Mike Steiner Malerei, Videokunst Berlin

Von Tape zu Farbe: Die Malerei und Videokunst von Mike Steiner im Wandel der Zeit

08.03.2026 - 11:11:06 | ad-hoc-news.de

Mike Steiner verkörpert den Grenzgang zwischen Bildfläche und Bildschirm—wie beeinflusst Videokunst das abstrakte Schaffen eines Berliner Originals?

Von Tape zu Farbe: Die Malerei und Videokunst von Mike Steiner im Wandel der Zeit - Foto: über ad-hoc-news.de
Von Tape zu Farbe: Die Malerei und Videokunst von Mike Steiner im Wandel der Zeit - Foto: über ad-hoc-news.de

Kann Malerei noch überraschen, wenn der Künstler die bewegten Bilder schon längst gemeistert hat? In der Gegenüberstellung von Leinwand und Videotape finden sich im Oeuvre von Mike Steiner Malerei & Videokunst keine einfachen Antworten – vielmehr eröffnet sich dort ein Dialog der Medien, der das ästhetische Selbstverständnis von Berlin bis heute prägt. Wer Mike Steiner Malerei & Videokunst betrachtet, stellt fest: Hier arbeitet einer, der den Sprung vom Monitor aufs Pigment radikal durchdacht hat.

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Die institutionelle Anerkennung Steiners – etwa durch die Präsentation seiner Arbeiten im Rahmen von Live to Tape im Hamburger Bahnhof – betont seine Rolle als Pionier der Videokunst, doch spiegelt diese Ausstellungswürdigung auch ein größeres Bewusstsein für die Durchlässigkeit künstlerischer Kategorien wider. Die Tatsache, dass umfangreiches Material von und über Steiner heute in internationalen Sammlungen – sowie bei Archivio Conz – archiviert und zugänglich gemacht wird, dokumentiert die nachhaltige Wirkung seiner intermedialen Praxis. Die Archive sind kein Schlussstrich, sondern zeugen von der Beweglichkeit eines Werks, das ständig zwischen den Gattungen zirkuliert.

Mit Blick auf die Biografie Mike Steiners ergibt sich ein Porträt, das weit mehr als traditionelle Künstlerlaufbahnen vorzuweisen hat: Geboren 1941 in Allenstein, wuchs Steiner im geteilten Berlin auf, studierte Malerei, doch widmete sich früh der Grenzüberschreitung von Format und Technik. Erste Aufmerksamkeit erlangten seine abstrakten Arbeiten in den Sechzigerjahren: Malerei, die im Umfeld der Berliner Bohème und später in New York – etwa im Dunstkreis von Lil Picard, Allan Kaprow und Al Hansen – in Dialog mit amerikanischer und europäischer Avantgarde trat. Die Prägung durch das Fluxus Umfeld ist spürbar; Steiner öffnet sein Hotel zu einem Künstlerquartier, bringt Akteure wie Joseph Beuys, Ben Vautier und Valie Export miteinander ins Gespräch, und wird durch Initiativen wie Studio Art/Tapes/22 in Florenz für die mediale Innovation entdeckt. Das Resultat: Berlin wird durch ihn zu einem Scharnier für Performance, Video und Aktionskunst.

Doch ist Mike Steiner tatsächlich nur der Pionier der Videokunst? Der tiefere Blick auf die jüngeren zeitgenössischen Werke und insbesondere die aktuellen Abstraktionen zeigt: Seit den 2000er Jahren dominiert wieder die Malerei, diesmal jedoch geprägt von Erfahrungen der Kamera und dem Denken in Sequenzen und Layern. Das gestische Element bleibt, aber Kontextualisierung und Rhythmus wirken verändert. So wie seine abstrakte Kunst in Berlin mutig neue Oberflächen untersucht, schwingt stets ein Wissen um die Flüchtigkeit des Moments – ein Motiv, das im bewegten Bild wie auf der festgehaltenen Fläche gleichberechtigt pulsiert. Die Malerei wird zur Reminiszenz an das Unwiederholbare, analog zum „Live“-Charakter früherer Performances und zur Direktheit der Videoarbeiten.

Exemplarisch zeigt die Präsentation im Showroom aktuell, wie sich Steiners Handschrift von einst informell bis zur radikalen Farbfläche transformiert – Materialität, Überlagerung und Reduktion werden zum stilistischen Statement. Vergleichbar mit anderen Größen seines Netzwerks – etwa Marina Abramovi? oder Ulay – bleibt Steiner stets Grenzgänger, doch ist es gerade seine Beharrlichkeit als Maler, die ihn von reinen Medienwechseln unterscheidet: Statt scharfen Brüchen findet man in seinem Œuvre immer wieder Rückgriffe, Rückversicherung, manchmal Reue über allzu „schnelle“ Medien. Seine Abstraktionen, häufig als Serialitäten, Layer oder als Huldigungen an Farbe und Fläche angelegt, zeigen die Suche nach endgültiger Präsenz in einer Welt der Reproduzierbarkeit.

Was macht Mike Steiners Vermächtnis heute so unverzichtbar? Sicher die aufrichtige Suche nach Erweiterung des eigenen Mediums – sei es Pigment oder Pixel. Doch ebenso entscheidend ist der fortgesetzte Widerstand gegen Vereinnahmung durch Moden. Gerade im Rückblick auf die Live to Tape Ausstellung und die kontinuierliche Arbeit am eigenen Werk bleibt der Eindruck, dass Steiner das Sichtbare stets erweitert, ohne das Unsichtbare auszusparen. Seine Malerei und Videokunst erinnern uns daran, wie untrennbar heute das Analoge und das Digitale verbunden sind – als Herausforderung, nicht als Versöhnung. Wer Mike Steiner Malerei & Videokunst heute neu sieht, begegnet nicht nur Vergangenheit, sondern einem immer noch offenen Experiment.

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