2020er Jahre.
Die Inbetriebnahme ist etappenweise angelegt, beginnend mit Testphasen, bevor die volle Kapazitaet in den regulaeren Markt geht. Solche Projekte koennen sich durch Wetter, Lieferketten und Genehmigungen verzoegern, bisher laeuft der Ausbau aber im Rahmen der kommunizierten Plaene.
Was das fuer Verbraucher fuehlen koennen
Im Alltag wird niemand „Viking LinkStrom“ auf der Rechnung lesen, der Effekt ist indirekt. Die Leitung erweitert das Angebot auf dem Grosshandelsmarkt, was langfristig stabilisierend auf die Preise wirken kann, wenn genug erneuerbare Energie im System ist.
Spuerbar koennte vor allem die hoehere Netzstabilitaet sein: weniger Risiko von Engpaessen, weniger redispatch-Massnahmen, potenziell weniger NotfallIm- und Exporte zu hohen Preisen. Fuer die Energiewende ist das ein leiser, aber wichtiger Hebel.
Wie sich Viking Link einordnet
Viking Link reiht sich in eine wachsende Liste von Interkonnektoren ein, die National Grid in den letzten Jahren aufgebaut hat, etwa Verbindungen nach Frankreich, Norwegen oder in die Niederlande. Das Projekt unterstreicht den Trend, dass Stromsysteme in Europa immer staerker grenzueberschreitend gedacht werden.
Fuer Daenemark bedeutet das zusaetzliche Absatzkanaele fuer OffshoreWindparks, fuer Grossbritannien mehr Zugang zu skandinavischem Wind und fossilarmer Erzeugung. Politisch passt das in die Strategie, Emissionen zu senken und gleichzeitige Versorgungssicherheit zu sichern.
Unternehmenskontext und Aktie
Viking Link ist damit weniger ein singulaeres Prestigeobjekt als vielmehr Teil eines ganzen Portfolios von Netzinfrastrukturprojekten, mit denen National Grid sein Geschaeft langfristig absichern will. Unterm Strich zeigt das: Ohne solche „unsichtbaren“ Komponenten funktioniert die Energiewende nicht.
Die Aktie von National Grid (GB00B03MM408) ist an der London Stock Exchange in Pfund Sterling notiert, aktuelle Kurse stellen die jeweiligen Boersenplaetze zur Verfuegung.
Die wichtigsten Fakten zu Viking Link
- Produkt: Viking Link Hochspannungs-Gleichstrom-Interkonnektor
- Hersteller: National Grid PLC
- Kategorie: Zubehoer/Energieinfrastruktur-Komponente
- Markteinfuehrung: Mitte der 2020er Jahre mit schrittweiser Inbetriebnahme
- UVP / Preis: Investitionsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich in Pfund fuer den National-Grid-Anteil
- Verfuegbarkeit: Projektbasierte Infrastrukturverbindung zwischen Grossbritannien und Daenemark, kein Endkundenprodukt
- Zielgruppe: Uebertragungsnetzbetreiber, Stromboersen, Industriekunden und Haushalte indirekt ueber das oeffentliche Netz
- Besonderheit / USP: Eines der laengsten HGUE-Seekabel der Welt, ausgelegt auf rund 1,4 Gigawatt Kapazitaet
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