Volkswagen und Porsche kürzen Boni nach Gewinneinbruch
13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.deDie Vorstände von Volkswagen und Porsche müssen für das schwache Geschäftsjahr 2025 tief in die Tasche greifen. Die veröffentlichten Vergütungsberichte zeigen drastische Kürzungen bei den Boni – eine direkte Folge des Gewinneinbruchs. Zugleich beendet der Konzern die umstrittene Doppelspitze von Oliver Blume.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der operative Gewinn des Volkswagen-Konzerns halbierte sich 2025 nahezu auf 8,9 Milliarden Euro. Die Marge sank auf 2,8 Prozent – das schwächste Ergebnis seit dem Dieselskandal. Bei Porsche sah es nicht besser aus. Die Konsequenz? Die variablen Vergütungsteile für die Konzernspitzen, die an Leistungskennzahlen gekoppelt sind, wurden massiv gekürzt oder fielen ganz aus.
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Blumes Gehalt sinkt um drei Millionen Euro
Im Fokus steht die Bezahlung von Oliver Blume. Er führte bis Ende 2025 sowohl Volkswagen als auch Porsche. Für das vergangene Geschäftsjahr erhielt er aus beiden Positionen insgesamt 7,4 Millionen Euro. Das sind etwa drei Millionen Euro weniger als im Vorjahr (10,35 Millionen Euro).
Grund für den Rückgang sind geringere Bonus-Zahlungen von Volkswagen und der komplette Wegfall des Jahresbonus bei Porsche für den gesamten Vorstand. Die finanziellen Ziele wurden verfehlt. Blume bezog sein Gehalt zu je 50 Prozent von VW und Porsche. Seit dem 1. Januar 2026 ist er nur noch VW-Chef und erhält seine volle Vergütung vom Stammkonzern. Damit reagiert der Konzern auf langjährige Investor*innen-Kritik an Interessenkonflikten der Doppelrolle.
Investor*innendruck erzwingt Governance-Reformen
Das Ende der Doppel-CEO-Rolle markiert eine wichtige Wende in der Unternehmensführung. Große Investoren und Aktionärsberater hatten jahrelang moniert, die gemeinsame Führung schaffe „höchst problematische“ Interessenkonflikte. Diese schadeten dem Ruf und könnten mitverantwortlich für finanzielle Verluste sein.
Der 2025er-Bericht zeigt nun einen Schritt zu transparenteren und leistungsgebundenen Vergütungssystemen. Der Anfang 2024 aktualisierte und von Aktionär*innen gebilligte Rahmen soll die Vorstandsbezüge enger an die Interessen des Kapitalmarkts koppeln. Für künftige Geschäftsjahre plant der Aufsichtsrat, neben einem bestehenden Diversitätsindex auch einen „Engagement-Index“ als nicht-finanzielles Leistungskriterium einzuführen.
Porsche startet unter neuem CEO durch
Der scharfe Profitabilitätsrückgang bei der einstigen Konzern-Kassencow Porsche hat deutliche Maßnahmen ausgelöst. Mit der Streichung des Jahresbonus für 2025 setzt der Sportwagenhersteller ein klares Zeichen: Leistung und Bezahlung sind direkt verknüpft. Das Geschäft litt unter Herausforderungen in Schlüsselmärkten wie China und den Kosten der strategischen Neuausrichtung.
Porsche kündigt nun einen umfassenden Plan an, um „schlanker, schneller und begehrenswerter“ zu werden. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen, prognostiziert aber eine höhere operative Umsatzrendite. Diese neue Ära führt Michael Leiters als neuer Porsche-CEO an. Oliver Blume kann sich so voll auf den Volkswagen-Konzern konzentrieren. Der Führungswechsel ist Kern der Bemühungen, das Management zu straffen und die Performance zu verbessern.
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Der schwierige Weg zurück zu alter Stärke
Die finanziellen Ergebnisse und die Anpassungen der Vorstandsbezüge unterstreichen eine kritische Phase für Volkswagen und Porsche. Der Volkswagen-Konzern setzt ein umfangreiches Sparprogramm um. Der Vorstand verzichtet freiwillig auf einen Teil seiner Festgehälter, aus Solidarität mit der Effizienzoffensive.
Die Herausforderungen bleiben gewaltig: Geopolitische Spannungen, internationale Handelshemmnisse und ein erbitterter Wettbewerb – besonders im Elektrofahrzeug-Segment. Die größte Aufgabe für die Führungsteams wird es sein, die strategische Wende effektiv umzusetzen und gleichzeitig das Vertrauen der Investor*innen zurückzugewinnen. Die kommende Hauptversammlung wird ein Stimmungstest sein. Dort unterliegen die Vergütungsentscheidungen des Aufsichtsrats einer „Say-on-Pay“-Abstimmung. Der Markt wird genau beobachten, ob diese Veränderungen ausreichen, um die Governance-Mängel zu beheben und die Auto-Riesen zurück auf den Pfad nachhaltiger Profitabilität zu führen.
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