Voestalpine Aktie: Rekordaufträge in Luftfahrt
04.06.2026 - 22:04:31 | boerse-global.de
Voestalpine hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit besserem Ergebnis abgeschlossen als erwartet — und legt für 2026/27 eine ambitionierte Prognose vor. Der Kurs reagierte prompt: Plus 4,76 Prozent auf 48,86 Euro, nur noch 0,73 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt.
Rekordaufträge in Luftfahrt und Lagertechnik
Das Besondere am aktuellen Kursimpuls ist nicht der Blick zurück, sondern der nach vorn. Voestalpine meldet Rekordaufträge in der Luftfahrt und im Bereich Lagertechnik. Auch das Geschäft mit kompletten Bahninfrastruktursystemen läuft stabil. Diese drei Bereiche liefern dem Konzern operative Stützen, während Bau, Maschinenbau und Konsumgüterindustrie auf niedrigem Niveau verharren.
Für 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Das wäre ein deutlicher Sprung gegenüber den 1,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.
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Europäische Handelsregeln als Rückenwind
Voestalpine profitiert zunehmend von einem veränderten Stahlmarktumfeld in Europa. Der CO?-Grenzausgleich CBAM gilt seit Jahresbeginn 2026. Die EU plant außerdem, Stahlimportquoten ab dem 1. Juli zu halbieren. Laut dem Leiter der Stahlsparte lagen die Stahlimporte in die EU im zweiten Quartal bereits 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das verbessert die Wettbewerbsposition der europäischen Produzenten spürbar.
Solide Basis, aber Gegenwind bleibt
Das abgelaufene Geschäftsjahr zeigt, worauf die neue Prognose aufbaut. Der Umsatz sank um 4,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Das EBIT stieg jedoch um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag bei 537 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung fiel um knapp ein Viertel auf 1,3 Milliarden Euro.
Risiken bleiben dennoch real. Voestalpine nennt geopolitische Unsicherheiten, mögliche Energiepreisschocks durch den Nahost-Konflikt und instabile Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika. Der Automotive-Bereich leidet weiter unter der schwachen europäischen Automobilproduktion. Verschobene Energieprojekte bremsen das Grobblech-Geschäft.
Die Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Tief von 22,20 Euro im Juni 2025 mehr als 120 Prozent zugelegt. Ob die EBITDA-Spanne von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro erreichbar ist, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die EU-Handelsmaßnahmen greifen und ob die Rekordaufträge in Luftfahrt und Lagertechnik die schwächeren Segmente tatsächlich überkompensieren. Die Zahlen für das erste Quartal 2026/27 werden erste Antworten liefern.
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