Warner Bros. Discovery (A) Aktie: Zweifel an der Fusion wachsen
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 16:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet der Käufer sorgt für Unruhe. Paramount Skydance brach am Donnerstag um acht Prozent ein, nachdem das Analysehaus Arete Research die Aktie von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel auf zwei Dollar gekappt hat — den niedrigsten Wert am Markt. Der Grund: der geplante Kauf von Warner Bros. Discovery treibt Paramount tief in die Schulden.
Schuldenberg beunruhigt Analysten
Arete-Analyst Pierre-Marie d'Ornano rechnet vor, dass die fusionierte Gesellschaft auf Bruttoschulden von 86 Milliarden Dollar sitzen würde, bei einem Verschuldungsgrad vom Sechsfachen des operativen Gewinns. Seine Kritik zielt auch auf das Management: Es sei unklar, ob die Führung die Erfahrung mitbringe, eine derart gehebelte Bilanz zu steuern. Historisch seien große Medienfusionen häufig an sinkenden linearen TV-Einnahmen und zu optimistischen Streaming-Erwartungen gescheitert — mit teurer verzinsten Krediten und strengeren Auflagen dürfte es laut d'Ornano diesmal nicht leichter werden.
Für WBD-Aktionäre ist das mehr als eine Randnotiz. Je nervöser der Markt den Käufer einschätzt, desto größer die Unsicherheit über den Ausgang der milliardenschweren Transaktion.
Verzögerung und drohende Klagen
Parallel dazu verschiebt sich der Zeitplan. Paramount hat gegenüber der Generalstaatsanwaltschaft von Oregon erklärt, den Deal frühestens ab dem 22. Juli abzuschließen — eine weitere Woche später als zuletzt angepeilt. Hinzu kommt Widerstand aus mehreren US-Bundesstaaten: Eine Gruppe von Staaten bereitet einem Bericht zufolge eine Klage vor, die bereits in der kommenden Woche eingereicht werden könnte. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta führt die Untersuchung an, ob die Übernahme den Wettbewerb im Medienmarkt unzulässig einschränkt.
Kritiker aus Schauspiel-, Autoren- und Kinobranche befürchten Stellenabbau und weniger Kinostarts. Paramount hält dagegen und verweist auf nötige Skaleneffekte im Streaming-Wettbewerb — CEO David Ellison hat rund 30 Filme pro Jahr für das kombinierte Studio in Aussicht gestellt.
Für WBD-Aktionäre bleibt eine finanzielle Klausel entscheidend: Verzögert sich der Abschluss über den Oktober hinaus, muss Paramount eine vierteljährliche Ausgleichszahlung von 25 Cent je Aktie leisten — umgerechnet rund 650 Millionen Dollar pro Quartal. Je länger sich Klagen und Prüfverfahren hinziehen, desto teurer wird die Wartezeit für den Käufer.
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