Vietnam, Auszeichnungssystem

Vietnam reformiert Auszeichnungssystem: Neue Regeln ab Oktober 2026

24.04.2026 - 09:01:01 | boerse-global.de

Vietnams Nationalversammlung verabschiedet umfassende Reform des Auszeichnungsrechts mit Fokus auf Digitalisierung und Dezentralisierung.

Vietnam reformiert Auszeichnungssystem: Neue Regeln ab Oktober 2026 - Foto: über boerse-global.de
Vietnam reformiert Auszeichnungssystem: Neue Regeln ab Oktober 2026 - Foto: über boerse-global.de

April 2026 ein umfassendes Gesetzespaket zur Reform des Auszeichnungs- und Belohnungssystems verabschiedet. Mit 485 von 494 Stimmen wurde das Gesetz zur Änderung des „Gesetzes über Wettbewerb und Auszeichnungen“ beschlossen. Es tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und bringt tiefgreifende Veränderungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Dezentralisierung und Digitalisierung im Fokus

Die Reform zielt darauf ab, praktische Engpässe zu beseitigen, die seit der Einführung des ursprünglichen Gesetzes von 2022 aufgetreten sind. Ein zentraler Punkt: Ministerien, Provinzregierungen und Behörden erhalten mehr Entscheidungsfreiheit bei der Vergabe von Auszeichnungen. Statt zentraler Bürokratie sollen Anerkennungen künftig schneller und passgenauer vergeben werden.

Parallel dazu wird die Umstellung von Papier auf digitale Datenplattformen gesetzlich verankert. Die vietnamesische Regierung erwartet dadurch schlankere Nominierungsverfahren und weniger Verwaltungsaufwand für staatliche Stellen und Unternehmen. Dieser Schritt passt in die nationale Strategie zur E-Government-Entwicklung, die bereits im Frühjahr 2026 in mehreren Provinzen zu einer 100-prozentigen Digitalisierung von Verwaltungsprozessen geführt hat.

Das Gesetz führt zudem eine klare Unterscheidung zwischen zwei Auszeichnungskategorien ein: Preise für thematische Wettbewerbsbewegungen und solche für spezifische Themen. Diese Klarstellung soll verhindern, dass für dieselbe Leistung mehrfach Auszeichnungen vergeben werden – ein Problem, das in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert wurde.

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Neue Maßstäbe für Unternehmensauszeichnungen

Für internationale und vietnamesische Unternehmen sind vor allem die gelockerten Kriterien für den Titel „Herausragender Wettbewerbssoldat auf Basisebene“ relevant. Bislang mussten Kandidaten oft mehrere konkrete Initiativen nachweisen. Künftig reicht eine Bewertung als „hervorragend erfüllte Pflichten“ oder der Nachweis wissenschaftlicher, technologischer oder innovativer Leistungen.

Die Regierung erhält zudem die Befugnis, den Prozentsatz der Nominierungen innerhalb einer Organisation zu regulieren. Ziel ist es, die Auszeichnungen prestigeträchtig zu halten, aber auch leistungsstarken Mitarbeitern eine Chance zu geben, die nicht die höchste Leistungsstufe erreichen, aber durch Innovation oder Einfallsreichtum überzeugen.

Der überarbeitete Artikel 74 erkennt nun explizit Beiträge zur Digitalisierung, Wissenschaft und Technologie als Hauptgründe für ministerielle und provinzielle Auszeichnungen an. Für ausländische Investoren und Joint Ventures schafft dies einen flexibleren Rahmen, um lokale Mitarbeiter zu motivieren und betriebliche Belohnungsprogramme mit nationalen Ehrungen zu verknüpfen.

Finanzielle Auswirkungen: Höhere Kosten und Steueränderungen

Die finanzielle Seite der Auszeichnungen ist für Unternehmen von großer Bedeutung. Bereits das bestehende Gesetz von 2022 und das Dekret 152/2025/ND-CP (in Kraft seit Juli 2025) verpflichten Unternehmen, spezielle Fonds für Auszeichnungen einzurichten. Die neuen Änderungen bestätigen, dass diese Mittel aus Staatshaushalten, Unternehmensgewinnen und legalen Beiträgen stammen.

Die Höhe der Auszeichnungen ist oft an den nationalen Basisgehalt oder Mindestlohn gekoppelt. Bereits im März 2026 kündigte die Regierung eine geplante Erhöhung um 8 Prozent auf 2,53 Millionen VND monatlich an, die am 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Dies erhöht direkt die finanziellen Verpflichtungen für Organisationen, wenn Auszeichnungen als Vielfaches des Basisgehalts berechnet werden.

Gleichzeitig verändert sich die Steuerlandschaft grundlegend. Das neue Einkommensteuergesetz (Gesetz Nr. 109/2025/QH15), verabschiedet im Dezember 2025 und in Kraft ab Juli 2026, reduziert die Zahl der Steuerstufen von sieben auf fünf und erhöht den persönlichen Freibetrag auf 15,5 Millionen VND pro Monat. Ein erheblicher Teil der Auszeichnungsprämien könnte damit unter die erweiterten Steuerbefreiungen fallen oder niedrigeren Sätzen unterliegen.

Compliance-Herausforderungen für internationale Firmen

Für deutsche Unternehmen und andere ausländische Direktinvestitionen in Vietnam erfordern die Änderungen eine gründliche Überprüfung der internen Personal- und Buchhaltungsrichtlinien. Die Umstellung auf ausschließlich digitale Einreichungen für staatliche Auszeichnungen verlangt, dass Unternehmen ihre internen Leistungsverfolgungssysteme mit nationalen digitalen Plattformen verbinden.

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Besonders wichtig ist das Zusammenspiel zwischen dem Auszeichnungsgesetz und dem neuen Körperschaftsteuergesetz (Gesetz Nr. 67/2025/QH15), das Ende 2025 in Kraft trat. Während Auszeichnungskosten grundsätzlich abzugsfähig sind, erfordern die strengeren Transparenzbestimmungen der jüngsten Antikorruptionsgesetzgebung (ebenfalls ab Juli 2026) eine einwandfreie Dokumentation dieser Mittel. Organisationen, an denen der Staat mehr als 50 Prozent hält, unterliegen nun noch strengeren Vermögens- und Einkommensoffenlegungspflichten.

Das seit Juli 2025 implementierte zweistufige Kommunalverwaltungsmodell hat zudem die Berichtswege für Auszeichnungen auf Provinzebene verändert. Deutsche Firmen in Industriezonen müssen sicherstellen, dass ihre Compliance-Beauftragten über die spezifischen Dezentralisierungsprotokolle ihrer jeweiligen Provinzen informiert sind.

Ausblick: Übergang zur neuen Rechtsordnung

Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Oktober 2026 ist eine Übergangsphase zu erwarten. Die Regierung hat bereits Dekret 293/2025/ND-CP erlassen, um die regionalen Mindestlohnerhöhungen zu steuern, die am 1. Januar 2026 begannen.

Bis Ende 2026 soll die Kombination aus aktualisiertem Auszeichnungsgesetz, vereinfachter Einkommensteuer und landesweiter Digitalisierungsinitiative ein effizienteres Umfeld für die Anerkennung von Talenten schaffen. Experten erwarten, dass der Fokus auf „Qualität statt Quantität“ bei Auszeichnungen zu einer aussagekräftigeren Unterscheidung zwischen Routineleistungen und wirklich innovativen Beiträgen führen wird.

In den kommenden Monaten wird das Innenministerium voraussichtlich weitere Rundschreiben mit detaillierten digitalen Formaten für Auszeichnungsdossiers und der genauen Gleichstellung privater Innovationen mit nationalen Wettbewerbstiteln veröffentlichen. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften raten ihren Mandaten, ihre Fondszuweisungen für 2026 bis Ende des zweiten Quartals abzuschließen, um die erwartete Gehaltserhöhung und die neuen gesetzlichen Anforderungen zu berücksichtigen.

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