Virgin Galactic Aktie: Jefferies setzt 5,00 USD
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 09:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während der gesamte Sektor unter Turbulenzen leidet, lieferten jüngste Analysteneinschätzungen und operative Fortschritte beim sogenannten Delta-Programm neue Impulse für die Aktie. Das Analysehaus Jefferies bestätigte seine Kaufempfehlung für das Unternehmen und setzte ein Kursziel von 5,00 USD fest. Damit trauen die Experten dem Papier eine massive Erholung zu, nachdem der Titel zum Handelsschluss am Freitag bei lediglich 2,56 USD notierte.
Operative Fortschritte beim neuen Raumschiff-Typ
Als zentraler Faktor für die künftige Bewertung gilt der Fortschritt des Delta-Programms. Laut Jefferies markierte der Mai 2026 einen wichtigen Meilenstein, als das erste Delta-Raumschiff in die Testeinrichtung in Phoenix verlegt wurde. Das Unternehmen hält an seinem Zeitplan fest, der bereits für das dritte Quartal 2026 umfassende Flugtests vorsieht. Der kommerzielle Betrieb der neuen Flotte soll planmäßig im vierten Quartal 2026 beginnen.
Das Delta-Modell ist für die Skalierung des Geschäftsmodells von entscheidender Bedeutung, da es eine höhere Flugfrequenz ermöglichen soll als die bisherigen Systeme. Der Markt setzt darauf, dass mit der Inbetriebnahme dieser Schiffe die Schwelle zur Profitabilität schneller erreicht werden kann. Begleitet wird diese Entwicklung von einer neuen Preisstrategie: Virgin Galactic hat die Ticketverkäufe zu einem Preis von 750.000 USD pro Flug wieder aufgenommen. Medienberichten zufolge befinden sich derzeit rund 650 Kunden auf der Warteliste für einen Flug ins All.
Reduzierter Nettoverlust und finanzielle Kennzahlen
In finanzieller Hinsicht zeigten die Zahlen für das erste Quartal 2026 eine leichte Entspannung. Das Unternehmen konnte den Nettoverlust auf 65 Millionen USD begrenzen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 84 Millionen USD zu Buche gestanden hatte. Bei einem Umsatz von 0,2 Millionen USD beliefen sich die operativen Ausgaben auf 66 Millionen USD.
Trotz dieser operativen Lichtblicke spiegelt der Aktienkurs die Skepsis vieler Marktteilnehmer wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 20,25 %. Ein Grund für den Druck auf das Papier ist auch das hohe Short-Interesse. Mitte Juni 2026 waren etwa 35,94 Millionen Aktien leerverkauft, was einem Anteil von rund 35,79 % des frei verfügbaren Streubesitzes entsprach.
Belastungsfaktoren im volatilen Sektor
Das Marktumfeld für private Raumfahrtunternehmen bleibt schwierig. Goldman Sachs wies darauf hin, dass die Volatilität in diesem Sektor etwa fünfmal so hoch ist wie im breiten S&P 500 Index. Zuletzt belastete der Abbruch des „Flight 13“-Tests von SpaceX aufgrund von Triebwerksproblemen die Stimmung in der gesamten Branche. Diese Unsicherheit führte im vergangenen Monat zu einem deutlichen Abverkauf bei Werten wie AST SpaceMobile und Rocket Lab.
Virgin Galactic konnte sich diesem Abwärtssog nicht entziehen und notiert derzeit weit unter seinem 52-Wochen-Hoch von 8,90 USD. Während JPMorgan hinsichtlich der Bewertung von Wettbewerbern wie SpaceX Vorsicht mahnt, bleibt Jefferies für Virgin Galactic aufgrund der anstehenden Katalysatoren optimistisch. Neben dem Start der Delta-Flugtests im laufenden Quartal beobachten Anleger auch die Fortschritte bei Konkurrenten, wie das geplante Debüt der Neutron-Rakete von Rocket Lab Ende 2026, um die relative Stärke von Virgin Galactic im Sektor besser einordnen zu können.
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