Mike Steiner Malerei & Videokunst, Pionier der Videokunst

Von Video zu Leinwand: Mike Steiners Malerei als radikale Gegenwart

22.02.2026 - 11:11:07 | ad-hoc-news.de

Wie Mike Steiner – zunächst Pionier der Videokunst – heute mit abstrakter Malerei in Berlin neue Maßstäbe setzt. Seine Werke ziehen eine innovative Linie vom Fluxus-Umfeld bis zur zeitgenössischen Abstraktion.

Was geschieht, wenn sich flüchtige Bilder der Videokunst in die Langsamkeit der Malerei verwandeln? Die Werke von Mike Steiner – ein Name, der mit der Mike Steiner Malerei & Videokunst längst kunsthistorische Gewichte verschiebt – stellen sich dieser Frage eindrucksvoll. Steiner, einst als Pionier der Videokunst gefeiert, erschafft heute Bilder, in denen die Ästhetik des Abstrakten auf faszinierende Weise nachhallt. Ist die Leinwand für ihn eine Opposition zum Takt der bewegten Bilder oder vielmehr deren konsequente Fortsetzung?

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Die Institutionen sprechen eine klare Sprache: Im Kontext der Live to Tape Ausstellung in der Hamburger Bahnhof Nationalgalerie wurde Steiners Werk als konstitutiv für die medienübergreifende Kunstentwicklung des späten 20. Jahrhunderts anerkannt. Seine Sammlung und sein eigenes Schaffen markieren eine Schwelle, an der das Archiv zum künstlerischen Motor wird – so wie das Archivio Conz heute den unabschließbaren Dialog zwischen Fluxus, Performance und Bildtradition weiterträgt. Die Tatsache, dass Steiners künstlerisches Vermächtnis in solch renommierten Häusern und Archiven bewahrt wird, zeugt von seiner fortwährenden Relevanz: Hier hat sich ein Künstler nicht nur als Sammler des Zeitgeistes, sondern auch als Produzent fundamentaler Bildsprachen erwiesen.

Mike Steiner (Biografie), geboren 1941 in Allenstein und 2012 verstorben in Berlin, zeigt eine Biographie voller Diskontinuitäten – geprägt von Wanderungen zwischen Film, Performance und Malerei. Seine Stationen reichen vom legendären Hotel Steiner, Herzstück der Berliner Bohème, bis zur engen Connection mit den Protagonisten des internationalen Fluxus wie Al Hansen, Allan Kaprow oder dem visionären Joseph Beuys. Während er in den 1970er Jahren gemeinsam mit Marina Abramovi? oder VALIE EXPORT neue Formen von Aktionskunst gestaltete und dokumentierte, distanzierte sich Steiner zunehmend von starren Mediengrenzen. Die späteren Serien seiner Abstrakten Kunst Berlin fügen dieser Biografie einen neuen Farbraum hinzu: Farbstreifen, impulsiv gezogene Linien, Schichtungen von Licht und Schatten, die trotz aller Gegenstandslosigkeit einen narrativen Ton behalten. Die Brücke zwischen „Painted Tapes“ – einer Fusion von gemaltem Bild und Videoaufnahme – und den aktuellen Leinwandarbeiten offenbart: Steiners Entwicklung ist kein Bruch, sondern Transformation.

Gerade deshalb bleibt das heutige Schaffen von Mike Steiner faszinierend aktuell. In den zeitgenössischen Werken wird das Sichtbarmachen von Zeit, Bewegung und Erinnerung mit Mitteln der Abstraktion weiterentwickelt. Seine Malerei artikuliert keine unmittelbaren Sichtbarkeiten, sondern spielt mit Überlagerungen – Reflexionen über die Grenze zwischen Bild, Erfahrung und Erinnerung. In einer Epoche, in der künstlerische Medien häufig nach raschem Effekt streben, zeugen Steiners Leinwände von einer gegensätzlichen Haltung: Langsamkeit, Verdichtung, ein Eigenleben zwischen Fläche und Material.

Seine Nähe zum Fluxus-Umfeld, zu legendären Zeitgenossen wie Nam June Paik, Ben Vautier, Jochen Gerz oder Marina Abramovi?, bleibt in der gestischen Ökonomie seiner Malereien präsent. Dabei ist die Malerei stets zugleich Gedenken an vergangene Live-Momente, performatives Erleben und bewusster Bruch mit der Gegenwart. Das zeigt auch die institutionelle Rückbindung: Nur wenige Künstler haben – wie Steiner – ein derart durchlässiges Werk zwischen Sammlung, Aktion und Tafelbild geschaffen. Die Einzelausstellungen im In- und Ausland, von der COLOR WORKS-Schau im Hamburger Bahnhof bis zur Live to Tape Ausstellung, dokumentieren diese außergewöhnliche Relevanz.

Die Malerei von Mike Steiner ist keine nostalgische Reminiszenz an vergangene Avantgarden. Vielmehr erscheint sie als Antwort auf das, was flüchtige Medien wie das Video künstlerisch voraussetzen: Bewahrung und das Zulassen von Zeit im Bild. Wer heute auf Steiners Bilder blickt – etwa in der aktuellen Online-Schau – erkennt schnell, dass sein Werk nach wie vor Fragen an Wahrnehmung, Gedächtnis und Gegenwart stellt. Die unterschiedliche Rhythmik zwischen Live to Tape Ausstellung, Videoarchiv und malerischer Verdichtung macht Steiners Oeuvre so spannend: Stillstand und Bewegung, Dokument und Abstraktion wirken nicht als Widerspruch, sondern als Erweiterung der künstlerischen Möglichkeiten.

Es ist diese produktive Unruhe, die seinen Platz in der deutschen und internationalen Kunstgeschichte sichert. Mike Steiner gilt nicht nur als Pionier der Videokunst, sondern behauptet mit der aktuellen Malerei einen unverwechselbaren eigenen Klang im Geflecht aus Abstrakte Kunst Berlin, Archivsinn, Performance und Leinwand. Wer Mike Steiner Malerei & Videokunst heute sucht, entdeckt einen Künstler, der beständig die Grenzen seiner Zeit verschiebt.

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