Volkswagen Aktie: China-Geschäft bricht um 25,9 Prozent ein
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 19:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Volkswagen legt seinen Plan bis 2030 vor. Anleger reagieren nicht mit Erleichterung, sondern mit Verkäufen.
Die Aktie fällt am Freitag auf 70,76 Euro, ein Minus von 2,13 Prozent. Damit liegt der Titel nur noch 2,25 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, erreicht erst vor wenigen Tagen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 33 Prozent verloren.
Halbe Modellpalette, weniger Fabriken
Der Aufsichtsrat traf sich am Donnerstag. Am Freitag folgte die Strategie: Volkswagen will die Zahl der Modelle halbieren. Die Zahl der Fahrzeugvarianten soll um bis zu 75 Prozent sinken.
Auch die Produktion schrumpft. Der Konzern kappt seine jährliche Kapazität auf rund neun Millionen Fahrzeuge. Vor der Corona-Pandemie lag dieser Wert noch bei zwölf Millionen. Konzernchef Oliver Blume nennt in einer Videobotschaft die Gründe: geopolitische Spannungen, Zölle, hohe Kosten, strengere Regulierung. Der globale Wettbewerb habe sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verschärft, so Blume.
Was der Plan nicht liefert: konkrete Aussagen zu Werksschließungen oder Stellenabbau. Genau das dürfte die Nervosität der Anleger befeuern. Berichte sprechen von bis zu 100.000 wegfallenden Stellen weltweit und der Schließung von vier deutschen Werken. Sollten sich diese Zahlen bestätigen, gingen sie weit über die 2024 mit den Gewerkschaften vereinbarten mehr als 35.000 Stellenstreichungen in Deutschland hinaus. Der Konzern äußert sich dazu bislang nicht.
Vor den Werkstoren macht die IG Metall ihren Unmut sichtbar. Vor der Konzernzentrale demonstrieren Beschäftigte, an rund 20 weiteren Standorten von Volkswagen, Audi, Porsche, MAN und Cariad ebenfalls.
Auslieferungen brechen ein, China voran
Am selben Tag meldet Volkswagen auch seine Zahlen für das erste Halbjahr. Der Konzern liefert weltweit 4,13 Millionen Fahrzeuge aus. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 4,41 Millionen Einheiten.
Das zweite Quartal fällt noch schwächer aus. Zwischen April und Juni liefert Volkswagen nur 2,08 Millionen Fahrzeuge aus, fast neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang beschleunigt sich damit gegenüber dem Quartal davor.
Besonders hart trifft es die Kernmarke Volkswagen. Ihre Auslieferungen brechen im ersten Halbjahr um 14 Prozent ein, auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. In der Region Asien-Pazifik sinken die Auslieferungen sogar um 24 Prozent auf rund 1,12 Millionen Einheiten. Haupttreiber ist China: Dort fallen die Zahlen um 25,9 Prozent.
Analysten sehen wenig Substanz
Die Aktie notiert inzwischen 24,54 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 93,78 Euro. Der RSI-Wert von 29,7 signalisiert eine überverkaufte Situation. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei annualisiert 32,38 Prozent, ein Zeichen für die Unsicherheit im Markt.
Jefferies äußert sich bereits kritisch. Der Plan biete "begrenzt neue Informationen" und zeige "keine Anzeichen für Fortschritte" bei Werksschließungen, einem Fünfjahres-Investitionsplan oder dem angekündigten Stellenabbau von bis zu 100.000 Stellen, so die Analysten.
Volkswagen hat seine strategischen Ziele formuliert. Die konkreten Maßnahmen dazu fehlen bislang. Wie schnell der Konzern in den kommenden Wochen Klarheit zu Werksschließungen und Stellenabbau schafft, dürfte den weiteren Kursverlauf maßgeblich bestimmen.
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
