VinMotion, Serienproduktion

VinMotion startet Serienproduktion von humanoiden Robotern

08.01.2026 - 17:00:12

Vietnams Tech-Riese Vingroup beginnt mit der Massenfertigung seines Allzweck-Roboters „Motion 2“. Das ist ein strategischer Schachzug im globalen Wettlauf um humanoide Arbeitskräfte.

LAS VEGAS — Auf der Technikmesse CES 2026 hat der vietnamesische Mischkonzern Vingroup einen Paukenschlag gelandet: Seine Tochter VinMotion hat die Serienproduktion der humanoiden Roboter der zweiten Generation aufgenommen. Mit dem „Motion 2“ will das Unternehmen beweisen, dass Vietnam nicht nur Technik konsumieren, sondern auch selbst entwickeln und exportieren kann.

Der „Motion 2“ ist der Nachfolger eines ersten Modells und soll deutlich leistungsfähiger sein. Nach Unternehmensangaben bewegt er sich mit einem natürlichen Gang, ist agiler und kann bis zu 40 Kilogramm tragen. Entscheidend sind die neuen Autonomiefunktionen: Der Roboter soll sich nach einem Sturz selbst wieder aufrichten und seine Batterie eigenständig wechseln können. Das soll die Einsatzzeit in gewerblichen Umgebungen maximieren.

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„Wir schaffen keine bloße Produktlösung, sondern eine humanoide Roboterlösung, die in reale Arbeitsabläufe eingebettet ist“, erklärte ein VinMotion-Sprecher. Die Roboter sind für die Integration in eine „Humanoid of Things“-Infrastruktur konzipiert. Eine KI, bei der der Mensch im Kontrollkreis bleibt, soll sie anpassungsfähig und lernfähig machen.

Zwei Wege, ein Ziel: Die Roboter-Strategie von Vingroup

Hinter der Ankündigung verbirgt sich eine klare strategische Aufteilung innerhalb des Konzerns. Vingroup setzt auf zwei verschiedene Tochterunternehmen, die unterschiedliche Märkte bedienen.

  • VinRobotics entwickelt spezialisierte Industrieroboter für strukturierte Umgebungen wie die eigenen Fabriken des Elektroauto-Herstellers VinFast. Hier sind die Abläufe klar definiert und Sicherheitszonen leicht einzurichten.
  • VinMotion hingegen zielt mit Allzweck-Robotern auf den Dienstleistungssektor ab. Die Maschinen sollen in unstrukturierten Umgebungen wie Logistikzentren, Gesundheitseinrichtungen oder sogar privaten Haushalten arbeiten. Diese Aufgabe gilt als deutlich komplexer als festgelegte Industrieprozesse.

„Made in Vietnam“ für die Welt

Die Serienproduktion ist ein zentraler Baustein der Vision von Vingroup-Chef Pham Nhat Vuong. Er will Vietnam zu einem Hochtechnologie-Standort machen. Der Konzern nutzt dabei einen entscheidenden Vorteil: seine vertikale Integration. Die eigenen Unternehmen – von VinFast über die Krankenhauskette Vinmec bis zu den VinPearl-Resorts – dienen als ideale Testumgebungen für die Roboter, bevor sie extern vermarktet werden.

Gleichzeitig baut VinMotion seine internationale Präsenz aus. Bereits Ende 2025 wurden Pläne für ein Forschungs- und Vertriebsbüro im US-Bundesstaat Kalifornien bekannt. Damit will das Unternehmen direkt im hart umkämpften nordamerikanischen Markt Fuß fassen und Zugang zu Spitzen-KI-Talenten erhalten.

Ein ambitionierter Schritt in einen heißen Markt

Mit dem Schritt zur Massenfertigung begibt sich Vingroup in direkte Konkurrenz zu Global Playern wie Tesla mit seinem „Optimus“-Projekt und zahlreichen chinesischen sowie amerikanischen Start-ups. Der globale Markt für humanoide Roboter könnte bis 2050 auf einen Wert von mehreren Billionen Dollar wachsen.

Die größte aktuelle Hürde ist jedoch die kommerzielle Rentabilität. Die Brücke zwischen beeindruckender Technologie im Labor und zuverlässigem, kosteneffizientem Dauerbetrieb muss erst noch geschlagen werden. Indem Vingroup mit seinen beiden Tochterfirmen sowohl die Industrie als auch den Dienstleistungssektor parallel adressiert, streut es das Risiko über das gesamte Automatisierungsspektrum.

Was kommt als Nächstes?

Die ersten Serienmodelle des „Motion 2“ sollen noch im ersten Halbjahr 2026 innerhalb des Vingroup-Ökosystems zum Einsatz kommen. Gelingt die Integration in dieser kontrollierten Umgebung, will das Unternehmen die Roboter extern vermarkten. Für die Zukunft kündigte VinMotion bereits weitere Forschung im Bereich der „physischen KI“ an, etwa zur Verbesserung der Mensch-Roboter-Interaktion durch Sprachmodelle.

Die Industrie beobachtet den Vorstoß aus Vietnam nun gespannt. Kann der ambitionierte Tech-Konzern liefern, was er verspricht: eine vielseitig einsetzbare, robotische Arbeitskraft für die Welt von morgen?

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