Vonage-Aktie nach Übernahme von der Börse – lohnt sich jetzt noch ein Einstieg?
21.02.2026 - 09:49:54 | ad-hoc-news.deVonage Holdings Corp ist für viele deutsche Anleger aus dem Blickfeld verschwunden – dabei wirkt die milliardenschwere Übernahme durch Ericsson bis heute nach. Die frühere VG-Aktie (ISIN US9256521090) wird nicht mehr regulär gehandelt, hat aber weiter Folgen für Bewertungen im gesamten Cloud-Kommunikations- und Telko-Sektor. Wer deutsche Telekom-, Cloud- oder UCaaS-Titel im Depot hat, sollte die damaligen Kennzahlen und strategischen Motive genau kennen.
Was Sie jetzt wissen müssen: Vonage ist seit dem Closing der Übernahme durch Ericsson vollständig integriert, die Aktie wurde vom Nasdaq-Handel genommen und durch eine Barabfindung ersetzt. Für Privatanleger in Deutschland stellt sich weniger die Frage nach einem Neueinstieg in Vonage selbst, sondern was der Ericsson/Vonage-Deal als Benchmark für Bewertungen und Strategien im Kommunikations- und API-Geschäft bedeutet.
Mehr zum Unternehmen Vonage und seinem Produktportfolio
Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Um die heutige Situation richtig einzuordnen, muss man den entscheidenden Wendepunkt der Vonage-Story verstehen: Ende 2021 gab Ericsson bekannt, Vonage für rund 6,2 Mrd. US?Dollar in bar zu übernehmen. Der Angebotspreis lag bei 21 USD je Aktie und bedeutete einen deutlichen Aufschlag auf den damaligen Kurs.
Nach regulatorischer Freigabe wurde der Deal abgeschlossen, die Vonage-Aktie (Ticker: VG) delistet, und Aktionäre erhielten ausschließlich eine Barzahlung – keine Ericsson-Aktien. Damit existiert die Vonage-Aktie als investierbares Wertpapier faktisch nicht mehr; etwaige Restpositionen können nur noch in sehr speziellen OTC-Konstellationen eine Rolle spielen und sind für Privatanleger praktisch irrelevant.
| Faktor | Details |
|---|---|
| ISIN | US9256521090 (Vonage Holdings Corp, vormals Nasdaq: VG) |
| Übernehmer | Ericsson (NASDAQ: ERIC, Telko-Infrastruktur & 5G) |
| Deal-Struktur | Reine Barübernahme, ca. 6,2 Mrd. USD, rund 21 USD je Aktie |
| Strategischer Fokus | Kommunikations-APIs (CPaaS), Unified Communications, Contact Center, 5G-Monetarisierung |
| Auswirkung für Anleger | Vonage-Aktie delistet, keine eigenständige Equity-Story mehr; Exposure nur noch über Ericsson oder Sektor-Peers |
| Relevanz für Deutschland | Benchmark für Bewertungen im Cloud-Kommunikationsmarkt, Signal für Telko-Transformation (u.a. Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland, Software-/Cloud-Werte) |
Warum ist das für deutsche Anleger heute noch relevant? Zum einen zeigt die Übernahme, welchen strategischen Wert etablierte Telko-Player in flexiblen Cloud-Kommunikationsplattformen sehen. Zum anderen setzt der Kaufpreis von Ericsson eine Art Referenz für Bewertungs-Multiples im Bereich CPaaS, UCaaS und Contact-Center-as-a-Service.
Wer Titel wie Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland, RingCentral, 8x8 oder Twilio beobachtet, kann aus dem Vonage-Deal ableiten, welche Bewertungsniveaus große Industrie-Player bereit sind zu zahlen, um ihr 5G- und Enterprise-Portfolio zu stärken. Gerade für deutsche Tech? und Cloud-Investoren ist das ein wichtiger Kompass.
Vonage im Kontext von Cloud-Kommunikation und 5G
Vonage hatte sich in den Jahren vor der Übernahme von einem klassischen VoIP-Anbieter zu einer API-getriebenen Kommunikationsplattform entwickelt. Unternehmen konnten über Vonage-APIs Telefonie, Messaging, Video und Contact-Center-Funktionen direkt in ihre eigenen Anwendungen integrieren.
Genau hier lag der strategische Reiz für Ericsson: 5G allein generiert keine Margen, wenn auf der Netzebene keine skalierbaren Dienste für Unternehmenskunden aufgebaut werden. Über Vonage wollte Ericsson ein Ökosystem schaffen, in dem Entwickler weltweit Netzfunktionen (Network APIs) einfach nutzen können – ähnlich, wie es amerikanische Cloud-Plattformen mit Rechenleistung und Storage getan haben.
Für den deutschen Markt heißt das: Der Trend geht klar in Richtung „Network-as-a-Platform“. Telekommunikationsunternehmen in Europa, einschließlich der Deutschen Telekom, suchen nach Wegen, mehr Wert aus dem Netz zu ziehen als nur klassische Daten- und Sprachumsätze. Die Vonage-Integration zeigt, welche Richtung die internationale Konkurrenz vorgibt.
Warum Sie als deutscher Privatanleger die Vonage-Aktie nicht mehr handeln können
Auch wenn in Foren gelegentlich Fragen wie „Wo finde ich die Vonage-Aktie noch?“ auftauchen: Die Aktie ist regulär nicht mehr über Xetra, Tradegate oder US-Börsen handelbar, weil das Unternehmen nach der Übernahme von der Börse genommen wurde. In deutschen Brokern sind meist nur noch historische Kursverläufe sichtbar.
Eventuelle OTC-Restnotierungen oder graue Märkte spielen im professionellen Handel kaum eine Rolle, sind illiquide und für Privatanleger praktisch nicht zugänglich. Wer heute auf die Vonage-Story setzen möchte, tut dies indirekt über die Ericsson-Aktie oder über Wettbewerber im gleichen Segment.
Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie in Deutschland?
- Benchmark für Übernahmepreise: Der Vonage-Deal liefert eine konkrete Referenz, welche Multiples etablierte Player für Wachstumswerte im Kommunikations-API-Bereich zahlen.
- Signal für M&A-Aktivität: Für deutsche und europäische Cloud- und Telko-Unternehmen steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Übernahmeziel zu werden, wenn sie attraktive Nischen besetzen.
- Bewertungsmaßstab für deutsche Tech-Titel: Software- und Cloud-Aktien mit Kommunikationsfokus (z.B. Contact-Center, Collaboration, B2B-Messaging) können im Lichte des Vonage-Deals neu eingeordnet werden.
- Risiko-Hinweis: Nicht jede Plattform rechtfertigt Vonage-ähnliche Multiples – wichtig sind wiederkehrende Umsätze, Entwicklerökosystem und Skaleneffekte.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Für Vonage selbst gibt es heute keine aktuellen Analystenratings oder Kursziele mehr, da das Unternehmen nach dem Squeeze-out und Delisting nicht länger als eigenständige börsennotierte Gesellschaft existiert. Research-Häuser haben ihre Coverage in der Regel mit Abschluss der Übernahme eingestellt.
Interessant ist jedoch, wie Analysten auf den übernehmenden Konzern Ericsson reagieren – denn hier wird bewertet, ob der Kaufpreis für Vonage gerechtfertigt war und ob die Integration Mehrwert schafft. Große Häuser wie Goldman Sachs, JPMorgan, Deutsche Bank oder UBS berücksichtigen in ihren aktuellen Ericsson-Analysen explizit die erwarteten Synergien aus dem Vonage-Kauf.
Im Fokus steht vor allem:
- Umsatzwachstum im Enterprise-Segment durch Vonage-APIs und Kommunikationslösungen.
- Margenentwicklung, also ob das hochtechnologische Softwaregeschäft die traditionell niedrigeren Margen im Hardware- und Netzgeschäft anheben kann.
- Cross-Selling-Potenzial mit europäischen und speziell deutschen Unternehmenskunden, die bereits Ericsson-Netztechnik nutzen.
Für deutsche Anleger, die eigentlich Vonage-Aktien im Blick hatten, lautet die entscheidende Frage daher: Glauben Sie daran, dass Ericsson mit Vonage einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil im 5G- und Cloud-Kommunikationsmarkt aufbaut? Wenn ja, ist nicht Vonage, sondern Ericsson die entsprechende Investmentstory.
Indirekte Peergroup-Betrachtung für deutsche Anleger
Auch ohne direkt in Vonage investieren zu können, bietet der historische Bewertungsrahmen Orientierung für andere Titel. Relevant sind zum Beispiel:
- US-CPaaS-Anbieter wie Twilio oder RingCentral, die weiterhin börsennotiert sind.
- Europäische Telko-Konzerne mit Cloud- oder API-Ambitionen, darunter Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland.
- Spezialisierte Softwareanbieter im Bereich Contact Center, Collaboration und Omnichannel-Kommunikation.
Analysten vergleichen hier regelmäßig Bewertungskennzahlen wie EV/Sales, Wachstum, Bruttomarge und Rule-of-40-Kennzahlen. Der Vonage-Deal fungiert dabei als Referenzpunkt: Wurde damals ein „Peak-Multiple“ gezahlt, oder ist dieser Preis die neue Normalität für hochwertige Kommunikationsplattformen?
So können deutsche Privatanleger die Vonage-Lehren praktisch nutzen
- Beim Research zu Cloud-Kommunikations- oder Telko-Aktien immer prüfen, ob Analysten oder Unternehmen auf die Vonage-Übernahme als Vergleich verweisen.
- Bewertungen historisch einordnen: Wenn ein Titel heute deutlich über dem impliziten Multiple von Vonage notiert, sollte das Wachstumsprofil entsprechend besser sein.
- Auf M&A-Fantasie achten: In Nischenmärkten können Übernahmen eine Exit-Perspektive bieten – gerade für kleinere Cloud- und API-Anbieter mit Sitz in Europa oder den USA.
- Risiken nicht unterschätzen: Nicht jede Übernahme endet erfolgreich – Integrationsrisiken können Margen und Synergien verwässern.
Willst du sehen, was die Leute sagen? Hier geht's zu den echten Meinungen:


