Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: 50.000 Stellen bis 2030

22.06.2026 - 09:40:02 | boerse-global.de

Volkswagen-Vorzugsaktie erreicht Jahrestief, Analysten sehen trotzdem 30 Prozent Kurspotenzial bei erfolgreicher Restrukturierung.

Volkswagen Aktie: Technische Signale und Restrukturierungs-Chancen
Volkswagen - Roboterarme in einer modernen Autofabrik, die an Fahrzeugkarosserien arbeiten, symbolisieren Automatisierung und die Zukunft der Arbeit. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr, mit einem RSI knapp unter 30 und einem Jahresverlust von fast einem Viertel — die Volkswagen-Vorzugsaktie sendet technische Warnsignale. Analysten sehen trotzdem ein mittelfristiges Kurspotenzial von rund 30 Prozent. Vorausgesetzt, der Konzern liefert.

Drastische Einschnitte beim Personal und in der Produktion

Volkswagen reagiert auf die anhaltende Absatzschwäche — vor allem in China — mit dem härtesten Umbau seiner Geschichte. Der Konzern will die weltweite Produktionskapazität um eine Million Fahrzeuge kürzen. Je zur Hälfte in Europa und in China.

Der Stellenabbau ist noch einschneidender. Bis 2030 sollen konzernweit 50.000 Stellen wegfallen. Allein in Deutschland plant Volkswagen bis Ende 2026 den Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen. Konzernchef Oliver Blume nennt die Lage einen „historischen Einschnitt". Das Ziel: eine operative Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent bis 2030.

Neuer Elektroantrieb soll Kosten drücken

Parallel zum Stellenabbau treibt Volkswagen die Elektro-Offensive voran. Am 18. Juni hat Audi Hungaria in Gy?r die Serienproduktion des neuen MEBeco-Elektroantriebs gestartet. Der Standort fertigt erstmals Blechpakete, Rotoren und Leistungselektronik inklusive Software selbst.

Der MEBeco basiert auf der weiterentwickelten MEB+-Plattform und wird das Herzstück der „Electric Urban Car Family". Als erstes Modell erhält der Cupra Raval diesen Antrieb. Volkswagen will damit die Kostenbasis für Einstiegs-Elektroautos deutlich senken — und chinesischen Herstellern Paroli bieten.

Technische Lage: überverkauft, aber Trend abwärts

Die Aktie schloss am Freitag bei 80,54 Euro. Ein Großteil des Kursrutsches am selben Tag geht auf den Dividendenabschlag von 5,26 Euro je Vorzugsaktie zurück. Das neue 52-Wochen-Tief von 79,02 Euro liegt nur knapp darunter.

Der RSI von 29,0 signalisiert eine überverkaufte Lage. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 95,12 Euro liegt rund 15 Prozent über dem aktuellen Kurs — ein deutlicher Abstand, der den Abwärtstrend der vergangenen Monate unterstreicht.

Ob der Kurs tatsächlich einen Boden gefunden hat, dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte zeigen. Dann erwartet der Markt erste Absatzzahlen der neuen Modellgeneration auf Basis der MEB+-Architektur — der erste echte Test, ob Blumes Restrukturierungskurs greift.

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