Wärtsilä, Aktie

Wärtsilä Aktie: Aufwind mit Schönheitsfehlern

28.04.2026 - 09:34:41 | boerse-global.de

Wärtsilä verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang, kämpft aber mit schwacher Speichersparte und Managementabgang.

Wärtsilä Aktie: Aufwind mit Schönheitsfehlern - Foto: über boerse-global.de
Wärtsilä Aktie: Aufwind mit Schönheitsfehlern - Foto: über boerse-global.de

Wärtsilä hat das erste Quartal 2026 mit einem kräftigen Auftragsschub abgeschlossen. Der Auftragseingang stieg um zehn Prozent auf 2,1 Milliarden Euro — organisch sogar um 22 Prozent. Das Auftragsbuch erreichte mit 8,9 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Kein schlechter Jahresauftakt.

Das operative Ergebnis zog ebenfalls an: Der vergleichbare Betriebsgewinn wuchs um 16 Prozent auf 199 Millionen Euro, was einer Marge von 12,8 Prozent entspricht — gegenüber 11,0 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie kletterte von 0,21 auf 0,25 Euro. Wachstum also auf breiter Front, während der Umsatz mit 1,56 Milliarden Euro nahezu unverändert blieb.

Energiesparte zieht an — Speichersparte bremst

Den stärksten Schwung lieferte die Energiesparte: Sie verbuchte ihr bisher höchstes Quartalsergebnis beim Auftragseingang. Treiber sind der rasant wachsende Strombedarf durch Rechenzentren und Elektrifizierung — ein Trend, der Wärtsiläs flexiblen Kraftwerkslösungen spürbar in die Hände spielt. Ein Auftrag über 429 Megawatt für ein US-Rechenzentrum unterstreicht das.

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Das Sorgenkind bleibt der Bereich Energy Storage. Hohe US-Zölle, regulatorische Unsicherheiten und verschärfter Wettbewerb drücken auf die Auftragslage. Das Management machte deutlich: Bleibt der Auftragseingang kurzfristig schwach, drohen ab der zweiten Jahreshälfte Verluste in dieser Sparte. Bereits eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen sollen gegensteuern.

Abfluss im Management, Abfluss beim Cashflow

Gleich zwei Wermutstropfen kamen heute zusammen. Zum einen: Tamara de Gruyter, Leiterin der Energy-Storage-Sparte und Mitglied des Group-Vorstands, verlässt das Unternehmen Ende August — mitten in einer kritischen Phase für genau das Geschäft, das sie verantwortet. Die Nachfolgesuche hat begonnen.

Zum anderen fiel der operative Cashflow von 190 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 7 Millionen Euro — ein deutlicher Rückgang, der laut Unternehmensangaben auf gestiegenes Working Capital zurückzuführen ist. Das vierte Quartal 2025 hatte hier einen außergewöhnlich niedrigen Ausgangswert hinterlassen. Das Management erwartet, das Working Capital langfristig unter dem historischen Durchschnitt zu halten.

Auf der Portfolioseite nähert sich die Bereinigung dem Abschluss: Die verbleibenden zwei Einheiten — Gas Solutions und Water & Waste — sollen im zweiten beziehungsweise dritten Quartal 2026 veräußert werden. Wärtsilä wird dann vollständig aus dem Portfolio-Geschäft herausgelöst sein und sich auf Marine und Energie konzentrieren.

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