Virgin, Galactic

Virgin Galactic Aktie: 30,5 Millionen Dollar verwässert

04.06.2026 - 04:42:52 | boerse-global.de

Virgin Galactic tilgt Anleihen mit neuen Aktien, was den jüngsten Kursanstieg trotz operativer Fortschritte bei der Delta-Klasse ausbremst.

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Knapp 78 Prozent Plus in einem Monat — und dann dieser Rücksetzer. Virgin Galactic hat am Mittwoch eine wilde Handelssitzung hinter sich gebracht: Der Kurs schoss zwischenzeitlich über 13 Prozent nach oben, bevor er den Großteil der Gewinne wieder abgab. Auslöser ist ein klassischer Zielkonflikt: Schuldenabbau auf Kosten der Aktionäre.

Schulden weg, Aktien rein

Das Kernproblem ist die Methode. Virgin Galactic tilgt bis zu 30,5 Millionen Dollar seiner hochverzinsten First-Lien-Notes — Zinssatz 9,80 Prozent, ursprünglich bis 2028 laufend — nicht mit Cash, sondern durch Ausgabe neuer Aktien. Die Abwicklung dieser Runde ist für den 10. Juni angesetzt. Bereits im Mai hatte das Unternehmen zehn Millionen Dollar auf demselben Weg zurückgezahlt.

Hinzu kommt ein frisch eingereichtes Wertpapier-Shelf über rund 40 Millionen Dollar sowie laufende At-the-Market-Programme. Das Ergebnis: Die Bilanz wird sauberer, der Streubesitz größer. Mit einer Short-Quote von 21,77 Prozent des Freefloats trifft diese Perspektive auf ohnehin angespannte Nerven.

Delta-Klasse im Zeitplan

Operativ läuft es besser. VSS Unity absolviert wieder Gleitflüge, die nächste Generation — die Delta-Klasse — befindet sich in Bodentests. Der Fahrplan steht: Flugversuche sollen im dritten Quartal 2026 beginnen, die ersten raketenbetriebenen Flüge und der Neustart des kommerziellen Betriebs sind für das vierte Quartal geplant.

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Langfristig rechnet das Management mit 595 Millionen Dollar Umsatz und einem Gewinn von 50 Millionen Dollar bis 2029. Das klingt ambitioniert — gemessen an den aktuellen Zahlen.

Cashburn dominiert das Bild

Im ersten Quartal 2026 standen 227.000 Dollar Umsatz einem Nettoverlust von 64,7 Millionen Dollar gegenüber. Der freie Cashflow lag bei minus 93,3 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Cashburn zwischen 87 und 92 Millionen Dollar.

Die Liquiditätsreserve beträgt rund 220 Millionen Dollar — genug für einige Quartale, aber kein Puffer für Verzögerungen. Parallel hat das Unternehmen eine Sammelklage von Aktionären beigelegt: Versicherer zahlen 2,75 Millionen Dollar, damit das Thema vom Tisch ist.

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Der Kurs schloss am Mittwoch bei 4,36 Dollar — mehr als doppelt so hoch wie das 52-Wochen-Tief vom März, aber gut 51 Prozent unter dem Allzeithoch der vergangenen zwölf Monate von 8,90 Dollar, das erst am 1. Juni markiert wurde. Wie weit die Verwässerung den Kurs noch belastet, hängt maßgeblich davon ab, ob die Delta-Klasse ihren Zeitplan hält.

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