Vulcan Energy Aktie: Baustart für 30-MW-Geothermieanlage
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 04:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vulcan Energy hat den zivilen Bau seines Geothermie- und Lithiumprojekts Lionheart in Landau begonnen. Das Unternehmen mit dem australischen Kürzel ASX:VUL treibt damit sein Kernprojekt im Oberrheintal einen entscheidenden Schritt voran. CEO Cris Moreno erklärte, das Projekt liege im Zeitplan.
Baustart auf zehn Hektar im Oberrheintal
Die Anlage entsteht auf einem rund zehn Hektar großen Areal im Messegelände Südost in Landau. Geplant ist ein 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk mit einer geschätzten Betriebsdauer von 30 Jahren. Parallel zur Stromerzeugung soll die Anlage Lithiumhydroxid gewinnen – Vulcan Energy peilt eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen an, die erste kommerzielle Produktion ist für 2028 vorgesehen.
Finanziert wird das Vorhaben über ein im Mai vereinbartes Paket von 2,2 Milliarden Euro, an dem sich unter anderem die Europäische Investitionsbank mit 250 Millionen Euro beteiligt. Auf der Abnehmerseite hat Vulcan Energy bereits Verträge mit Volkswagen, Stellantis, Renault, Umicore und LG Energy Solution geschlossen – ein Kundenkreis, der die geplante Rolle des Unternehmens als europäischer Zulieferer für batteriefähiges Lithiumhydroxid unterstreicht. Der jetzige Baustart markiert damit den Übergang von der reinen Planungs- und Finanzierungsphase hin zur physischen Umsetzung des Projekts.
Aktie nahe am Mehrjahrestief
An der Börse bewegt sich das Papier weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 1,61 Euro und damit nur noch 0,31 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,60 Euro, das erst am 24. Juli markiert wurde. Der Relative-Stärke-Index von 29,5 signalisiert eine überverkaufte Situation – ein Hinweis darauf, dass der Abwärtsdruck der vergangenen Wochen technisch bereits weit fortgeschritten ist. Der Baustart in Landau konnte diesen Trend bislang nicht durchbrechen, was zeigt, wie stark makroökonomische und branchenweite Faktoren derzeit auf Rohstoff- und Energiewerte wirken.
Der Kontrast zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung fällt auf: Während das Unternehmen mit dem Baubeginn einen wichtigen Meilenstein erreicht, bleibt das Vertrauen der Anleger gedämpft. Das dürfte auch mit der Kapitalintensität von Geothermie- und Lithiumprojekten zusammenhängen, deren Wertschöpfung erst mit Produktionsstart 2028 sichtbar wird.
Geothermie-Sektor im Aufwind
Der Baustart von Lionheart fällt in eine Phase, in der Geothermie international neues Investoreninteresse weckt. In den USA kehrt etwa Ormat Technologies mit Partnern wie SLB und Sage Geosystems zu sogenannten Enhanced Geothermal Systems zurück, während das US-Energieministerium einen Ausbau der heimischen Geothermiekapazität auf 90 Gigawatt bis 2050 anstrebt – ausgehend von derzeit 3,9 Gigawatt. Für Vulcan Energy bedeutet dieses Umfeld zwar wachsende technologische und politische Rückendeckung für die Branche insgesamt, doch der unmittelbare Erfolg des Unternehmens hängt weiterhin am reibungslosen Fortgang der Bauarbeiten in Landau und an der Fähigkeit, die anvisierten Produktionsziele bis 2028 einzuhalten.
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