Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Spagat im Umbau

07.01.2026 - 20:09:31

Volkswagen verzeichnet einen deutlichen Absatzrückgang in den USA und reagiert mit drastischen Sparmaßnahmen wie Gehaltskürzungen für Führungskräfte und einem umfassenden Stellenabbau.

Volkswagen ringt mit seinem Umbauprogramm – und ausgerechnet der wichtige US-Markt bricht deutlich ein. Parallel setzt der Konzern harte Sparmaßnahmen bei Management und Belegschaft durch. Wie weit trägt dieser Sparkurs, wenn gleichzeitig die Nachfrage schwächelt?

US-Geschäft unter Druck

Die jüngsten Absatzzahlen aus Nordamerika fallen deutlich aus. Im vierten Quartal 2025 ist der Verkauf auf dem US-Markt um rund 20 Prozent zurückgegangen. Auf das Gesamtjahr gerechnet summieren sich die Verluste auf ein Minus von 13 Prozent, die Auslieferungen sinken auf etwa 330.000 Fahrzeuge.

Als Haupttreiber gelten:

  • politische Unsicherheit durch angekündigte Zölle der Trump-Administration
  • eine klar erkennbare Abkühlung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen

Für Volkswagen wiegt das besonders schwer, weil die USA ein Kernmarkt mit hohen Investitionen sind. Ein anhaltender Rückgang drückt direkt auf Auslastung und Margen – und verschärft den Druck, die angekündigte Sanierung konsequent umzusetzen.

Harte Sparrunde im Management

Die Antwort des Konzerns fällt deutlich aus. Wegen sinkender Margen greift der Vorstand direkt in die Vergütungsstruktur ein. Rund 4.000 Führungskräfte müssen ab Mai 2026 eine Kürzung ihrer Gehälter um acht Prozent hinnehmen, vor allem über reduzierte Jahresboni. Insgesamt sollen so Einsparungen von mehr als 300 Millionen Euro erzielt werden. Der Vorstand selbst akzeptiert nach Berichten sogar noch höhere prozentuale Abschläge.

Gleichzeitig läuft ein umfassender Sanierungsplan:

  • Stellenabbau: bis zu 35.000 Arbeitsplätze
  • Kapazitäten: Reduktion der Fertigungskapazitäten um 25 Prozent
  • Ziel: jährliche Kostensenkung von vier Milliarden Euro

Der Druck auf das Management ist entsprechend hoch. Der Konzern muss strukturelle Kosten deutlich senken, ohne die industrielle Basis und künftige Produktanläufe zu gefährden. Das macht jede Entscheidung politisch und sozial brisant.

Standort Osnabrück ohne klare Perspektive

Besonders spürbar sind die Folgen in den Werken. Für den Standort Osnabrück mit rund 2.300 Beschäftigten gibt es aktuell keine belastbare Perspektive nach Auslaufen der bestehenden Aufträge.

  • Die Produktion für Porsche-Modelle endet 2026.
  • Das T-Roc Cabrio läuft Mitte 2027 aus.

Bisher ist keine Nachfolgelösung in Sicht. Arbeitnehmervertreter kritisieren, der Vorstand stelle die reine Wirtschaftlichkeit über die Sicherung von Arbeitsplätzen. Interne Umfragen untermauern die Spannungen: Das Vertrauen der Belegschaft in die Unternehmensführung liegt auf historischen Tiefstständen. Für den Umbau eines traditionsreichen Konzerns ist das ein ernstes Warnsignal.

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Analysten uneins, Aktie stabilisiert

An der Börse bleibt das Bild gemischt. Die Volkswagen Aktie notiert aktuell bei 103,70 Euro und damit leicht über dem Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotz der jüngsten Schwäche ein Plus von rund 16 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt etwa acht Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – die längerfristige Aufwärtstendenz ist damit technisch noch intakt.

Charttechnisch wirkt vor allem die Marke um 100 Euro als wichtige Orientierung. Die jüngste Stabilisierung oberhalb dieses Niveaus wird am Markt als erstes konstruktives Signal gewertet, auch wenn der RSI mit 27,8 bereits in einen überverkauften Bereich hineinläuft.

Die Einschätzungen der Analysten fallen unterschiedlich aus:

  • Konsens-Kursziel: rund 112,80 Euro
  • Bernstein Research: 88 Euro fairer Wert
  • JPMorgan / Deutsche Bank: Kursziele jeweils bei 110 Euro

Der Bewertungsrahmen reicht damit von klar verhalten bis moderat positiv. Im Fokus steht nun die Investorenkonferenz am 10. März 2026, von der sich der Markt konkrete Aussagen zur strategischen Neuausrichtung und zur Zukunft einzelner Standorte verspricht.

Fazit: Zwischen Sparkurs und Nachfragerisiken

Volkswagen steckt mitten in einem schwierigen Spagat: Auf der einen Seite brechen in den USA Absatz und E-Auto-Dynamik ein, auf der anderen Seite zieht der Konzern die Kostenschraube massiv an – inklusive Gehaltskürzungen im Management und einem weitreichenden Stellenabbau.

Die Aktie hält sich bislang über der psychologisch wichtigen 100-Euro-Schwelle und zeigt damit eine gewisse Robustheit gegenüber den Belastungsfaktoren. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob das Management auf der Investorenkonferenz im März einen glaubwürdigen Pfad aufzeigt, wie Sparprogramm, Werksauslastung und Produktstrategie wieder in ein stimmiges Gesamtbild gebracht werden können.

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