Warner Bros. Discovery (A) Aktie: EU prüft 110-Milliarden-Deal
03.06.2026 - 05:59:04 | boerse-global.deDie geplante 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance steht vor einem entscheidenden regulatorischen Test. Die EU-Kommission hat die formelle Prüfung des Zusammenschlusses eingeleitet – eine erste Vorentscheidung ist für Anfang Juli 2026 vorgesehen. Der Deal, der zwei der größten Hollywood-Studios vereinen soll, tritt damit in seine kritischste Phase.
Regulatorische Hürden in Europa
Die Brüsseler Wettbewerbshüter konzentrieren sich auf die Märkte für Filmverleih, Content-Lizenzierung, Werbung und Streaming. Die Phase-1-Prüfung erstreckt sich über 25 Arbeitstage. Historisch gesehen werden viele Fälle in diesem Zeitfenster geklärt. Dennoch bleiben Zugeständnisse möglich. Branchenbeobachter rechnen mit potenziellen Verkäufen kleinerer TV-Sender, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Vieles spricht für eine Lösung ohne tiefgreifende Auflagen.
Politischer Gegenwind aus den USA
Parallel zur EU-Prüfung formiert sich in den Vereinigten Staaten breite Opposition. Eine Koalition aus Gewerkschaften der Unterhaltungsbranche und Bürgerrechtsgruppen hat eine Kampagne in mehreren Städten gestartet. Die Kritik richtet sich gegen befürchtete Arbeitsplatzverluste und steigende Verbraucherpreise.
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Eine Gruppe von US-Staatsanwälten untersucht zudem die Wettbewerbswirkung auf den Blockbuster-Filmmarkt. Organisationen für Pressefreiheit meldeten Bedenken an – speziell mit Blick auf die Zukunft von CNN unter dem neuen Dach.
Paramount stellt sich quer
Paramounts Chefjustiziar Makan Delrahim wies die Angriffe entschieden zurück. Er bezeichnete die Opposition als politisch motiviert und betonte den pro-kompetitiven Charakter des Deals. Der Zusammenschluss stärke die Wettbewerbsfähigkeit gegen Tech-giganten wie Netflix oder Amazon. Hinter den Kulissen bereitet Paramount Skydance die Fremdfinanzierung vor, um den Barkaufpreis von 31 Dollar je Aktie zu stemmen.
Die Warner Bros. Discovery Aktie notiert am Mittwoch bei 23,39 Euro – rund acht Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 25,55 Euro. Der RSI von 64,6 signalisiert eine neutrale bis leicht überkaufte Lage. Das Closing ist für das dritte Quartal 2026 angepeilt.
Bis Anfang Juli muss die EU-Kommission ihre erste Entscheidung treffen. Entweder sie gibt grünes Licht – oder sie verlangt Zugeständnisse. Der Ausgang wird weit über die Zukunft des Studios entscheiden.
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