Walmart und Google starten KI-Revolution im Handel
11.01.2026 - 17:00:12Walmart und Google integrieren den gesamten Einzelhandelsriesen direkt in die KI Gemini – und schaffen dabei einen neuen Standard.
In einem strategischen Schachzug gegen Amazon haben sich der weltgrößte Einzelhändler und der Tech-Gigant zusammengeschlossen. Ab sofort können Nutzer in den USA über Googles KI Gemini direkt in Walmarts Sortiment stöbern und einkaufen. Kern der Partnerschaft ist ein neuer offener Standard, das Universal Commerce Protocol (UCP), das KI-Assistenten erstmals echte Einkäufe ermöglichen soll.
Die Integration geht weit über eine einfache Produktsuche hinaus. Gemini erhält durch das UCP direkten Zugriff auf Walmarts Echtzeit-Daten zu Lagerbeständen, Preisen und Lieferoptionen. Nutzer können komplexe Anfragen stellen wie „Plan eine Geburtstagsparty für zehn Personen unter 100 Euro“ – die KI sucht, vergleicht und füllt den Warenkorb.
„Dies ist ein bedeutender Schritt, um agentischen Handel Wirklichkeit werden zu lassen“, sagte Google-CEO Sundar Pichai. Die Lücke zwischen Inspiration und Kauf soll so geschlossen werden. Für Walmart bedeutet dies eine massive Erweiterung seiner digitalen Reichweite: Jede Interaktion mit Gemini wird zu einem potenziellen Verkaufspunkt.
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Universal Commerce Protocol: Der „HTML-Code“ für den KI-Handel
Das eigentliche Ziel der Allianz ist ambitionierter: Mit dem Universal Commerce Protocol etablieren Walmart und Google einen offenen Standard, der als Schnittstelle zwischen KI-Modellen und Einzelhandelskatalogen dienen soll. Experten sehen darin den Versuch, das „HTML des KI-Handels“ zu schaffen.
Der Standard soll die Zuverlässigkeit revolutionieren. Bisher litten KI-Einkaufsempfehlungen oft unter „Halluzinationen“ – falschen Angaben zu Verfügbarkeit oder Preis. Durch die direkte Anbindung an Walmarts Lieferkette soll Gemini nun ein Niveau an Genauigkeit bieten, das mit den eigenen Plattformen des Händlers mithalten kann. Dies ist die technische Grundlage für das nötige Verbrauchervertrauen.
Strategisches Duell: Walmart setzt auf Plattform-Unabhängigkeit
Das Timing ist kein Zufall. Erst Ende 2025 kündigte Walmart eine Partnerschaft mit OpenAI an, um ChatGPT in seine Einkaufserlebnisse zu integrieren. Die parallele Allianz mit Google zeigt eine klare Strategie: Der Einzelhändler will plattformunabhängig sein und sein Sortiment in jedem populären KI-Assistenten anbieten.
Dies wird als direkter Gegenschlag zu Amazon gewertet. Der Online-Riese treibt seinen eigenen KI-Einkaufsassistenten „Rufus“ voran. Während Amazon ein geschlossenes Ökosystem kontrolliert, verbünden sich mit Walmart und Google der größte stationäre Händler und die größte Suchmaschine. Ein Machtkampf, der die Zukunft des Einzelhandels neu definieren wird.
Die Bedeutung der KI-Strategie für Walmart unterstreicht auch eine jüngste Personalie: Am 8. Januar 2026 wurde der Tech-Veteran Shishir Mehrotra in den Aufsichtsrat berufen. Er soll die komplexen Technologiepartnerschaften des Konzerns begleiten.
Post-App-Ära: Wird der KI-Assistent zum neuen Schaufenster?
Die Einführung in den USA beginnt sofort, eine internationale Expansion ist geplant. Für die gesamte Branche könnte dies den Beginn der „Post-App-Ära“ markieren. Wenn Verbraucher zukünftig generische Anfragen („bester Waschmittelwert“) an ihre KI richten, verschiebt sich die Macht hin zu den Algorithmen, die diese Entscheidungen treffen.
Die Loyalität der Kunden würde sich dann vom Händler- zum KI-Assistenten verlagern. Der Markt wird beobachten, ob andere große Einzelhändler dem offenen UCP-Standard folgen oder eigene proprietäre Systeme entwickeln werden. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Handel hat heute deutlich an Fahrt aufgenommen.
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