Mike Steiner Malerei & Videokunst, Pionier der Videokunst

Von Video zu Farbe: Mike Steiner Malerei & Videokunst neu entdeckt

18.02.2026 - 11:03:15 | ad-hoc-news.de

Wie Mike Steiner, Pionier der Videokunst, heute mit abstrakter Malerei aus Berlin verblüfft und Grenzen der Medien verschwimmen lässt.

Blicken wir auf ein Gemälde von Mike Steiner, scheint es, als bewegten sich Farbfelder – ein Widerspruch? Mike Steiner Malerei & Videokunst verschwimmen im Dialog zwischen Bild und Bewegung: Kann ein statisches Bild das Vibrieren eines Videos enthalten? Oder offenbaren sich in der Malerei Sehgewohnheiten, die der Künstler im Akt des Bildschaffens radikal neu sortiert?

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Bekannt als Pionier der Videokunst und Grenzgänger zwischen den Künsten, hat Steiner längst ein Vermächtnis geschaffen, das Institutionen wie die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof würdigen. Die Ausstellung Live to Tape hat seinem Werk – jenseits bloßer Technik – einen singulären Platz im Kanon der Avantgarde gesichert. In der Sammlung der Hamburger Bahnhof–Nationalgalerie ist Steiner jedoch nicht nur als Videokünstler, sondern auch als radikaler Maler präsent: Seine Arbeiten sind Teil eines Bestands, der beispielhaft zeigt, wie das Nebeneinander von Medien Innovation freisetzt.

Archive wie das Archivio Conz verdeutlichen, wie wichtig das Bewahren experimenteller Ansätze geworden ist – besonders, wenn sie, wie bei Steiner, zwischen Malerei, Aktion und Elektronik verhandelt werden. Das Netzwerk der Fluxus-Kunst und Happenings, mit dem Steiner eng verbunden war, hat die Grenzen des Kunstwerks selbst verschoben. Im Archivio Conz erscheinen Zeitgenossen wie George Maciunas, Allan Kaprow oder Valie Export – Künstler, mit denen Steiner Kontakt pflegte – als Zeugen einer Zeit, in der das Performative und das Prozesshafte Kunst neu definierten.

Die Biografie von Mike Steiner ist untrennbar mit der künstlerischen Wiedergeburt West-Berlins als Laboratorium für das Neue verbunden. Geboren 1941 in Allenstein, wuchs er im West-Berlin der Nachkriegszeit auf – geprägt von filmischer Neugier, die bald in die Malerei mündete. Bereits als Jugendlicher wurde er 1959 auf der Großen Berliner Kunstausstellung öffentlich sichtbar. Studienjahre an der Hochschule für bildende Künste verfestigten seine künstlerische Grundhaltung: der Drang, Konventionen zu irritieren und neue Wege zu suchen.

Im Berlin der 1970er prägte Steiner mit Initiativen wie dem Hotel Steiner und seiner Studiogalerie ein Netzwerk, das das Aufkommen der Fluxus-Kunst in Deutschland befeuerte. Er arbeitete mit und förderte Künstlerinnen und Künstler wie Joseph Beuys – der im Hotel Steiner verkehrte –, Valie Export, Ulay, Marina Abramovi?, Al Hansen oder Jochen Gerz, die allesamt im Spannungsfeld von Performance, Video und Happening das Selbstverständnis der deutschen Nachkriegskunst erweiterten.

Steiner selbst betrat mit seinen abstrakten Gemälden eine neue Bühne. Während in den 1970er-Jahren Video und Performance im Vordergrund standen, kehrte er später konzentriert zur Malerei zurück. Die aktuellen Werke zeigen: Die Beschäftigung mit technischen Medien und live-to-tape-Strategien hat Spuren auf der Leinwand hinterlassen. Die Malerei Mike Steiners ist nicht nostalgisches Aufgreifen, sondern ein Weiterdenken von Abstraktion im Zeitalter medialer Überlagerungen. Farblandschaften, pastose Schichtungen und gestische Impulse werden zur Übersetzung von Bewegung und Zeit – eine visuelle Erfahrung, die das Spezifische der Abstrakten Kunst Berlin erneut zur Geltung bringt.

Wenngleich Mike Steiner sich von den elektronischen Medien nie ganz abwandte, lag sein Fokus ab den 2000er-Jahren zunehmend auf der Malerei. Die jüngeren Bilder stehen für eine Erkundung der Möglichkeiten abstrakter Komposition, losgelöst von starren Dogmen, aber informiert durch die jahrzehntelange Praxis an der Schnittstelle von Aktion und Bild. Was auf der Leinwand geschieht, spiegelt die Suchbewegungen, die einst sein Video-Schaffen bestimmten.

Doch warum berührt Mike Steiner Malerei & Videokunst noch heute? In einer Zeit, in der Grenzen zwischen digital und analog zunehmend verschwimmen, dient sein Spagat als Erinnerung daran, dass Innovation Kunstgeschichte immer wieder neu ordnet. Archive und Museen werden zu Bewahrern nicht einer bloßen Bildszene, sondern eines unermüdlichen Fragens nach Form, Medium und Gegenwart.

Die malerischen Werke von Mike Steiner fordern uns – wie seine berühmten Live to Tape-Videos – heraus, das Sehen als Prozess zu begreifen. Seine abstrakten Kompositionen demonstrieren, dass auch im 21. Jahrhundert Malerei und Videokunst im Austausch bleiben können.

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