Verizon schafft Handy-Entsperrung nach 60 Tagen ab
22.01.2026 - 01:32:13Verizon beendet eine für US-Nutzer einzigartige Praxis: Ab sofort gelten deutlich längere Vertragsbindungen für neue Smartphones. Der Wechsel des Anbieters wird damit erheblich erschwert.
Washington D.C. – Eine Ära der Verbraucherfreundlichkeit geht zu Ende. Der US-Mobilfunkriese Verizon hat diese Woche eine grundlegende Änderung seiner Entsperrregeln für Handys umgesetzt. Auf Antrag des Konzerns hob die US-Regulierungsbehörde FCC eine Sonderauflage auf. Sie galt seit 2007. Kern der Neuerung: Die automatische Freischaltung von Geräten nach nur 60 Tagen gehört der Vergangenheit an. Kunden müssen ihre Geräte nun bis zu ein Jahr lang nutzen, bevor sie sie entsperren lassen können.
Kampf gegen Betrug oder gegen Kundenabwanderung?
Hintergrund der Maßnahme ist ein massives Betrugsproblem. Verizon argumentierte gegenüber der FCC, die kurze Sperrfrist mache das Unternehmen zum Ziel von Diebstahl und Weiterverkauf gestohlener Geräte. Allein 2023 seien so schätzungsweise 784.703 Geräte im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar verloren gegangen. Die FCC folgte dieser Argumentation und gewährte am 12. Januar 2026 eine Ausnahmegenehmigung.
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Doch Verbraucherschützer sehen einen anderen Grund. Die lockere Entsperrregelung war ein echter Wettbewerbsvorteil für Verizon. Sie ermöglichte Kunden einen einfachen Wechsel zu Konkurrenten. Analysten hatten zuletzt eine steigende Kundenfluktuation bei Verizon beobachtet. Die neuen, längeren Bindungsfaktoren könnten diesen Trend nun stoppen – auf Kosten der Verbraucherwahlfreiheit.
Das bedeuten die neuen Regeln für Kunden
Die Änderung trat für alle Geräte in Kraft, die ab dem 20. Januar 2026 aktiviert wurden. Die alte 60-Tage-Regel gilt nur noch für davor gekaufte Handys.
- Für Vertragskunden (Postpaid): Bisher wurde jedes Gerät nach 60 Tagen frei, unabhängig vom Zahlungsstatus. Jetzt bleibt ein über Raten finanziertes Smartphone gesperrt, bis es vollständig abbezahlt ist. Bei Laufzeiten von bis zu 36 Monaten bedeutet das eine massive Verlängerung der Carrier-Bindung.
- Für Prepaid-Kunden: Hier ist der Einschnitt am drastischsten. Kunden von Verizon-Marken wie Visible oder Straight Talk müssen ihr Gerät nun ein volles Jahr lang aktiv und bezahlt nutzen. Erst dann können sie auf Antrag eine Entsperrung beantragen. Der Prozess läuft nicht mehr automatisch.
Folgen für Wettbewerb und Reisefreiheit
Die neuen Regeln beschränken die Mobilität der Kunden erheblich. Ein schneller Anbieterwechsel ist kaum noch möglich. Auch im Ausland sind Verbraucher stärker auf Verizon angewiesen. Die Nutzung günstiger lokaler eSIMs während einer Reise ist auf einem gesperrten Gerät blockiert.
Selbst der Zugang zu neuen Technologien könnte leiden. Konkurrierende Satelliten-Konnektivitätsdienste, die eine sekundäre eSIM erfordern, sind auf gesperrten Verizon-Handys nicht nutzbar. Verbraucherschützer warnen, dass weniger Wettbewerbsdruck langfristig zu höheren Preisen führen könnte.
Die FCC-Entscheidung markiert eine Kehrtwende in der Regulierung. Noch 2024 hatte die Behörde eine einheitliche 60-Tage-Entsperrpflicht für alle Anbieter vorgeschlagen. Mit der Ausnahme für Verizon scheint sie nun den industriegeführten Standards den Vorzug zu geben. Die Ausnahmegenehmigung gilt so lange, bis die FCC eine neue, branchenweite Regelung erlässt. Für Verbraucher, die auf Flexibilität Wert legen, bleibt vorerst nur ein Weg: der Direktkauf eines bereits entsperrten Geräts beim Hersteller.
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