Volkswagen, V2G-Start

Volkswagen: V2G-Start ab Q4 2026

24.04.2026 - 01:45:20 | boerse-global.de

Volkswagen führt bidirektionales Laden ein, um Kunden jährlich bis zu 900 Euro zu vergüten. Schwache Quartalszahlen belasten jedoch die Aktie.

Volkswagen: V2G-Start ab Q4 2026 - Foto: über boerse-global.de
Volkswagen: V2G-Start ab Q4 2026 - Foto: über boerse-global.de

Volkswagen plant eine Neuausrichtung für das Elektroauto. Es soll künftig nicht nur Strom verbrauchen, sondern Geld einbringen. Der Konzern bereitet ein sogenanntes Vehicle-to-Grid-Angebot (V2G) für Privatkunden vor. Ein innovatives Konzept. An der Börse rückt das Zukunftsprojekt allerdings in den Hintergrund. Hier wiegen schwache Auslieferungszahlen schwerer.

Bis zu 900 Euro pro Jahr

Ab dem vierten Quartal 2026 will VW das System in Deutschland einführen. Kunden binden ihr Fahrzeug aktiv in das Stromnetz ein. Dafür erhalten sie eine Vergütung. Marktschätzungen gehen von potenziellen Einnahmen zwischen 700 und 900 Euro jährlich aus.

In der ersten Phase zahlt VW die Prämie allein für die Bereitstellung der Batterie. Das Risiko des Stromhandels trägt der Konzern. Das Ziel: Die Ladekosten sollen langfristig auf null sinken. Eine Vorregistrierung startet im Juni 2026.

Technische Basis für den Stromhandel

Die konzerneigene Energiemarke Elli setzt das Projekt um. Das Paket umfasst das Fahrzeug, eine App, den Stromtarif sowie ein bidirektionales Ladegerät. Hinzu kommt ein Smart Meter. Die Installation dauert laut VW etwa acht bis zehn Wochen.

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Technisch greift das System auf die MEB-Plattform zurück. Rund eine Million Fahrzeuge in Europa sind bereits für das bidirektionale Laden vorbereitet. Ein kommendes Software-Update schaltet die Funktion für weitere Batteriegrößen frei. Das Potenzial ist enorm. Studien beziffern die möglichen Einsparungen bei den europäischen Systemkosten bis 2040 auf jährlich 22 Milliarden Euro.

Schwaches Quartal drückt den Kurs

Während Volkswagen technologisch voranschreitet, schwächelt das operative Geschäft. Im ersten Quartal 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um vier Prozent. Insgesamt übergab der Konzern rund zwei Millionen Fahrzeuge. Besonders deutlich fielen die Rückgänge in wichtigen Kernmärkten aus:

  • China: minus 15 Prozent
  • Nordamerika: minus 13 Prozent
  • Südamerika: plus 7 Prozent
  • Europa: plus 4,7 Prozent

Diese Zahlen belasten die Aktie. Am Donnerstag notiert das Papier bei 88,02 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von knapp zwei Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 17 Prozent.

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Die Vorzugsaktie handelt damit spürbar unter der 50-Tage-Linie von 92,82 Euro. Das Jahrestief bei 85,34 Euro rückt gefährlich nah. Hält diese Unterstützung nicht, drohen weitere charttechnische Abgaben. Das V2G-Projekt eröffnet langfristig neue Erlösquellen. Kurzfristig muss das Management jedoch die Schwäche in China und Nordamerika stoppen.

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